Rückblick & Meinung: MOOCs – Massive Open Online Courses

 

Bildung kommt von Bildschirm und nicht von Buch, sonst hieße es ja Buchung“

Dieter Hildebrandt [1]

Heutzutage leben wir in einer vom Internet durchdrungenen Gesellschaft. Die Unterhaltungsindustrie hat sich (mehr oder weniger unfreiwillig) schon zu großen Teilen in das virtuelle Netzwerk verlagert. Kaum jemand kauft Musik oder Filme im Laden von nebenan. Warum auch? Es ist ja alles im Überfluss auf diversen Plattformen vorzufinden.

Es gibt noch unzählige andere negativ behaftete Diskussions-Themen über das Internet und das meistens im Internet ;) (siehe exzellente Beiträge, wie diesen hier: http://blog.karlshochschule.de/2013/12/02/das-heilige-die-nsa-sieht-alles-mem/).

Ausnahmsweise möchte ich eine, meiner Meinung nach, zweifelsfrei positiven Entwicklung der Internetnutzung vorstellen.

Innerhalb der letzten 6 Monate habe ich an zwei sogenannten MOOCs – Massive Open Online Courses teilgenommen.

Diese sind internationale und frei zugängliche Bildungsangebote. Zahlreiche Unis bzw. Professoren aus der ganzen Welt bieten ihre Kurse auf Trägerseiten an. Die Kurse nehmen üblicherweise einen Zeitraum von 6-10 Wochen in Anspruch und sind in englischer Sprache. Der Arbeitsaufwand liegt, je nach Kurs, bei 4-10 Stunden pro Woche. Man kann sogenannte „Statements of Accomplishment“ verdienen oder sogar verifizierte Zertifikate, die dann einen Stempel von der jeweiligen Uni und eine Unterschrift des lehrenden Professors enthalten. Dazu muss man aber seine Identität preisgeben, mit allem was dazu gehört, Foto, ID, „Typing – Pattern“ und eine (wirklich) kleine Summe bezahlen.

Man findet Kurse zu jedem Fachgebiet : Theaterwissenschaft, Musik, Philosophie, Naturwissenschaften, Mathematik, Management & Ökonomie, Literatur und Kompetenzen wie z.B. akademisches Schreiben und Programmieren. Dies sind nur ein Bruchteil der verfügbaren Kategorien.

Ich selbst nahm über coursera.org an den Kursen „Model Thinking“ (University of Michigan) & „Programming for Everybody“(University of Michigan) teil.

Im Vorfeld meiner Teilnahme hörte ich schon öfters etwas über sogenannte MOOCs, das Lernen der Zukunft. Ich war jedoch sehr skeptisch, was deren Qualität und Funktionalität anbetrifft.

Im Nachhinein bin ich allerdings mehr als positiv überrascht. Beide Kurse an denen ich bis jetzt teilgenommen habe, waren sehr hochwertig und der Lernerfolg war groß. In „Model Thinking“ ging es um die quantitative Beschreibung von gesellschaftlichen und ökonomischen Prozessen. Die abstrakte und mathematische Thematik wurde von Prof. Scott E. Page angenehm, überraschend verständlich und trotzdem tiefgründig vermittelt. Diesen Kurs empfehle ich jedem, der gerne etwas mathematischer in Thematiken wie z.B. Meinungsbildung, Diffusion von Innovationen oder generelle Systemtheorie einsteigen möchte.

Auch der zweite Kurs, unterrichtet von Prof. Charles Severance, vermittelt die teils trockene und vor allen Dingen anstrengende Thematik Programmieren möglichst einfach und gleichzeitig doch sehr fundiert.

Warum betreibe ich diesen „Werbeaufwand“? Mir geht es einfach um eine Empfehlung für jeden, der neben dem Studium oder der Arbeit noch zusätzliche Bildungsangebote in Anspruch nehmen möchte. Der Aufwand für eine Teilnahme ist sehr gering und der erzielte Lernerfolg sehr hoch. Ich sehe die Kurse als ideales Mittel, um fundierte Einblicke in fachnahe oder fachfremde Bereiche zu bekommen. Insbesondere für Manager betrachte ich diese Angebote als Möglichkeit, um sich Basiskompetenzen in vielfältigen Themen zu erarbeiten.

Also, vor den Bildschirm und sich bilden!

Quellen:

[1] http://zitate.net/bildung.html

 

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