A little SOMETHING for Christmas oder: was ist eigentlich dieser Karls-Spirit?

Betritt man das erste Mal die Karlshochschule, spürt sofort man eine vertraute, offene, gar familiäre und für eine Universität vollkommen unerwartete Atmosphäre. Es ist bei einer Anzahl von weit unter 1000 Studierenden sicherlich nicht verwunderlich, dass man häufiger denselben Gesichtern begegnet oder sich sogar wiedererkennt. Doch eine überschaubare Anzahl von Menschen schafft von sich aus noch keine Gemeinschaft. SOMETHING needs to happen!

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//SOMETHING// to create.

Im Jahr 2015 hatte ein Student die Vision eine Bühne zu erschaffen. “SOMETHING is an empty stage to be filled” beschrieb er das Projekt damals in einem Satz. Auf den Punkt. Eine Bühne für alle so wunderbaren, ausdrucksstarken und unbekannten Talente, Menschen, mit denen wir uns jeden Tag umgeben, die wir glauben zu kennen. Und doch wissen wir nicht, welche Dinge Teil ihrer Welt sind, in der sie leben und sie damit bestimmen. Dinge die den Menschen formen, der sie sind. Dabei ist die Karls doch eigentlich ein Ort größter Toleranz und Offenheit, Neugier gegenüber Neuem. Doch trotzdem bewegen wir uns im Alltag in unserer beinah hermetisch abgeriegelten Blase die sich “Studiengang” nennt.

//SOMETHING// to get together.

Die Idee, die künstlerisch-kreative Seite aneinander kennenzulernen, ermöglichte plötzlich eine völlig neue Ebene der Kommunikation: Menschen, die sich vorher noch nie begegnet waren, erkannten auf einmal Gemeinsamkeiten in beispielsweise der Liebe zur Musik, der Leidenschaft des Tanzes oder in der Passion zum geschriebenen Wort.

Die Proben begannen. Es fanden sich verschiedenste Konstellationen von Tänzern, Musikern, Poeten, Schauspielern und Sängern zusammen, die alle nur ein Ziel verfolgten: gemeinsam etwas Neues erschaffen! Diese schlagartig freigesetzte Energie galt es zu bündeln und zu nutzen, indem alle Elemente – die hinterher zu einem unbeschreiblichen Ergebnis führen sollten – auch einen organisatorischen Rahmen bekamen. So formte sich ein hoch motiviertes Team voll von unterschiedlichster Kompetenz und einem riesigen Schatz an Wissen und Erfahrung.

//SOMETHING// to continue.

Auch im Jahr 2016 konnte wieder eine solche Welle der Leidenschaft und Ekstase ausgelöst werden. Nicht zuletzt dank der stark optimierten Ausgangslage hinsichtlich der technischen Ausrüstung, entstand ein weiterer unvergesslicher Abend, der für alle Teilnehmer viel Spaß von den ersten Proben, über die Produktion bis hin zur eigentlichen Aufführung bedeutete. Das Erfolgserlebnis, der Zusammenhalt und die Ausdauer sind es, die im Endeffekt alle Mühen und jeden Aufwand entschädigen.

//SOMETHING// ?.

Doch was ist jetzt das Besondere an SOMETHING? Erstaunlich ist doch, dass bei sogenannten “Lustprojekten” die entscheidende Motivation, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, so groß und ungebrochen ist, dass es keinerlei Überredungskünste bedarf dafür auch etwas zu investieren. Kunst ist für mich persönlich das grundlegendste Verständnis unseres Selbst. Sie bildet damit die Schnittstelle zwischen Selbsterkenntnis, der Auseinandersetzung mit anderen und der Reflexion unseres Handelns, die erst durch uns als Individuum ihre Vollendung erfährt und damit einen wichtigen Bestandteil in unserem Identifikationsprozess einnimmt. Jeder leistet was er kann und erbringt dadurch einen entscheidenden, relevanten Beitrag. Einen Beitrag, ohne den ein Projekt wie SOMETHING nicht möglich wäre. Und genau deswegen ist das was bei SOMETHING passiert, die Magie und die freigesetzte Energie so wichtig, um uns zu verstehen und den Blick aus unserer kleinen, beinahe hermetisch abgeriegelten Blase hinaus nach draußen zu richten. Wichtig für uns alle, die wir Teil dieser Gemeinschaft sein wollen. Wichtig für uns als Karls!

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1 comment Write a comment

  1. Eveline Lemke

    Liebe Lilly,
    wie schön, dass Du Dich aus der Blase raus in “SOMETHING” begibst, so kannst Du ganz anders Resonanz erLEBEN. Aber gerade die ist es ja, die wir in der Karls spüren wollen – LEBEN. Schön, dass Du dazu beiträgst!
    Rutsch gut ins neue Jahr!
    Eveline Lemke

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