Das erste Semester

Wie fühlt es sich an, unter Corona-Bedingungen einen ganz neuen Lebensabschnitt zu starten? Unsere VCP-Stipendiatin Thea berichtet von dem ersten Semester ihres Bachelor-Studiums Politics, Philosophy and Economy an der Karlshochschule, wie sie dank eines guten Hygienekonzepts in den ersten Wochen des Studiums ihre Mitstudierende persönlich kennen lernen konnte, wie sie sich in den Online-Unterricht eingefunden hat und das Studium an der Karls generell erlebt.

Thea
Thea Kleinrath – Pfadfinderin beim VCP und Bachelor-Studierende an der Karls.

Liebe Thea, du hast dein erstes Semester an der Karls fast geschafft, was war das Erlebnis, das dich am meisten überrascht oder geprägt hat?

Ich glaube am meisten geprägt haben mich meine Mitstudierenden. Viele unter ihnen haben große Lust dazu, Dinge neu zu denken oder brennen für etwas. Mich motiviert es sehr, dass ich mit meiner Neugierde und Leidenschaft nicht alleine bin. Auch wenn ich noch nicht genau weiß, wie meine Zukunft aussieht, inspirieren mich die Personen in meinem Studiengang, meine Interessen weiter zu verfolgen.
Positiv überrascht hat mich, dass mein Kurs so gemischt ist an Interessen, Meinungen, Perspektiven, dass man nie aufhört weiterzudenken oder neuzudenken. Das macht, glaube ich, einen großen Teil des Charakters von der Karlshochschule aus, die unter anderem durch ihre Internationalität geprägt ist.

Dein erstes Semester dürfte sehr unterschiedlich gewesen sein im Vergleich zu den vorherigen Student*innen-Generationen. Keine Kneipen-Abende, Stadtralleys oder Partynächte – (wie) hast du trotzdem Studienfreund*innen gefunden?

Wir hatten das Privileg dank eines hervorragenden Hygienekonzepts, Masken, Abstand und kleinen Kursen das erste Semester mit Präsenzunterricht zu starten. Das hat mir sehr geholfen, mich in das Studieren und die Hochschule einzufinden. Auch meine Mitstudierenden konnte ich so gut kennenlernen und wir haben noch einige schöne Abende im Schlossgarten von Karlsruhe genießen können, bevor wir auch auf Online-Unterricht umstellen mussten. Die Corona-Situation hatte sogar einen kleinen Vorteil für uns, da wir keinen Kontakt zu anderen Kursen hatten, konnten wir uns als Kurs viel mehr aufeinander konzentrieren und einlassen. Natürlich freue mich aber auch darauf, noch mehr Leute von der Uni und den „normalen“ Flair der Karlshochschule kennenzulernen, das aufgrund der Situation zu kurz kam. Vor allem die Orientierungswoche zu Beginn des Semesters hat viel Zeit und Möglichkeit gegeben, uns ausgiebig auszutauschen und kennenzulernen. So waren anfängliche Sorgen und Ängste wie weggeblasen, weil ich gemerkt habe, ich bin nicht alleine hier – alle fühlen sich neu und ein bisschen unsicher. Das hat zusammengeschweißt.

Das meiste lief online/digital für dich, was ist dir dabei besonders schwergefallen? Wie konntest du das lösen?

Zum Glück konnte ich in den ersten Wochen des Studiums einige neue Freundschaften schließen, sodass der Übergang in das Online-Semester wesentlich einfacher war als gedacht. Auch wenn es schwierig ist, den Kontakt zu den Leuten während des digitalen Lernens aufrecht zu erhalten, ging es doch recht gut und wir vertrösten uns gegenseitig auf die Zeit, wenn wir uns endlich wieder offline sehen können.
Anfangs habe ich mich schwergetan, einen eigenen Rhythmus im „Home-Office“ zu finden was Lernen, Tagesstruktur und Ausgleich betrifft. Doch nach einigen Holprigkeiten habe ich doch eine Struktur für mich geschaffen, die ganz gut funktioniert.
Auf die Herausforderungen, die mir im ersten Semester begegnet sind, bin ich nun gefasst, und starte mit neuer Energie und Vorfreude in das zweite.

Unabhängig von den ganzen Corona-Besonderheiten, wie ist dein Eindruck von deinem Bachelor-Studiengang und der Karls bisher?

Mein Studiengang ist genauso interdisziplinär, wie ich mir ihn vorgestellt habe. Alle drei Fächer (Philosophy, Politics and Economics) spiegeln sich gegenseitig wider und mit der Zeit wird in dem Stoff aus zuerst wirren Fäden ein immer deutlicheres Netzwerk aus Zusammenhängen erkennbar. Das macht richtig Spaß. Und wenn ich mal nicht weiterkomme, weiß ich, steht mir immer ein*e Mitstudierende*r oder eine lehrende Person zur Seite.
Das ist das Besondere an der Karls. Es ist ein bisschen wie Familie. Ich habe mich direkt wohl gefühlt, da mein Kurs nach kurzer Zeit zu einem richtigen Verbund geworden ist. Bei Fragen, Problemen oder jeglichen Schwierigkeiten, auch wenn es mal ums Umzugskartons schleppen geht, hat irgendwer immer ein offenes Ohr oder eben helfende Hand. Generell herrschen eine große Offenheit und inklusives und ehrliches Miteinander, das inspiriert mich immer wieder aufs Neue, dazu beizutragen.

Du bist seit vielen Jahren Pfadfinderin beim VCP – konntest du etwas von deiner Pfadfinderinnen-Erfahrung nutzen, um an der Karls Fuß zu fassen?

Ja auf jeden Fall!
Bei den Pfadfindern habe ich gelernt, immer offen für Neues zu sein. Und vor allem, auch wenn es manchmal schwierig ist am Anfang, zuversichtlich zu bleiben und nicht so schnell aufzugeben. Und auf andere Menschen zu vertrauen und auf sich selbst.
Außerdem ist der „Pfadi-Spirit“ dem „Karls-Spirit“ in vielem ähnlich, was soziale und ökologische Verantwortung angeht, sowie das Lernprinzip „learning by doing“ und das Zusammenarbeiten in Gruppen. Daher habe ich mich schnell an der Karls eingelebt und genieße die Karls-Atmosphäre.  

Du engagierst dich auch beim VCP oder bei einem anderen Kooperationpartner der Karls und interessiert dich für ein Bachelor-Studium? Dann bewerbe dich hier um ein Stipendienplatz an der Karlshochschule.

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