Das Highlander Prinzip

In seinen Blog hat Nico Lumma eine Grafik vom Untergang der deutschen Sozialen Netzwerke eingestellt. Demnach befinden sich die heimischen Netzwerke wie Lokalisten oder die VZs im freien Fall. Auf der anderen Seite meldet Facebook einen Rekord nach dem anderen. Meine Studenten kennen meine Rede von den “Highlander-Märkten” (“Es kann nur einen geben”). Ich habe den Begriff in den 90er Jahren das erste Mal gebraucht, als ich damals, noch als Geschäftsführer eines Anti-Virus Unternehmens, erkennen musste, dass viele (nicht alle!) IT-Märkte brutalen Selektionsmechanismen unterliegen. Die Ursachen dafür sind so vielfältig, dass es hier den Rahmen sprengen würde. Ein entscheidender Faktor ist m. E. (Hypothese!) die Kapitalausstattung der Unternehmen und (in Folge) die Wachstumsgeschwindigkeit in frühen Wachstumsphasen. Offensichtlich können einige Unternehmen, Produkte oder Services trotz suboptimaler Leistung Akkumulationseffekte erzielen. Das vor allem in Märkten, in denen Marktstandards eine große Rolle spielen, weil etwas ausgetauscht werden muss. Der erste Markt, bei dem man dass bewusst beobachtet habe, war der Markt für Videokassetten, in dem sich VHS gegen weit bessere Systeme (vor allem Video8) durchgesetzt hat. Betriebssysteme waren ein anderer Markt, wo damals weit bessere Betriebssysteme (z. B. CP/M, PT-DOS, OS/2 und das von mir geliebte AmigaOS) von einem meiner Meinung nach viel schlechterem (MS-DOS/Windows) verdrängt wurden. Das haben auch Investoren erkannt. Wenn Unternehmen mit viel Geld schnell Marktanteile erzielen, können Sie die anderen in den Highlander-Märkten frühzeitig an die Wand drängen. Es gab neben Google manche schicke Suchmaschine, aber die Google Gründer hatten das Geld. Man schaue sich auch einmal die Kapitalsierungsgeschichte von Facebook oder den VZs an. Ich glaube nicht, dass Facebook das beste Social Network ist, aber es ist das am schnellsten wachsende und am meisten verbreitete. Deswegen nutze ich es.

Ich hoffe nur, dass das Highlander Prinzip auf Services und Unternehmen bezogen bleibt. Sollten sich ähnliche Entwicklungen im politisch-gesellschaftlichen Feld durchsetzen, würde mir Angst und Bange….

3 comments Write a comment

  1. Ist zur Zeit das politisch-gesellschaftliche überhaupt vom wirtschaftlichen getrennt? Mir kommt es nicht so vor… Tröstend ist, dass auch Highlander nicht ewig leben. ;)

  2. Pingback: Lokale Netzwerke in Zeitalter der Globalisierung | Wollmilchsau

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