Mein Auslandssemester an der University of California San Diego

Die University of California San Diego, kurz UC San Diego, liegt im Vorort La Jolla, ca. 15 km nördlich der Innenstadt. Der Campus der UC San Diego ist sehr groß und ist durch zahlreiche Parks, Gärten, künstlich angelegte Wälder, Brunnen und architektonisch ansprechende Gebäude geschmückt.  Das Zentrum des Campus bildet die achtstöckige, sehr eindrucksvolle, Geisel Library (Bild unten), um die zahlreiche Restaurants, Gärten und der Food Court angeordnet sind. Neben dem RIMAC, einem Sportzentrum, bietet der Campus der UC San Diego Restaurants, Supermärkte, ein Krankenhaus, Football-, Fußball-, Baseball-  und Tennisplätze, eine Schwimmhalle, Computerräume, mehrere Bibliotheken und einen atemberaubenden Meerblick von der Nordseite des Campus aus.  Um sich auf dem großen Campus schneller fortbewegen zu können, stehen Shuttlebusse zur Verfügung, die in regelmäßigen Abständen alle wichtigen Gebäudekomplexe anfahren.

Die Universität gehört mit rund 29 300 Studenten zu den größten der USA (www.ucsd.edu). Die UC San Diego kommt im aktuellen Shanghai Ranking auf Platz 15 weltweit (www.shanghairanking.com), das Washington Monthly Magazine wählte die University of California San Diego zur besten Universität in den USA (www.washingtonmonthly.com). Durch die hohe Reputation der UC San Diego legt diese vor allem bei ausländischen Studenten viel Wert auf sehr gute Leistungen. Insgesamt ist ein Notendurchschnitt von mindestens B- während des Auslandssemesters vorgeschrieben.  Schlechtere Noten führen automatisch zur Exmatrikulation.

Insgesamt besuchte ich drei Kurse mit jeweils 4 Units (US). Economic Development, ein VWL – Kurs, wurde vom Economic Department der Universität angeboten und war dank seines renommierten Professors James Rauch mit rund 200 Studenten sehr gut besucht.  Der Kurs zielte speziell auf den politischen und wirtschaftlichen Einfluss asiatischer und afrikanischer Entwicklungsländer auf die US-Amerikanische Wirtschaft ab. Organizational Leadership wurde von der Rady School of Management angeboten, die erstmals auch Bachelorstudenten für ihre Programme aufnehmen konnte. Der Kurs gestaltete sich als höchst interaktiv und kommunikativ. Insgesamt besuchten Studenten aus über 20 Nationen die Vorlesung, was einen interkulturellen Austausch im Managementkontext förderte. Kernthemen waren vor allem die ethischen und sozialen Kompetenzen angehender Führungskräfte.     Des weiteren beinhaltete der Kurs auch hochinteressante Gastredner, wie zum Beispiel den ehemaligen COO (Chief Operating Officer) von United Airlines, der über seine Erlebnisse während und nach 9/11 berichtete. Der Kurs Financial Markets and Investment Strategies wurde vom Auslandssdepartment der UC San Diego angeboten und richtete sich speziell an europäische Studenten, da der Kurs die amerikanische Sichtweise der europäischen Finanzmärkte und deren globale Auswirkungen verdeutlichen sollte. Grundsätzlich wurden hier mathematische Gleichungen in Bezug auf Portfolioanalyse und – Management vorgestellt und tägliche Vergleiche mit DJIA und S&P 500 gezogen.

Alle Vorlesungen gestalteten sich als äußerst interessant und abwechslungsreich. Zudem waren alle Professoren sehr um den Erfolg ihrer Studenten bemüht und standen auch außerhalb der Vorlesung immer für Fragen zur Verfügung. Den enthusiastischen Vortragsstil amerikanischer Professorinnen und Professoren empfand ich als sehr angenehm und hilfreich für das jeweilige Themenverständnis. In allen Vorlesungen wurden die wichtigsten Punkte der vorherigen und nachfolgenden Veranstaltung immer aufgegriffen um den roten Faden dauerhaft vor Augen zu führen. Ich empfand alle Vorlesungen intellektuell durchaus anregend.  Durch konsequentes Lernen und Mitarbeit in den Vorlesungen konnte ich alle Kurse mit der Bestnote A abschließen.

Inhaltlich lässt sich im Allgemeinen sagen, dass der Arbeitsaufwand durch zahlreiche Essays, Problem Sets und Midterms während des Semesters sehr viel höher ist als in Deutschland.  Jedoch reduzieren diese den Lernaufwand für die Abschlussprüfungen am Ende des Semesters enorm, was in der Summe dem absoluten Arbeitsaufwand in Deutschland recht nahe kommt. Insgesamt ordne ich die Vorlesungen an der UC San Diego wie auch die an der Karlshochschule einer gleichwertigen und sehr guten Qualität zu.

Während meines Aufenthalts lebte ich zusammen mit amerikanischen Studenten im Stadtteil Pacific Beach, der vielen internationalen Studenten ein Zuhause bietet. Durch die Nähe zum Meer kann man täglich Surfen, am Strand Volleyball spielen oder an der Strandpromenade flanieren. San Diego bietet neben zahlreichen wunderschönen Stränden auch eine schöne Innenstadt mit zahlreichen Bars und Restaurants sowie dem alten Gaslamp Quarter, dem Balboa Park, Sea World, Shoppingcenter und etliche Freizeit – und Sportangebote. Studenten der UC San Diego können öffentliche Verkehrsmittel, wie Bus oder Straßenbahn, fast in ganz San Diego kostenlos nutzen.

Durch die günstigen Autovermietungen in den USA eignen sich Fahrten in den Norden Kaliforniens, nach Nevada oder Arizona. Nach den Abschlussprüfungen reiste ich mit drei anderen Studenten drei Wochen durch die oben genannten Bundesstaaten. Von San Diego aus in Richtung Norden fährt man auf dem Highway One direkt am Pazifik durch Los Angeles, Santa Barbara bis nach San Francisco. Von dort aus gelangt man durch den urigen Yosemite National Park zum Sequoia National Park, den man im Winter nur mit Schneeketten durchqueren sollte. Zu sehen bekamen wir neben zugeschneiten Bergen und Wäldern auch Wölfe, Hirsche, und Waschbären und fuhren im Forest of the Giants an den größten Mammutbäumen der Welt vorbei. Richtung Osten fahrend gelangten wir schließlich zum Death Valley National Park, dessen kargen Landschaften schon etlichen Filmen als Kulisse dienten. Schließlich erreicht man nach hunderten Kilometern einsamer Wüste Las Vegas. Eine Stadt, die alle globalen Sehenswürdigkeiten im geringeren Maßstab anzubieten hat und 24 Stunden am Tag einer einzigen Showbühne gleicht. Sehr lohnend war auch die Fahrt durch das kakteenbewachsene Arizona. Die atemberaubende Schönheit der amerikanischen Landschaft wurde auf unserer mehrwöchigen Reise fast stündlich übertroffen und fand ihren abschließenden Höhepunkt am Grand Canyon, der im verschneiten Dezember noch gigantischer wirkte als man es sich vorstellen konnte.

Die University of California San Diego war durch ihre exzellente Reputation, die hervorragende Qualität der Lehre und ihrem wunderschönen Campus die bestmögliche Studienwahl. Die multikulturelle Atmosphäre, die sehr gute Ausstattung der Räumlichkeiten und die hohe Motivation der Studenten sorgten für optimale Studienbedingungen.  Alle Professoren und universitären Mitarbeiter
standen rund um die Uhr für Fragen aller Art zur Verfügung und sorgten dafür, dass alle Anliegen reibungslos verliefen.  Insgesamt war das Auslandssemester eine unglaubliche Erfahrung, die mir persönlich und akademisch einen unbezahlbaren Mehrwert geschaffen hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Geisel Library)

Marvin Rottenberg

 

2 comments Write a comment

  1. Hallo Herr Rottenberg,
    Ich finde Ihren Bericht sehr hilfreich. Ich hätte aber dennoch einige Fragen die Sie mir hoffentlich beantworten können:
    1. Wie hoch war denn die Tuition bei Ihnen? hängt das von den gewählten Kursen ab oder ist das eine Pauschale die jeder gleich zahlen muss?
    2. Wie sieht es mit der Altersbeschränkung aus? Ich werde zum Zeitpunkt meines Auslandsaufenthaltes noch keine 21 sein? Kann ich denn überhaupt von Pacific Beach bzw. dessen Nachtleben profitieren? Und wie sieht das mit der Autovermietung aus?

    Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.

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