Optimist sein

Als am 10. November 1989 morgens kurz vor Sechs unser Radiowecker anging, konnte ich nicht glauben, was da zu hören war. Die Berliner Mauer sollte gefallen sein? Ich rieb mir die Augen: „Was soll das? Das kann doch nicht sein…“

Ich bin noch ein Kind des kalten Krieges. Amerika ist gut, Russland ist böse – und dazwischen ist der eiserne Vorhang. So einfach schien die Welt damals.

Als Fünfzehnjähriger war ich das erste Mal in Berlin. Ein Seminar der Konrad-Adenauer-Stiftung. Damals gab es in Berlin noch große Holzplattformen, von denen man über die Mauer schauen konnte. Auf der anderen Seite schwer bewaffnete Soldaten. Was für ein menschenunwürdiges Schauspiel, fast wie im Zoo.

Diese Szene ging mir neulich wieder durch den Kopf, als ich eine Gruppenarbeit in meinen International Management Modul an der Karlshochschule International University betreute und dabei zusah, wie der groß gewachsene Amerikaner Lee-Derek engagiert mit der quirligen Anastasia aus Moskau diskutierte. Wenn man die Geschichte kennt und, wie ich, selbst erlebt hat, ist es einfach unglaublich anzusehen, wie Studierende aus aller Herren Länder friedlich und engagiert gemeinsam lernen.

Leute, die Welt ist wirklich besser geworden.

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  1. Its actually amazing that things are the way they are today. I believe that many of us take a lot of our history for granted. Back then we were “enemies” and now we walk amongst each other as if nothing ever happened. Me personally I never really saw it from Prof. Beckers point of view. This was a real eye opener! Thank you for that!

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