Neue Studie zum Auslandsstudium

Ziemlich genau zwei Jahre ist her, als die letzte bundesweite Studie zum Thema “Auslandsstudium”, also zu der Frage erschien, wie viele der Studierenden an bundesdeutschen Universitäten und Hochschulen ein Auslandssemester oder ein Auslandsjahr absolvieren. In der ZEIT und im Tagesspiegel sind nun die Ergebnisse der neuen “Mobilitätsstudie”, durchgeführt von der Hochschulinformationssystem GmbH, veröffentlicht worden. Wichtigste Erkenntnis: Es hat sich nicht viel getan! “Mit 25 Prozent ist die Quote gegenüber der letzten Erhebung von 2009 (26 Prozent) geringfügig gesunken”, schreibt der Tagesspiegel. An bundesdeutschen Fachhochschulen sind im Schnitt gerade mal 17 Prozent der Bachelorstudenten in ein Auslandsstudium gegangen. Die im Rahmen der Bologna-Reform geforderte Steigerungsrate bei der Mobilität ist damit erneut verfehlt worden. Als Grund wird vor allem genannt, dass sich das Studium durch einen Auslandsaufenthalt verlängert.

Interessanterweise sind die Qoten bei Studierenden der Betriebswirtschaftslehre, relativ gesehen, etwas höher: Rund ein Drittel der BWLer gehen ins Ausland. Dass die Bereitschaft hier größer ist, mag mit den verbesserten Angeboten der Hochschulen zusammenhängen, wahrscheinlich aber auch mit der Einsicht, dass man ohne Auslandserfahrung in der Wirtschaft heutzutage nicht mehr weit kommt.

Wie dem auch immer sei. Die Ergebnisse der “Bologna-Revolution” (Oliver T. Maassen) sind – an dieser Stelle – enttäuschend. Die Begegnung mit internationalen Kommilitonen gehört für Studierende zu den bereicherndsten Erlebnissen. Gleiches gilt im Prinzip für die Forschung. Wann werden die bundesdeutschen Universitäten und Hochschulen endlich die Chancen erkennen, die sich aus der Internationalisierung ihrer Studienangebote und Fakultäten ergeben, und an der Umsetzung arbeiten?

An dieser Stelle freue ich mich, dass wir an der Karlshochschule einiges davon schon realisiert haben. Das internationale Angebot ist ständig gewachsen. Im kommenden Wintersemester sind von 123 Studierenden in unserem dritten Studienjahr 101 im Ausland, das sind rund 82 Prozent. Unser International Office arbeitet daran, die Qualität des Auslandssemesters konstant hoch zu halten, die Learning Agreements der Studierenden zu optimieren und unsere Kontakte zu Partnern zu einem kohärenten und dichten internationalen Netzwerk auszubauen. Wir sind in zwei von der EU-Kommission geförderten international geförderten Konsortien beteiligt, wodurch Forschungsergebnisse und internationale Erfahrungen zurück in den Unterricht fließen können. An der Summer Academy nahmen in 2011 Studierende aus über zwanzig Ländern teil usw. Ich denke, das ist eine gute Plattform für alles Weitere …

3 comments Write a comment

  1. Dazu passend auch hier ein Artikel aus dem Unispiegel: http://www.spiegel.de/unispiegel/heft/0,1518,756327,00.html

    “Der heutige akademische Nachwuchs fürchtet den Tempoverlust, schließlich ist das Programm stramm.” Da ist es doch schön, dass die Studis an der Karlshochschule in so großer Menge die Möglichkeit bekommen, ohne Zeitverlust den Auslandsaufenthalt in das Studium zu integrieren…

  2. Michael Zerr

    Ja, das ist der eigentliche Witz an der Sache! Eine groessere Auslandsmobilitaet darf man nicht nur fordern, sondern man muss auch was dafür tun.

    Die Karlshochschule ?nternational University hat mit sehr vielen renommierten Auslandshochschulen Partnerschaftsabkommen, so dass das Auslandssemester komplett angerechnet werden und das Studium ohne Zeitverlust abgeschlossen werden kann.

    Natürlich hilft auch, dass im ersten Jahr intensiv Englischunterr?cht stattfindet und im zwe?ten Jahr alle Vorlesungen auf Englisch stattfinden (bei ?nternational Business sogar von Anfang an). Der Sprung ins Auslandssemester faellt danach natürlich v?el leichter, zumal ausserdem eine zwe?te Sprache, wie Franzoesisch, Spanisch, Chinesisch, Arabisch, Russisch und neuerdings auch ?talienisch gelernt wird.

    Und da ist es dann schliesslich auch kein Wunder mehr, dass etliche Studies danach (mindestens eine Zeitlang) im Ausland arbeiten (z.B. als Produktmanager für die Firma mit dem angebissenen Apfel in London oder im Marketing in China oder als Entwicklungshelfer in Late?namer?ka) oder auch ein Masterstudium anschliessen (aktuell z.B. ‘Population and Development’ an der London School of Economics and Political Sc?ence oder ‘?nternational Relations’ in St. Andrews ?n Schottland.

    Das wichtigste am Auslandsaufenthalt ist dabei gar nicht, dass man dadurch die spaeteren Berufschancen verbessert (das natürlich auch), sondern dass man neue Perspektiven und Kulturen kennenlernt und dadurch eine unvergleichliche Erfahrung und Persoenlichkeitsentwicklung macht.

    Aber wie gesagt: Die viel geforderte Auslandsmobilitaet funktioniert nur, wenn alle was dafür tun!

  3. Danke an alle Mitarbeiter der Karlshochschule, dass wir Fünftsemester jetzt so tolle Auslandssemester verbringen dürfen! Es ist eine absolut wichtige und wertvolle Erfahrung. Danke, Karlshochschule!

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