Seid ihr Hacker, Quermacher oder Regelbrecher?

Ein Hacker versucht die Regeln eines Systems so gut und so umfassend überhaupt möglich zu verstehen. Und wenn er die Regeln verstanden hat, dann kann er letztlich mit dem System machen was er will.

Wau Holland, 1951-2001, Gründer des Chaos Computer Clubs, deutscher Journalist und Computeraktivist. Aus dem Hörspiel/Radiofeature “Radio Wauland”.

Ich glaube ja, dass die Hackerkultur – ich spreche natürlich von den Hackern mit dazugehöriger Ethik und nicht den Scriptkiddies oder Crackern – sehr nahe an dem dran ist, was die Karlshochschule im Grunde genommen auch vermitteln möchte.

Diese Hochschule möchte nämlich den Studierenden in erster Linie vermitteln, wie ein System beschaffen ist, in dem sie sich später einmal beruflich bewegen möchten bzw. die Studierenden sollen das durch Interaktion und Reflektion möglichst selbst für sich herausfinden. Unser Anspruch ist es also nicht per Stoff-Bulimie triviales Wissen in die Studierenden reinzustopfen, was sie nach den Prüfungen eh wieder auskotzen würden, sondern ihnen in erster Linie dabei zu helfen ihre eigene Persönlichkeit so weit zu entwickeln, dass sie selbst irgendwann in der Lage sind die Systeme, in denen sie sich bewegen, zu begreifen und somit überhaupt die notwendige Voraussetzungen zu schaffen selbst aktiv auf Systeme Einfluss zu nehmen. So wie es Wau Holland im obigen Zitat so wunderbar formuliert hat.

Für uns gilt also:

Nur wer Kommunikation durchschaut, kann besseres Marketing machen.
Nur wer Menschen versteht, kann Personal motivieren.
Nur wer Gruppendynamik und Rituale erfährt, kann Change Prozesse umsetzen.
Nur wer den Energiemarkt versteht, kann die Energiewende mitgestalten.
Nur wer den Massentourismus begreift, kann nachhaltige Konzepte entwickeln.
Nur wer andere Kulturen versteht, kann auch mit ihnen sinnvoll agieren.
Nur wer Medien begreift, kann auch selbst welche entwickeln.

Wenn ein Hacker also ein Computersystem verbessern möchte, so muss er es zunächst einmal gründlich untersuchen, bevor er es für seine Zwecke optimieren kann. Im Grunde genommen tun wir hier also nichts anderes, nur eben übertragen auf die Kultur- und Wirtschaftswissenschaften.

PS:
Wahrscheinlich habe ich mich jetzt mit meiner großen Klappe sowohl mit einigen Hackern wie auch mit Teilen der Hochschule angelegt. Aber so ist nun mal meine Rolle als “Gegen-den-Strich-Bürster” und Einsprüche oder Diskurse sind natürlich wie immer erwünscht.

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