Gauck in der Filterbubble oder wie wir lernten den Kontext zu ignorieren

Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.

Immanuel Kant

Gestern habe ich zum ersten Mal die Filterbubble hautnah erlebt. Es ist kein neues Phänomen, was plötzlich mit dem Internet daherkommt. Die Filterbubble ist ein generelles Problem von medialer Berichterstattung und medialem Konsum, wenn also tausend Publikationen immer wieder nur von einer einzigen Quelle abschreibt, die wiederum nur Bruchteile der ursprünglichen Geschehnisse wiedergibt. Das gab es auch schon lang vor dem Internet, nur werden solche Bubbles heute dank unreflektiertem Drang zu Echtzeitkommunikation einfach noch schneller und größer aufgepumpt. Es entstehen schlagzeilenhafte Meme, die vorschnelle Urteile über Menschen fällen, die wir gar nicht wirklich kennen, bzw. nur über Dritte, Vierte und Fünfte. Eigenständiges Denken wird uns dank dem eigenen Lieblingsblog oder der Meldung unseres Lieblingsnachrichtenmagazines und diversen Tweets und Retweets unserer “Freunde” zum Glück vollständig abgenommen. So wie auch gestern zu beobachten:

Gestern Abend wurde Joachim Gauck nach langem Hin und Her von den großen Parteien im Bundestag, ausgenommen “die Linke”, zu ihrem neuen Kandidaten für das Bundespräsidentenamt ernannt. Sehr überrascht war ich dann, als parallel dazu eine Welle von Anti-Gauck-Tweets zum Teil im Bildzeitungsniveau über meine Timeline rollte. Ganz vorne mit dabei einige Mitglieder der Piratenpartei, also der Partei, der ich vor kurzem noch eine innovative Einstellung zur Erneuerung von Demokratie attestiert habe. Immer wieder verlinkt wurden dabei unter anderem folgende überspitzt formulierten (Vor)urteile über Gauck, mit dem Hinweis, dieser Mann sei als Bundespräsident untragbar.

  • Gauck findet Occupy-Bewegung und Bankenkritik “unsäglich albern”
  • Gauck befürworte die Vorratsdatenspeicherung
  • Gauck bezeichnete Hartz4 Proteste als töricht und unangemessen, ist daher “Ein Theologe der Herzlosigkeit”
  • Gauck ist ein Sarrazin-Fan

Die Aussagen sind eingebettet in Beiträge mit polemischer Boulevard-Manier, die man wohl kaum als beobachtenden Journalismus mit Aufklärungsanspruch bezeichnen kann.

“Hää?”, fragte ich mich dann. Kann es sein, dass ich mich mit meinem bisherigen Urteil so getäuscht habe? Schon damals als der Spiegel Online Artikel zu Gaucks Occupy Bemerkung veröffentlicht wurde, kam mir dieser Beitrag widersprüchlich vor. Zum einen war die Überschrift überhaupt nicht im Einklang mit dem geäußerten Inhalt und zum anderen ist mir sehr wohl bewusst, wie Medien manchmal arbeiten, nämlich stark simplifiziert und immer auf der Suche nach einer geeigneten Schlagzeilen-Sensation. Als sich gestern im Laufe des Tages solche Schlagzeilen gegen Gauck mehrten, machte ich aus meiner Verwunderung eine Tat: Ich begab mich auf die Suche nach den jeweiligen Originalquellen, denn die einzigen Artikel, die immer wieder als Quelle zum Beleg und Unterfütterung der Anti Gauck Aussagen verwendet wurden, waren eben die, die eine Quelle fragmentarisch interpretiert haben und sie nicht 1:1 in voller Länge wiedergaben. Oder anders formuliert: Ich vermisse bei diesen Artikeln den Satz davor und den Satz danach, denn der Kontext eines Gespräches ist schon wichtig, um sich ein Gesamtbild des Themas zu verschaffen, gerade wenn Aussagen aus einer Rede oder einer Podiumsdiskussion entnommen werden.

Gauck, so bisher jedenfalls mein Eindruck, ist ein sehr reflektierter Mensch mit der Eigenschaft Themen differenziert zu betrachten, auch wenn – oder gerade weil – er eine sehr prägende Biografie besitzt. Aber genau diese abwägende Herangehensweise wird ihm natürlich bei so fragmentartiger Berichterstattung zum Verhängnis. Wenn er beide Seiten beleuchten will, wird ihm nur eine Seite aus dem Mund genommen und in einen völlig neuen Kontext gelegt. Die große Schlagzeile eben, die am Ende in den Köpfen hängen bleibt. Ich würde ja lachen, wenn es nicht so traurig wäre, dass ausgerechnet die größten Kritiker der Bildzeitung auf die Mechanik des Boulevards reinfallen und die Statements garniert mit entsprechend eigenwilliger Interpretation in die eigene Netzwerke replizieren. Kein Nachfragen, kein Hinterfragen, keine Betrachtung des Gesamtkontextes, nein ich habe es ja in DER einen “Zeitung” gelesen, also ist es auch so wahr.

Doch zu den Fakten. Leider (oder Gott-oder-wer-auch-immer-sei-dank) muss man sich wirklich etwas mehr Zeit nehmen, um Gauck zu verstehen. Von Gauck darf man weder parteipolitische Political Correctness erwarten, noch stark vereinfachte Ein-Satz-Statements. Wie gesagt, Gauck liebt den Diskurs und die Debatte und er besitzt genügend Empathie, um sich in den Gegenüber hineinzuversetzen. Das empfinden viele Menschen, die auf Simplizität und klare politische Richtung gebürstet sind, natürlich als verstörend und zu komplex. Doch kommen wir zu den konkreten Beispielen, die ich bisher gesichtet habe:

Gauck ist angeblich für die Vorratsdatenspeicherung

Es reicht leider nicht, den sehr einseitigen und kurzen Artikel des Standards zu lesen um den gesamten Inhalt der Podiumsdiskussion zu erfassen, daher empfehle ich schon allen, die diese These in den Raum stellen, die Diskussion im Ganzen zu verfolgen. Möglich macht es uns das Internet:

Für die Ungeduldigen: An dieser Stelle spricht Gauck über die Vorratsdatenspeicherung. Er tut das meines Erachtens sehr reflektiert, differenziert und kritisch. Gaucks moralischer Kompass ist streng nach dem deutschen Rechtsstaat ausgerichtet. Das kann man jetzt konservativ oder engstirnig nennen, ganz gewiss kann man ihm aber nicht unterstellen er befürworte eine bedingungslose Vorratsdatenspeicherung. Ganz im Gegenteil, er wägt die Argumente sorgfältig ab und respektiert beide Pole in diesem Diskurs und kommt zu dem Ergebnis, dass ihm bisher ungenügende Fakten vorgelegt wurden, die zu einer Rechtfertigung der Vorratsdatenspeicherung ausreichen. Siehe auch insbesondere an dieser Stelle der Diskussion. Er formuliert noch einmal ganz explizit: Ohne Belege der konkreten Gefahr darf es keine Beschneidung der Grundrechte geben. Sollte aber eine relevante Gefahr vorhanden und belegt sein, führt ein Instrument wie beispielsweise die Vorratsspeicherung nicht gleich automatisch zur Etablierung eines “Spitzelstaates”. Er kann die Angst vor diesem drohenden Szenario absolut nachvollziehen, mahnt jedoch gleichzeitig vor angstgetriebenen Entscheidungen, egal in welche Richtung sie erfolgen.

Wenn ich mir diese gesamte Podiumsdiskussion anschaue, gelange ich jedenfalls zu einer ganz anderen Interpretation, als sie beispielsweise der viel verlinkte Standard-Artikel liefert.

Gauck steht angeblich hinter Sarrazins Thesen
Gauck sei ein Befürworter der Sarrazin-Thesen und damit auch ein ausgemachter Rassist, so die unterschwellige Botschaft, die allerorts die Runde macht, nur weil immer wieder der Tagesspiegel-Artikel mit dem Satzfetzen, Sarrazin habe “Mut bewiesen” kursiert. Gestern erschien zum Glück im Netz das vollständige ein ausführliches Interview von Herrn Gauck mit der Süddeutschen aus dem Jahr 2010. also der urprünglichen Quelle, das gesamte Gespräch. [Nachträgliche Korrektur: Das komplette Interview mit dem Tagesspiegel-Zitat erschien in der Printausgabe des Tagesspiegels selbst, bisher habe ich leider noch keinen Zugriff darauf. Es gibt leider keinerlei Dokument mit dem kompletten Wortlaut des Interviews vom Tagesspiegel, weder Print noch Online. Dennoch zeigt das Interview der Süddeutschen den Bezug zu den Inhalten von Sarrazin, wie folgt beschrieben]

Wenn man sich das gesamte Interview nämlich aufmerksam durchliest, so entsteht wieder einmal – jedenfalls für mich – ein ganz anderes Bild. Zum einen hat Gauck das Buch von Sarrazin nicht gelesen, er distanziert sich auch ausdrücklich von seinen Inhalten, die er über die öffentliche Debatte mitbekommen hat, vor allem in Bezug der biologischen Kausalzusammenhänge. Gleichzeitig nennt er die Ansprache des Themas durch Sarrazin und den damit verbundenen Problemen und den Ängsten bei den Menschen mutig, mutiger jedenfalls als das Thema durch “Political Correctness” zu übertünchen. Auch wenn es sich um eine Provokation zweifelhafter Natur handelt, so sei eine Debatte entfacht worden, die unter streng politisch korrekter Verhaltensweise wohl so nicht zum Vorschein gekommen wäre. Das heißt aber nicht, dass man Sarrazin nicht kritisieren darf, ganz im Gegenteil, es fordert auf über das schwelende Thema zu debattieren. Mut also für den Tabubruch, nicht für seine inhaltlichen Thesen. Diese Meinung kann man nun tragen oder widersprechen, ich persönlich teile Gaucks Ansicht übrigens auch nicht, weil ich den Schritt von Sarrazin einfach nicht mutig finde und man die Thematik auch anders hätte formulieren können und müssen. Was aber meines Erachtens gar nicht geht ist die Stilisierung von Gauck als Sarrazin-Sympathisant oder gar Rassismusverharmloser. Übrigens hat eine Autorin der SZ FAZ bereits Mut bewiesen und ihr Meinungsbild dahingehend öffentlich geändert, nachdem sie erstmals – wie viele andere auch erst gestern oder heute – das vollständige Interview mit Gauck zu der Thematik gelesen hat.

Gauck bezeichnet Occupy-Bewegung als unsäglich albern
Hier bin ich noch auf der Suche nach der ursprünglichen Quelle: Der Aufzeichnung der ZEIT-Matinee Veranstaltung, auf der er das angeblich so gesagt hat. Es wird aber schon bei den Zweitquellen einiges durcheinander geworfen. Nicht die Occupy-Bewegung an sich bezeichnet er als albern, sondern die Forderung nach einer Abschaffung des kapitalistischen Systems und der Marktwirtschaft und zwar im Hinblick auf die Forderung nach Verstaatlichung der Banken. Er selbst hat erlebt, dass die Verstaatlichung der Banken in der DDR kein Garant dafür ist, dass plötzlich alles prima läuft. Aber wie gesagt, ich würde da sehr gerne erst die Urquelle anschauen, bevor ich da eine abschließende Meinung zu bilden kann. Und selbst wenn er die Occupy-Bewegung als naiv mit wenig Zukunft bezeichnet hat, so frage ich mich ernsthaft ob das gleich ein Gedankenverbrechen ist? Es ist ein Beitrag zu einer Debatte, die ich wichtig und wertvoll finde, auch wenn man sie so nicht teilen mag. Ich finde das wesentlich hilfreicher als Politiker, die das in der Kritik stehende System maßgeblich mitgetragen haben und nun die Occupy-Bewegung nach außen hin aus parteitaktischen Gründen bejubeln. Man ist sicher kein Unmensch, nur weil man diese Protestbewegung und die Diskussion über Abschaffung des Kapitalismus als “naiv” empfindet. Sicherlich sind für einen offenen Dialog diese Aussagen (wenn sie denn in diesem Kontext so stimmig sind) wenig hilfreich, aber noch lange kein Grund Gauck als Anti-Protest Hardliner zu installieren.

Update: Hier ein Statement von Gauck bei 3Sat zu Occupy und Protest via Slinfo. Auch die Meinung Gaucks muss man nicht teilen, aber es klingt meines Erachtens schon ganz anders als ihm da zuvor in den Mund gelegt wurde.

Gauck bezeichnet Hartz4-Proteste als “töricht und geschichtsvergessen”
Auch das stimmt so einfach nicht wenn man sich allein nur die Zitatfetzen anschaut. Gauck empörte sich über die Benennung der Hartz4-Demos mit dem bekannten Begriff “Montagsdemonstration”. Für ihn stehen diese Demonstrationen verständlicherweise in einem ganz anderen geschichtlichen Kontext. Er bezeichnete ganz bestimmt nicht den Hartz4-Protest an sich als töricht, sondern den Versuch den parteipolitisch motivierten Protesten die Marke “Montagsdemonstrationen” überzustülpen. Oder wie es rp-online formuliert hat:

Der frühere Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Joachim Gauck, nannte es “töricht und geschichtsvergessen, wenn der Protest gegen Sozialreformen unter dem Titel Montagsdemonstration
stattfindet”.

Auch dieser Meinung muss man natürlich nicht zustimmen. Gauck aber deshalb soziale Kälte vorzuwerfen und ihn als Gegner von Hartz4-Empfängern und deren Recht auf Protest darzustellen ist einfach nur desinformativer Unsinn.

Ich werde auch weiterhin das Thema verfolgen, weil ich mich ganz einfach so dermaßen ärgere, wie achtlos man gerade in dieser Beziehung mit Informationen und Urteilen umgeht. Gerade diejenigen, die sich als große Kritiker der Bildzeitung bezeichnen, fallen auf die Mechanik des Boulevards herein. Nein, es geht ganz sicher nicht darum Gauck als neuen Heilsbringer zu stilisieren, bei dem nun jedwede Kritik tabu ist. Im Gegenteil, ich empfinde Joachim Gauck als einen der wenigen Intellektuellen in diesem Land, an dem man sich ruhig reiben kann und soll. Nur sollte das eben mit ein bisschen mehr Gehirnschmalz und Verstand geschehen. Sonst haben wir am Ende tatsächlich nur einen glitzernden Grüßonkel als Präsidenten verdient.

Ergänzender Artikel:
Da es mir eher darum ging den Medienmachern und Mediennutzern den Spiegel vorzuhalten, als Gauck in seinen Ansichten zu verteidigen, hier der Versuch das Thema noch mal auf die Ebene einer allgemeinen Medienreflektion zu heben.

Ergänzender Podcast:
Gemeinsam mit Dr. Nils Köbel beleuchten wir im Soziopod in 60 Minuten das Thema Gauck aus den unterschiedlichen Perspektiven und reflektieren noch mal die mediale Kaskade in diesem Zusammenhang.

Updates und ergänzende Links:
Die Süddeutsche greift die Thematik der Verkürzung und Zweckentfremdung auf und formuliert es noch besser als ich es kann.

Auch Cicero schreibt ausführlich über die Stilisierung von Gauck zum Antidemokrat.

Sprachlog: Der böse Gauck und das Netz

Sascha Lobo in seiner Spon Kolumne: Gauck und die Stille Post im Netz

359 comments Write a comment

  1. Pingback: Herr Gauck: Wir müssen reden

  2. Bei dem Sarrazinteil stimme ich zu, was aber auch keiner ohne komplette Quelle wissen konnte. Bei den anderen Dingen eher nicht (Occupy teilweise). Vor allem, bei dem Hartz IV Teil. Da hast Du nämlich die wirklich interessanten Sachen weg gelassen. Dazu zählen ich z. B. Sätze wie diesen

    „Als Gerhard Schröder einst die Frage aufwarf, wie viel Fürsorge sich das Land noch leisten kann, da ist er ein Risiko eingegangen. Solche Versuche mit Mut brauchen wir heute wieder.“

    Mit diesen missverständlichen Aussagen wird er das Land nur weiter spalten. Und da er offensichtlich ein Problem damit hat, verständliche Aussagen zu treffen, sollte er sich eine andere Aufgabe suchen.

  3. sehr schöner Artikel….jedoch hat der OttoNormalbürger nicht den Raum und die Zeit sich solchen Recherchen hinzugeben und wenn eine Person “mehrfach” falsch in den Medien verkauft wird, ist das Nicht-Handeln um eine Korrektur wohl auch ein Zustimmen das man vom OttoNormalBürger so gesehen werden will……oder es einem eben “wurscht” ist.
     

  4. Patrick Breitenbach

    So weit bin ich leider noch nicht, vielleicht hätte ich mir das vorerst sparen sollen, aber auch hier würde ich zunächst den gesamten Kontext gerne erfassen. Ich vermute Gauck spricht hier von dem Versuch mehr Eigenverantwortung in den Staat hineinzutragen und von dem Mut mal etwas in der Politik auszuprobieren. ich glaube nicht dass er sich abfällig über Hartz4 Empfänger geäußert hat. Und es dürfte ja wohl erlaubt sein über das Thema in dieser Form zu debattieren. Den Verdacht auf Spaltung erkenne ich auch bei dem zusammenhangslosen Zitat ehrlich gesagt nicht. Und ich glaube eine eindeutige Aussage spaltet oftmals wesentlich stärker als eine ausgewogene Formulierung. ich habe den Bundespräsident jedenfalls immer als diplomatischen Brückenbauer verstanden. Wer mehr erwartet sollte sich wieder auf die Alltagspolitik in den Fraktionen konzentrieren. Das Amt ist für mich ein Amt des Diskurses, nicht ein Amt der Gesetzgebung.

  5. Patrick Breitenbach

    Ja leider und ich muss sagen, dass ich an der Stelle von den Medien enttäuscht bin. Das was ich eingangs beschreibe: Tausend Publikationen schreiben von einer mangelhaft recherchierten Quelle ab. Das geht nicht. Da muss der Journalismus einfach seine Rolle wahrnehmen. Ich hab ja auch selbst nicht immer Zeit für sowas. ;-)

    Wenn natürlich alle das gleiche schreiben kann ich mir als Leser natürlich schlecht ein ausgewogenes Bild machen. Daher die Bubble.

  6. Danke für diesen sehr informativen Artikel. Ich war auch sehr erstaunt über das Gauck-Bashing, dass da teilweise über meine Twitter-Timeline lief, weil den Mann gant anders eingeschätzt hatte. Aber nach deiner Analyse wird es klar, was da gelaufen ist.

  7. Wer nichts oder nicht genug zu kritisieren findet, gerät eben zu schnell in den Verdacht, ein gutgläubiger Trottel zu sein. Also wird eben aus jeder Mücke ein Elefant gemacht bzw. “Wolf” geschrien, wenn irgendwo nur ein dunkles Haar herumliegt. Nicht nur bei Gauck.

    Mir geht das sonstwo vorbei. Sollen sie meckern. Ändern werden sie es eh nicht.

  8. Ich schätze das viel mehr so ein, dass Herr Gauck sehr gut in der Lage ist, politische Handlungen hinsichtlich ihres Risikos einzuschätzen. Und in der Tat: Sowohl Schröder als auch Sarrazin sind ganz erhebliche Risiken eingegangen. Mit dieser Feststellung nimmt Gauck jedoch keineswegs auch eine inhaltliche Bewertung vor. Er stellt lediglich fest, dass jemand einmal nicht den Weg des geringsten Widerstandes gegangen ist, also den, den sonst die überwältigende Mehrheit der opportunistischen Berufspolitiker gehen. Das als inhaltliche Zustimmung umzuinterpretieren, ist schlichtweg eine Realitätsverbiegung.

  9. Ich WILL die Stasi Akten von
    Kohl, Schäuble, Merkel und von allen Politniks sehen, die derzeit in der
    Regierung sind. Auch Gauck seine..er hätte diese frei geben können, hat
    er aber nicht gemacht, warum?

  10. Patrick Breitenbach

    Ähh. Die Birkler-Behörde hat die Freigabe der Kohlakte erfolgreich eingeklagt! http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,265965,00.html

  11. Danke für den Artikel! Der Bundespräsident ist mir herzlich egal, aber dieses unreflektierte Mobbing das da plötzlich losgetreten wurde finde ich unerträglich. Hoffe dank Deines Artikels kann ich das Thema jetzt wieder ignorieren…

  12. Und was ist mit dem Rest?
    Gauck steht wegen diesen Aussagen nicht allein in der Kritik. Zusammen mit seinem Verhalten und seinen Engagements gibt es eben ein Bild, dass er bis jetzt nicht in Zweifel gezogen hat. Siehe auch seine Verbindungen zur INSM, Atlantikbrücke, Springer und wem noch alles.

    Er ist eben ein neoliberaler Rechtsaußen, mit religösem Studienhintergrund.
    (Von mir aus auch wertkonservativer, christlicher Kandidat der bürgerlichen Mitte, das halte ich dann eben für einen Euphemismus.)

    Ich wünsche mir so jemanden nicht als Bundespräsident und bin froh, das auch andere der Meinung sind, dass sich ein solcher Kandidat nicht mit der bisherigen Politik der Piraten vereinbaren lässt.

  13. Patrick Breitenbach

    Es ist vollkommen okay sich an seiner Einstellungen und an seiner Meinung zu reiben. Es ist nicht okay ihn mit Fackeln zur Mühle zu treiben. Also ihn aufgrund seiner Biografie, seiner Meinung zur Unperson zu stilisieren.  Gerade da bin ich von den Piraten als Verfechter von demokratischem Diskurs und Transparenz schwer enttäuscht worden.

    Ja, man muss ihn nicht als Präsident tragen, nein, man muss ihn nicht als Monster skizzieren. 

  14. Ein Bundespräsident sollte über allen Parteien stehen und kein ev. Pastor oder Bischof oder Papst sein. Oder?

  15. Patrick Breitenbach

    Also quasi ein völlig neutraler Übermensch oder Cyborg sein? Hmm interessanter Gedanke. 

  16. Keiner stilisiert ihn als “Monster” oder “Unmensch”. Ich habe nichtmal diese Worte außerhalb deines blogs gelesen, aber vielleicht habe ich nur nicht genug Seiten gelesen…Aber er hat Einstellungen zu bestimmten Themen bzw. eine Meinung, über die man ruhig berichten kann. Nicht weil er irgend ein Pfarrer ist, oder mal gegen einen Staat gekämpft hat (wobei hier auch so einige Zweifel auftreten), sondern weil er 1.Mensch im Staate werden soll. Und das nicht durch eine Wahl, sondern durch eine teure einberufene Abnickveranstaltung die das Wort Wahl nichtmal verdient.
    Das er sich da als 2. Wahl recyclen lässt…gut, ist sein Ding.

  17. Endlich eine differenzierte Meinung!

    Tatsächlich halte ich Herrn Gauck – wie er selbst auch – für “linksliberal”. Die teils polemischen, boulevard-würdigen Meinungen, die man gerade im Internet vernimmt, zeichnen sich durch eins aus: sie sind alle aus dem Zusammenhang gerissen und sinnentstellt.

    Meiner Meinung nach kann man Herrn Gauck zwei negative Eigenschaften zurechnen: er spricht sehr langatmig – daher kommt auch wohl das derzeitige Problem – und er ist nicht unbedingt technik-affin. Beides Eigenschaften, die aber auch alle Bundespräsidenten vor ihm erfüllt haben.

    Bleibt ihm zu wünschen, dass er die besagte Langatmigkeit überwindet, damit Fehlinterpretationen möglichst gar nicht mehr vorkommen.

    Dass seine Pastorentätigkeit sonderlich viel Einfluss auf seine Amtsführung haben wird, möchte ich bezweifeln: der Mann ist evangelisch-lutherischer Pastor, Bürgerrechtler (Demokrat und Kapitalist), hat drei Kinder und lebt seit über 20 Jahren getrennt von seiner Frau, mit der er immernoch verheiratet ist, und seit über 10 Jahren in “wilder Ehe” mit einer Journalistin, die sein Kind sein könnte … Kurzum: der Mann steht für mich für mehr Bürgernähe, als Christian “Kermit” Wulff es jemals könnte.

    Und er hat einen gewaltigen Vorteil: er ist der erste “ostdeutsche” Bundespräsident. (Für mich kein wirkliches Pro-Argument, aber im Sinne der innerdeutschen Gleichberechtigung ein gutes Zeichen.)

    Und versteht mich nicht falsch: er wird sicher kein zweiter Richard v. Weizsäcker, aber er ist in dieser Situation mit Abstand der Beste Mann fürs Amt.

  18. “Gauck findet Occupy-Bewegung und Bankenkritik “unsäglich albern””
    Ein Gedankenverbrechen ist dies sicherlich nicht, aber eine Meinung, die halt konträr zu der Meinung vieler anderer Menschen stehen dürfte. Dies darf selbstverständlich kritisiert werden, da Politiker immer bezüglich deren politischen Ansichten beurteilt werden. Und als pot. Bundespräsident nimmt er eine repräsentative Aufgabe wahr und somit sind seine politischen Ansichten genrell von Bedeutung.

    “Gauck befürworte die Vorratsdatenspeicherung”
    Dies tut er auch, auch wenn er es reflektiert begründet. Man mag die Piratenposition, welche sich strikt gegen Vorratsdatenspeicherung wendet kindisch, naiv oder unreflektiert sehen, aber Gauck lehnt diese nicht ab, sondern macht nur zur Bedingung, dass der Staat sich besser erklärt (das berühmt berüchtigte “Kommunikationsproblem”, wenn die Menschen Vorhaben von Regierungen nicht folgen wollen).

    “Gauck bezeichnete Hartz4 Proteste als töricht und unangemessen, ist daher “Ein Theologe der Herzlosigkeit””

    Mit dieser Aussage stimme ich voll überein. Dass er Eigenverantwortung betont ist ja völlig in Ordnung und richtig. Aber Menschen lieber verelenden zu lassen als “kindliche” wohlfahrtsstaatliche Maßnahmen zu befürworten, weil diese Menschen “erschlaffen” lasse, empfinde ich als herzlos. Dies kann man ruhig wieder als kindlich, naiv und unreflektiert ansehen.

    “Gauck ist ein Sarrazin-Fan”

    Dies kann man ebenfalls so sehen. Denn erstens lehnt er Sarrazins biologistische Thesen nicht ab, sondern sieht diese nur “kritisch”.

    “sueddeutsche.de: Sarrazins Thesen von erblich weniger intelligenten Kindern bei bestimmten Gruppen.

    Gauck: Wenn er das so behauptet, dann würde ich das auch kritisieren.”

    Klare Distanzierung sieht anders aus. Zudem lobt er Sarrazins Art mit der gesellschaft “sein Spiel” zu machen.

    Gauck: Er ist mutig und er ist natürlich auch einer, der mit der Öffentlichkeit sein Spiel macht, aber das gehört dazu.

    Dieses “Spiel” kann ganz schnell böse enden, wenn man zur Minderheit gehört, auf deren Rücken dieses Spiel ausgetragen wird. Gerade ein Sigmar Gabriel sollte wissen, was Sarrazins Buch bedeutet.

    http://www.zeit.de/2010/38/SPD-Sigmar-Gabriel/seite-1

     

  19. Pingback: Gedanken zu Joachim Gauck » Katharina Schulze

  20. Nein.

    Aber ich brauche im Mutterland der Aufklärung ganz sicher keinen Pfaffen als Präsidenten.

  21. Mit seinen Statements hat er doch völlig recht. 
    Ich verstehe die ganze Aufregung nicht, da Gauck diese doch auch klar verargumentiert. Er springt u.a. eben nicht auf den ganzen Zug der Victimisierung aller “sozial” Schwachen auf und das ist auch sehr gut so.

  22. Wie kommen Sie darauf, dass man, wenn man Gauck die “falsche” Meinung zu Occupy/Hart4/VDS/Sarrazzin unterstellt, den Kontext ignoriert?
    Warum sollen die Leute seine Äußerungen nicht in GENAU dem Kontext, den sie versuchen zu dokumentieren, für nicht präsidiabel halten?
    Kennen sie den Kontext, in dem die Gauck Kritiker ihre Gauck-Ablehnung gefestigt haben?

    Sorry, aber das klingt für mich nach Fleißhausaufgabe. Schön, wie sie das alles zusammengetragen haben um zu beweisen, wie dumm der Web20-Pöbel ist, weil er nicht alle Quellen in ganzer Länger anführt.

    Man kann sich Demagogie als differenzierte Betrachtungsweise schön reden, so wie es die Konservative/Rechte bei Sarrazzin getan hat. Oder es eben kritisieren.

    „Natürlich bin ich nicht für XZY, aber man muss die Befürworter auch verstehen. Und wenn Szenario 1,2 oder 3 eintritt, dann wird die begründete Durchsetzung von XYZ auch nicht zum Untergang des Abendlandes führen.“

    Das ist der Kontext, in dem Leute sich für XYZ ausprechen, ohne sich jemals für XYZ ausgesprochen zu haben. Da gibt es immer Ausnahmen der Regel und im Zweifel für den Angeklagten, der wirklich nicht merkt, wie er sich um Kopf und Kragen redet. Gauck weiß aber genau wovon er redet. Das wüssten sie auch, wenn sie sich länger mit ihm als nur jetzt aus gegebenem Anlass damit beschäftigen würden, um ihre hippe These der Filterbubble darzulegen.

    Wie sie bereits in den Kommentaren anfangen, den Artikel als Schutz Gaucks vor der Darstellung als „Monster“ zu rechtfertigen (was keiner tut, nichtmal mit Wulff) lässt meine Augen Rollbewegungen ausführen.

    Ansonsten gebe ich ihnen prinzipiell Recht. Nachrichten verknappen, Überschriften sind zugespitzt und Menschen nehmen sich oft nicht genug Zeit alle Hintergründe zu erfahren.

    Der Artikel verfehlt sein Thema aber leider, weil Gauck das falsche Beispiel für  Filterbubble ist. Und auch der Verdacht, dass der Autor hier ein besseres Beispiel hätte finden können, wenn er nicht der Aufmerksamkeit halber, aufs trending topic aufgesprungen wäre, verfängt.

  23. Man kann ja auch nicht vom Internet erwarten, dass nur einzelne hervoragend recherchierte und reflektierte Beiträge erscheinen: Es hängt nun mal vom Konsumenten ab, wie er Informationen aufnimmt. Ich gehe mal stark davon aus, dass du BILD-Schlagzeilen auch nicht umgehend als die Ultimative Wahrheit hin nimmst, sondern ein natürliches Springer-Misstrauen mitbringst. Und das gilt nun mal auch für die Beiträge der Mitglieder der “Netzgemeinde” (Wie ich diese Wort hasse).

  24. Pingback: Die Scheinargumente der Gauck-Gegner | Torstens Blog

  25. Das SZ-Interview ist nicht die Originalquelle der “Mut”-Aussage zu Sarrazin. Sondern das ist ein Gespräch im Tagesspiegel, das wohl online nicht verfügbar ist, aber hier vom Tagesspiegel selbst als Meldung weitergegeben wird. In dem oben verlinkten Tagesspiegel-Artikel steht das auch eindeutig (“… sagte Gauck zum Jahreswechsel in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel”), wer lesen kann, ist da klar im Vorteil.

  26. Genau er sollte einfach gar keine Meinung haben, denn nur dann steht er über allen Parteien!

  27. danke für den Hintergrund, ändert nichts an meiner Sichtweise, dass mir ein Wulff mit seinen Thesen zum gemeinschaftlichen Miteinander lieber ist, als ein Kandidat über den die NPD ““Das kleinere Übel: Gauck statt Türken-Wulf” zu berichten weiß. (2010, bei der letzten Präsidenten debatte) (zu finden via Google auf der NPD seite)
     

  28. Danke, ein sehr guter Artikel, bitte weiter recherchieren. Ich war auch sehr irritiert als meine Twitter Timeline plötzlich mit Anti-Gauck Tweets überquoll.
    Die Krönung fand ich diesen:
    L0r3tt4 N0 Tr0ll
    @eigensinn83

    Kriegen wir es hin, #NoGauck trenden zu lassen, (obwohl #Montag ist)? #Piraten+ #Linke+ #notmypresident #shitstorm #Jauch-e-#Propaganda

    Shitstorm ist da wirklich das beste Wort. Die Art wie hier von Linker und Piraten auf Gauck losgegangen wird ist armselig und niveaulos.
    Hat mich übrigens sehr klar von meiner Überlegung Piraten zu wählen abgebracht.

  29.  Lustige Anagramme auf “Joachim Gauck”:
    Ich juck Oma AG
    Coca Jim Gaukh
    o ja ich guck ma
    ja ich MC Gau ok
    ja ich guck Oma

    ja hi guck Coma
    oh ja Gucci kam
    ach juck Amigo
    magic Koch jau
    Gucki Macho ja

    magic Jauch ok
    ja Kuh Comic AG
    Gaucho Mick ja
    Joga kaum chic

    Quelle: http://www.facebook.com/lustige.anagramme

  30. Sehr guter Beitrag! Dem dummdreiste ausschneiden von Zitat- Fetzen aus dem Kontext mit dem Ziel, “sensationelle” Schlagzeilen zu produzieren muss entschieden entgegengetreten werden.
    Ich finde es gerade bei Gauck wichtig, der ja stets ausgesprochen tief-schichtig und vielseitig formuliert, die Zusammenhänge seiner Argumentation klar zustellen. Auch ich suche schon sehr lang – bisher leider vergeblich – nach dem Textzusammenhang seiner Aussagen im Zeit- Forum zur occupy- Bewegung. Wer kann helfen?

  31. Das ist (vielleicht) die Quelle, aus der alle abgeschrieben haben. Hier sind jedenfalls seine Aussagen zu occupy auch nur zusammenhanglos zurechtgeschnipselt. 

  32. Schöner Beitrag! Aber: Der Tagesspiegel-Artikel verweist auf ein Interview im Tagesspiegel (Sonntagsbeilage) und nicht auf die SZ.

  33. Großartig!!! Diese kreuzdumme Nachplapperei von zusammenhanglosen Tweets, dieser ganze Anonymus-Populismus geht einem schon gehörig auf die Nerven. Es ist unerträglich, dass ständig mit dem Hinweis auf Demokratie dem jeweils anderen der Zugang zum demokratischen Diskurs verweigert wird.

  34. Ändert nichts an der Tatsache, dass Gauch selbst STASI-Spitzel war und später politische Gegner denunziert hat, um ihr Leben zu zerstören. http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/62456/dr-hc-joachim-gauck-ein-saubermann-mit-dreck-am-stecken/ 
    Wenn Sie so einen Bundespräsidenten wollen, dann sind sie auch nicht besser als die die damals Hitler gewählt haben, weil er ihnen Arbeit versprach.

  35. Wo ist Gauck denn ein “Intellektueller”? Schwurbeln allein macht einen nicht dazu, man sollte schon auch interessante Ideen zu bieten haben. Gauck dagegen hängt sein Fähnchen nach dem Wind und leckt die Hand die ihn füttert. Seine Ansichten kann ich mir jeden Tag in Form der Bildzeitung kaufen, ich brauche das nicht auch noch als Weihnachtsansprache.

  36. Vielleicht erstmal die eigenen Recherchen abschließen, bevor man anderen Netizens kontextloses Verhalten vorwirft? Nur mal ein Beispiel: Die Aussage in der Süddeutschen zu Sarrazin sagt immer noch aus, dass Gauck Sarrazin “Mut” ausspricht. Jetzt mal ein paar ANDERE Quellen als das Süddeutsche Interview dazunehmen, 1. 
    http://www.faz.net/themenarchiv/2.1267/gaucks-grundsatzrede-die-gedanken-sind-frei-1994165.html , vorletzter Absatz: Es gebe Viertel mit „allzu vielen Zugewanderten und allzu wenigen Altdeutschen“
    2. “Bei der Versorgung wollen selbst diejenigen integriert sein, die unsere Kultur ablehnen, sie sogar bekämpfen und denunzieren” http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,720914,00.html

    Ruhig die ganzen Artikel lesen, das macht es nicht besser.

    Was die Vorratsdatenspeicherung angeht: Als die im Netz einigermaßen geachtete Leutheusser-Schnarrenberger mit Quick-Freeze kam, gab es auch schon einen Shitstorm. Der einzige Kompromiss zur Vorratsdatenspeicherung ist KEINE Vorratsdatenspeicherung. Der Shitstorm wäre zehnmal so hoch, wenn Gauck tatsächlich wortwörtlich gesagt hätte, dass er für eine VDS ist.

    Kurzum: Man muss den Gauck deswegen nicht dämonisieren, nein, aber er ist ganz deutlich mit ganz vielen Positionen eher dem konservativen Flügel der CDU zuzuordnen. Man muss sich der Kritik ja nicht anschließen, wenn man die Positionen gut findet. Das macht die Leute, die diese Positionen Scheiße finden, aber nicht zu unreflektierten Filterbubble-Idioten. Dann lieber ein Agree to Disagree.

  37. „Er stellt lediglich fest, dass jemand einmal nicht den Weg des geringsten Widerstandes gegangen ist”

    Ja, aber das ist das Problem. Entweder er ist sich nicht bewusst, was er da von sich gibt oder es ist ihm schlicht egal. Deutschland braucht aber einen besonnen(eren) BP, der sich auch ausdrücken kann. Das seh ich bei Gauck nicht.

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  39. Pingback: Umstrittene Äußerungen über Occupy und Sarrazin – Was Gauck wirklich gesagt hat ››sueddeutsche.de « SunnyRomy

  40. Ein Spion der aus der Kälte kam neben einer Kanzlerin die dem NDR die Ausstrahlung über ihre Vergangenheit als IM-Erika verboten hat, zudem noch alle Bilder über ihre Tätigkeiten auf dem Havemann Grundstück verschwinden lassen hat?, google sagt Deutschland ist Bronze Medaillen Träger wenn es um Zensur geht, hinter Brasilien und China, wo steuert dieses Land denn jetzt hin? Wenn Herr Gauck wie in einem Beitrag der “Welt” behauptet, das der Bürger sich nur über Arbeit verwirklichen kann, hat er jetzt die Möglichkeit als Bundespräsident mich vom Gegenteil zu überzeugen, mich und viele andere auch!! Aber ich befürchte zu Recht schlimmeres, auch im Hinblick der Sympathie von Herrn Gauck für die unsoziale Agenda 2010 mit all ihren Auswüchsen! Wenn Recherche, dann richtig! Hier die nötige Unterlagen!

    http://wikileaks.org/wiki/Stasi-in-bstu.pdf?action=edit

  41. Patrick Breitenbach

    Ich würde lieber die ganze Rede hören/lesen als den ganzen Artikel, der wie ein Kommentar geschrieben ist.

  42. Patrick Breitenbach

    solange er nicht die Ideen präsentiert, die einem persönlich nicht schmecken … Verstehe schon.

  43. Patrick Breitenbach

    Der verlinkte Kommentar ist kein unabhängiger Zeitungsartikel, sondern der persönliche Kommentar eines DKP Mitglieds. Und auf “Godwins Law” musste ich lange warten.

  44. Danke Danke Danke für deine Mühe! Ich habe mir genau das gleiche gedacht. Einigen muss man wirklich noch die Augen öffnen damit sie nicht mit Scheuklappen gucken. Danke für deinen Beitrag dazu!

  45. Patrick Breitenbach

    Das hatte ich tatsächlich übersehen. Ich versuche mal mir den Artikel zu besorgen.

  46. Lieber Patrick, die Filterbubble habe ich anders verstanden. Daher kann ich auch die verlinkte Kritik nicht ganz nachvollziehen. Es geht Eli im Kern darum, dass das zentrale Angebote im Netz (zB Facebook, Google) Informationen ausblenden, ohne dass dieses den Nutzerinnen und Nutzern tatsächlich bewusst ist. Insbesondere bei Facebook halte ich das für sehr plausibel, da der Aufschrei “Wie, Facebook zeigt mir gar nicht aller meiner Freundinnen Statusse?” immer wieder mal in Wellen durch Facebook schwappt. Als Folge passiert dann das, was Cass Sunstein beschrieben hat: Menschen lesen nur das, was ihre eigene Meinung verstärkt, uns es kommt zu einer Polarisierung der politischen Meinungen. Der verlinkte Kritiker spricht von Medienkompetenz, verkennt aber, dass die Folgen des Filterns nicht nur die betreffen, die in Ignoranz Facebook und Google als ein Abbild der Welt um sie herum wahrnehmen, sondern die Gesellschaft als Ganzes.

    Das was Du beschreibst (vielen Dank dafür) ist eher das Problem der Verkürzung. Dabei ist es aber nicht so, dass die Langversion und die Gegenposition technisch für die Gegner von Gauck ausgeblendet wurde (Filter Bubble), sondern dass sich keiner der BloggerInnen / JournalistInnen die Mühe macht, die Berichterstattung über Gauck’s Meinungen zu hinterfragen.

  47. Der Autor des Artikels in der Gießener Zeitung Michael Beltz ist DKP Bezirksvorsitzender. Ob die Anschuldigungen der Wahrheit entsprechen lässt sich wohl nur schwer überprüfen. Ich habe da so meine Zweifel. Es ist aber sehr bezeichnend, dass Du, Blinky Palermo, dass so einfach als Wahrheit ansiehst. Ganz offensichtlich hinterfragst du den Artikel nicht, machst Dir keine Gedanken darüber ob die Vorwürfe stimmen oder nicht. Es ist genau diese unreflektierte Wiedergabe, die Patrick Breitenbach zu Recht kritisiert.

  48. Das ist das Problem. Es wird irgendeine Statistik aus dem Netz genommen um dann behaupten zu können, dass es in Deutschland besonders viel Zensur gäbe. Aus dieser Statistik wird doch überhaupt nicht deutlich was da im einzelnen gemeint ist. Warum ist das was gelöscht worden? Könnten die Löschungen vielleicht im Zusammenhang mit verbotenen rechtsextremistischen Vereinigungen stehen? Wir wissen es nicht. Die Statistik wird einfach unreflektiert übernommen um einen vermeintlichen Missstand anzuprangern. Es ist genau diese oberflächliche Herangehensweise an Themen, die Gegenstand dieses Threads ist. Das zeigt nur wie wichtig dieser Thread ist.

  49. Meinst du nicht, dass etwas mehr Substanz deiner Antwort gut getan hätte?

    Ein Kirchenmann im obersten Amt des Staates würden sich wohl die wenigsten europäischen Länder leisten, ohne dass alle aufschreien würden.

  50. Vielen Dank für die Arbeit. Gerade die Herangehensweise von Gauck an die Vorratsdatenspeicherung finde ich lobenswert. Wie an alle Themenkomplexe sollte man immer alle Seiten beleuchten. Genau die Vor- und Nachteile benennen. Verkürzt: Was bringt die VDS? Vermutlich ein Stück mehr Sicherheit, vielleicht kann damit alle fünf Jahre ein Anschlag verhindert werden. Was kostet uns diese VDS? Die Freiheit wird ein Stück eingeschränkt. Überwiegt der Nutzen die Kosten? Das muss jeder selbst entscheiden. Jeder hat halt völlig unterschiedliche Nutzenpräferenzen. Ich persönlich komme für mich zu dem Ergebnis, dass der Verlust an Freiheit deutlich schwerer wiegt als der vermeintliche Sicherheitsgewinn. Es ist aber wichtig, dass man akzeptiert, dass andere Menschen andere Präferenzen haben und zu einem anderen Ergebnis kommen. Wichtig ist, dass man das Thema von mehreren Seiten beleuchtet und genau das macht Herr Gauck. Sollte Herr Gauck die VDS befürworten, so finde ich das schade, aber ich akzeptiere seine Meinung. Wichtig ist mir, dass er sich Gedanken zu der Problematik gemacht hat und Vor- und Nachteile abgewogen hat.

    Ich teile die Ansichten von Sarrazin in keinster Weise. Aber auch ich finde es mutig mit diesen Thesen an die Öffentlichkeit zu treten. Ich fände es auch mutig eine Bank zu überfallen oder als Geisterfahrer auf der Autobahn unterwegs zu sein. Ich finde es nicht schlimm so etwas als mutig zu bezeichnen. Mutig muss ja nicht immer positiv sein. Eine Mutprobe ist ja auch nur in den seltensten Fällen was sinnvolles. Ich zolle weder Herrn Sarrazin, noch dem Bankräuber oder dem Geisterfahrer respekt.

  51.  Gauck hat leider keine saubere Weste was die Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen betrifft. Auf der Webseite http://www.psychiatrie-und-ethik.de/wpgepde/aktuelles-und-grundsatzliches/ kann man heute folgendes über Gauck lesen:

    “Wer ehemalige Stasi-Mit­arbeiter, auch
    haupt­amtliche, in seine der Aufarbeitung von Stasi-Verbrechen gewidmete
    Be­hörde be­rief, wer eine ganze Kate­gorie von
    Menschenrechtsverletzungen wie den Psychia­triemiß­brauch  eher abdecken
    ließ, taugt zum Versöhner nicht.  Gauck war nach den offiziellen
    Kriterien des StUG kein „Betroffener“, sondern ein „Begünstig­ter“ der Stasi auch, wenn ihm Merkel jetzt be­schei­nigt, „ein wahrer Demokratielehrer geworden“ zu sein (20.2.2012).”In dieser Gesellschaft für Ethik in der Psychiatrie (GEP e.V.) sind zahlreiche Stasi-Geschädigte zu finden, die sich durch Gauck verraten fühlen, da Gauck insbesondere auch den Psychiatrie-Missbrauch in der DDR “verschleiert” hat.

  52. Patrick Breitenbach

    Richtig, Eli beschreibt die maschinellen Filter. Meine These war, dass die “Bubble” auch ganz gut ohne Algorithmus schon vor dem Internet funktioniert hat und es auch heute noch tut. Der Filter im Kopf des Einzelnen. Also eher ein bildlicher Vergleich als ein direkter. Sorry wenn es zu Verwirrung führte.

  53.  Oh Mann, hat Gauck so viel Verteidigung nötig?

    Da sind aber plötzlich zahlreiche Helfer die dem Gacuk vom rechten Rand
    trotz Occupy, Sarrazin, Maschmaier, Ehebruch (vom katholischen
    Ehebrecher zum evangelischen Ehebrecher Gauck: welch moralischer
    Fortschritt!) usw. Der Mann scheint es ja mächtig nötig zu haben. Da
    sieht man in den Verteidigungsreden selbst über die Merkelschen Lügen
    hinweg: Wri wollen einen gemeinsamen Kandidaten, was so viel heisst wie,
    dass der rechte Rand unter sich bleibt und die LINKE aussperrt. Süß
    finde ich auch die Überschrift: Gauck wird Präsident. Schwupp, wird die
    Budnesversammlung als überflüssig verhöhnt. Die Wahl Merkels mit ihren
    rechten Genossen und den Parteileichen reciht. Da werden demokratische
    Institutionen wie die Bundesversammlung oder gar der Bürger, der sich im
    Netz äussert, völlig überflüssig und man kann ihn verhöhnen und
    verspotten. Oh what a brave new world! Ein fünftklassiger Kandidat, der
    es im ersten Wurf nicht geschafft hat und zynisch von Merkel recycelt
    wird.

  54. danke jan, danke rainer, eure kommentare waren balsam für meine seele, vor allem das die linke wie jan sagte ausgesperrt wird, putscht mich zur zeit dermaßen hoch…

  55. Pingback: Gauck also « … Kaffee bei mir?

  56. Jetzt seien wir doch mal froh, dass wir einen Präsidenten bekommen, über dessen Position sich tatsächlich eine Diskussion lohnt! Das kann man weder von Merkel, noch von Wulff behaupten. Und ein paar klare Worte zur aktuellen Regierung dürfen wir von ihm wohl auch erwarten.

  57.  Das war jetzt mal nötig, so einen Artikel zu verfassen!
    Danke für die interessanten Informationen!

  58. Hervorragend geschrieben Patrick! Ja, es kommt stets auf den Kontext an. Um dies aufzudecken bzw. in die Öffentlichkeit zu bringen braucht es oft großen Mut von Einzelnen. Denn was einmal geschrieben steht wird sehr oft als Fakt verstanden, ohne es weiter zu reflektieren oder zu hinterfragen. 

    Was in Produktionsumgebungen wie dem Automobilbau inzwischen gang und gebe ist, nämlich Dinge zu hinterfragen, wenn nicht direkt versteht, warum sie so laufen, sollte auch in Medienlandschaft, Politik, Familie und Bürgerschaft breites Echo finden. Manche nennen es Lean Thinking, andere Theorie U, doch eigentlich ist es lediglich das innere Bedürfnis, den Dingen auf den Grund zu gehen.

    Danke für Deinen ausführlichen und augenöffnenden Artikel. Möge er vielfach im Netz, bald gedruckt und in breiten Kreisen von Jung bis Alt, von Arm bis Reich, vom Werker bis zum Vorstand, in Wirtschaft, Politik, Bildung und Gesellschaft gelesen, reflektiert, kommentiert und mit anderen Filterbubble-Mustern in Verbindung gebracht werden.

    Denn nichts im Leben ist so immanent wie Muster, nur haben wir es heute oft verlernt, diese zu erkennen und uns nach deren Ursachen zu fragen.

  59. Na, kleiner Schwachkopp, niemals lesen gelernt?

    Hier wird niemand verteidigt, sondern es werden Falschmeldungen überprüft.
    Und der von dir vermutete “rechte Rand” befindet sich eher auf links-grüner Position. Die LINKE(n Schweine) hingegen gehören nicht zum demokratischen Spektrum.

    Mir wäre Gauck allerdings auch wesentlich sympathischer, wenn er Sarrazins Thesen vollumfänglich befürworten würde. Aber niemand ist perfekt.
    Aber das weißt du ja selbst am besten…

  60. Danke. Ich wünschte mir diese Gründlichkeit, diese im wahrsten Sinn des Wortes kritische Auseinandersetzung öfter. Großes Kompliment.

  61. Ich sehe die Medien und die Arbeit der Journalisten sehr kritisch. So hat die Bevölkerung heute mehr Angst vor Mord und Totschlag, vor sexuellem Missbrauch ihrer Kinder usw. als früher und das obwohl diese Gewaltverbrechen heute deutlich seltener sind als noch vor z.B. 20 Jahren. Die Menschen haben heute mehr Angst weil die Berichterstattung suggeriert, dass die Gewalt ständig zunehmen würde. Dem ist aber nicht so. Wenn aber auf zehn Sendern von morgens bis abends über ein und dasselbe Gewaltverbrechen berichtet wird, dann hinterlässt das natürlich seine Spuren beim Zuschauer. Genauso verhält es sich bei der Gewalt auf dem Schulhof, die geht erfreulicher weise stetig zurück. Die Mehrheit der Bevölkerung glaubt aber das genaue Gegenteil.

    Viele Themenbereiche sind unglaublich komplex. Es ist in kurzen Zeitungsartikeln oder in fünf minütigen Sendungen aber leider nicht möglich die Themen von mehreren Seiten zu beleuchten. In unserer schnelllebigen Zeit, scheint für ausführliche Berichterstattung kaum noch Platz zu sein. Oftmals scheinen nur noch die Schlagzeilen zur Kenntnis genommen zu werden.

    Viele Themenkomplexe sind unglaublich kompliziert. So reicht selbst ein Wiwi Studium oft nicht aus um die Vielschichtigkeit der Problematik um die Eurokrise begreifen zu können. Wenn ein Journalist zu solchen Themen schreibt, so kommt dabei meistens nur Mist bei raus. Es ist unglaublich was für einen hahnebüchenden Unsinn man da teilweise lesen muss. Wenn man dann noch liest was gefühlte 90% der Onlineleser in Kommentaren dazu schreiben, dann wird einem nur noch schlecht. “Der Euro ist scheiße, hab ich doch schon immer gewusst, sofort raus aus dem Euro. Die Politiker und Professoren haben alle keine Ahnung, die hätten mal auf mich hören sollen”.

    Ein gutes Beispiel dafür ist auch die Berichterstattung über den angeblichen “Rechenfehler” bei der HRE. Auch hierzu schrieben die Medien meist völligen Unsinn. Entweder weil die Journalisten die komplizierten Zusammenhänge selbst nicht verstanden haben bzw. diese dem Leser kaum zu vermitteln sind. Beim Leser bleibt letztlich nur hängen, dass die Banker und Wirtschaftsprüfer nicht rechnen können und einfach nur Nieten sind.  

    Man sollte die Berichterstattung stets kritisch hinterfragen, versuchen sich Grundlagen- und Hintergrundwissen anzueignen. Möglichst viele verschiedene Quellen lesen, dann versuchen diese mit hoffentlich vorhandenem Grundlagenwissen zu werten und daraus sich dann eine Meinung zu bilden.

  62. Mindestens Heinemann, v. Weizsäcker und Rau hatten einen deutlichen theologischen Hintergrund. Und mindestens Heinemann und v. Weizsäcker werden allgemein als die respektiertesten Bundespräsidenten (vllt. neben Heuss) angesehen und keiner von denen hat der Aufklärung den Todesstoß verpasst.
    Und so sonderlich gehaltvoll war deine Ausgangsfrage ja nun auch nicht, gell?

  63. Was kann man aus diesem Satz schlussfolgern? Dass Gauck der Meinung ist, dass es zuviele Zuwanderer gibt? Das kann ich daraus nicht erkennen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass in einem gemischten Viertel der Austausch von Erfahrungen und der Abbau von Vorurteilen besser funktioniert als in Vierteln in denen fast nur Zugewanderte bzw. fast nur Altdeutsche wohnen. Ist es wünschenswert, dass sowohl Zugewanderte als auch Altdeutsche nur unter sich leben? Wohl kaum. Ich wollte weder in dem einen noch in dem anderen Viertel leben.

  64. Pingback: Anonymous

  65. Gauck ist ein paranoider rechter Dummschwätzer und altbekannter Sozialistenfresser, der schon in jeder Kritik der wirtschaftlichen Verhältnisse Stalinismus wittert. Wo der Autor da einen “reflektierten Intellektuellen” zu erkennen glaubt ist mir schleierhaft.

  66. Ich finde diese Zitate sehr vage – Quellenbeschreibung und Recherche in allen Ehren. Die beste und ehrlichste Quelle ist Gaucks eigenes Buch. Lies und erkläre dann erneut, Gauck Gegner seien einfach nur desinformiert. 

  67. Herausragend differenzierter und dadurch aufklärender Artikel. Da die Medien nun von vollkommen typischen pauschalisierenden Darstellungen überflutet werden, handelt es sich bei dem vorliegenden Text um einen Lichtblick, ja einen Leuchtturm in der Debatte. Und selbst wenn Gauck mit Aussagen um sich werfen sollte, welchen man partout nicht zustimmen möchte, so wird er dies dennoch in elaborierter Weise tun, was der anschließenden Diskussion einen viel fruchtbareren Boden hinterlässt. Gaucks Aussagen verdienen es wahrlich, präzise betrachtet zu werden.

  68. Hört doch auf, euch den Gauck schön zu interpretieren. Manchmal muss man den Menschen auch abnehmen, was sie sagen. Vielleicht hilft euch aber auch Folgendes: Setzt Gaucks Sätze in den Kontext seiner Person.

  69.  Das kommt auf den Standpunkt an.
    Für einen Nazi reicht schon ein Zugewanderter im Haus.

    Auf den Punkt: Der Satz ist eine hohle Phrase. Optimal um Einfachgestrickte zu verführen. Ähnlich wie die Äußerungen Gaucks zur Oder Neisse Grenze.

  70. früher tratschten die Waschweiber am  Waschplatz im Dorf, heute kann man das in millionenfach verstärkter Auflage im Internet erleben
    – Wie gut, dass es immer wieder Artikel wie diesen gibt

  71. “Wir stellen uns nicht gerne die Frage, ob Solidarität und
    Fürsorglichkeit nicht auch dazu beitragen, uns erschlaffen zu lassen.” (J.Gauck) “Wer ausgerechnet der Wirtschaft die Freiheit nehmen will, wird mehr verlieren als gewinnen.” (J.Gauck)
    “Als Gerhard Schröder einst die Frage aufwarf, wie viel Fürsorge
    sich das Land noch leisten kann, da ist er ein Risiko eingegangen.
    Solche Versuche mit Mut
    brauchen wir heute wieder.” (J.Gauck)
    “Es gibt Viertel mit allzu vielen Zugewanderten und allzu wenigen Altdeutschen” (J.Gauck)http://tinyurl.com/6ops5oc

  72. Das ist doch das Problem dieser Zwitscherei oder facebook oder was auch immer, schnell ein paar Fragmente ohne Nachfragen “posten”, raus in die Welt… Waschweiber global…

  73. Patrick Breitenbach

    Ich sehe den Ursprung des Problems allerdings ganz woanders. Nämlich in den schlecht recherchierten und abgeschriebenen Texten der großen Presseorganen. Die sind das Futter für die Tweets.

  74. “Es gibt Viertel mit allzu vielen Zugewanderten und allzu wenigen Altdeutschen”  … und? Das sagen Migranten selbst in der Art … lesen sie mal die renommierte Studie der Bielefelder Soziologen um Heitmeyer und Co. “Bedrohte Stadtgesellschaft” mit Schwerpunkt Duisburg. *ACHTUNG ACHTUNG* Die reflexartige “Polical Correctness” hat sich so tief eingebrannt in des guten sozial-ökologischen Bürgerdünkels das die notwendige Reflektion eines Mediums eh nicht mehr nötig ist.

    Außerdem beweisen sie, dass sie den oberen Text weder richtig gelesen noch verstanden haben.

  75.  @ Heinzer

    Die Entmischung von “Ethnien” und Kulturen, durch ungewollte oder gewollte Ghettorisierung oder dergleichen, nennt man ehtnische Segregation. Man kann spekulieren ob es in allen Zeiten einer Gesellschaft gut ist, dass sich die verschiedenen kulturellen Gruppen z.t.hermetisch von einander trennen. Ich bezweifel, dass diese Entfremdung sich positiv auf einen Abbau von Vorurteilen und Aufbau von Gemeinsamkeit auswirkt und bitte ersparen sie mir dieses sozialromantische Chinatown Beispiel ;)    

  76. Patrick Breitenbach

    Nein. Ich kenne sie bereits. 
    Und weiter? Was schließt man daraus? Dass er eine andere Meinung hat als man selbst oder dass er Antidemokrat oder … (bitte von dir einsetzen) ist?

  77. Patrick Breitenbach

    Ja und? Das war das hier oder? http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-17269572.html

  78. Pingback: Gründe gegen Joachim Gauck - think-strange.de

  79. Die Relativierung der Aussagen ändert nichts daran, dass
    Gauck rechts-konservativ ist. Die Verstaatlichung von systemrelevanten Banken
    hat nicht viel mit Sozialismus zu tun. Ja, was Kapitalismus ist, kann jeder
    anders sehen. Es gibt zum Beispiel den rheinischen Kapitalismus und den angelsächsischen
    Kapitalismus. Auch im sogenannten Sozialismus beispielsweise in Polen gab es kleine
    private Unternehmen. Und manche Staaten in den USA koordinieren die Verteilung
    von staatlichen Leistungen durch private Unternehmen.

    Richtig wäre es meiner Meinung nach, wie Heiner Geissler,
    ganz entschieden das Hartz 4 System zu rügen, wie in der letzten Sendung bei
    Anne Will geschehen. Dafür muss man kann Linker sein, sondern die Menschenwürde
    ernst nehmen. Gauck betont jedoch eher das Liberale; vielleicht ist es ein
    Trauma aus der Zeit in der DDR.

    Polen-heute.blogspot.com

  80. Die Zitate mögen wohl nicht die ganze Komplexität
    widergeben, was generell bei Zitaten unerreichbar ist. Aber ich denke schon,
    dass sie zugespitzt die Gesinnung von Gauck zum Ausdruck bringen. Er ist eben
    nicht Heiner Geißler.

    Polen-heute.blogspot.com

  81. Patrick Breitenbach

    Damit ich jetzt nicht redundant auf jeden neuen Kommentar reagieren muss, der immer wieder Gaucks Aussagen hier und da thematisieren und sonstige Mutmaßungen und Theorien aus seiner Vergangenheit hochkochen. Mir geht und ging es hier lediglich darum die verkürzte Darstellung seiner oftmals differenziert formulierten Aussagen in den Medien aufzuzeigen. 

    Ich möchte weniger über Gauck als Person streiten, also ob er jetzt ein guter oder schlechter Präsident ist. Ich finde es hier wesentlich interessanter, wie die Medien und die medialen Ausläufer (neue Medien) unsere Realität formen und überformen. Ich finde die Mechanik interessant und gleichzeitig erschreckend wie wenig sorgfältig in den Medien kontextuell gearbeitet wird. 

    Das alles ist Konstruktivismus pur und daher für mich persönlich natürlich megaspannend. 

  82. Ich bin zwar nicht angesprochen, schreibe aber trotzdem mal was ich davon halte. Wenn ich den Link anklicke, dann kommt:

    Joachim Gauck: Transatlantischer Wunschkandidat der neoliberalen SPD.

    Nach zwei Sätzen vergeht mir schon die Lust diesen Mist durchzulesen und nach dem ersten Absatz ist mir speiübel. So einen niveaulosen Käse, gespickt mit Kampfbegriffen muss ich mir nun wirklich nicht antun. Das einzig positive daran ist, dass es mich in meiner Meinung bestärkt, dass Gauck ein guter Bundespräsident sein wird.

  83. Die Aussage „wenn es einen guten Grund für Vorratsdatenspeicherung gäbe, wäre sie OK“ ist eine sehr intellektuelle Art zu sagen, dass man Vorratsdatenspeicherung will, ohne sich eine Blöße zu geben. Er ignoriert dann einfach die Erfahrung, dass Begehrlichkeiten entstehen, sobald die Daten da sind.

    Den Namen Montagsdemonstration als geschichtsvergessen zu bezeichnen und gleichzeitig zu verlangen, dass DDR (Überwachung) und Nazis (Vernichtung und Weltkrieg) nebeneinander gestellt werden, bedeutet doch einfach nur, dass er Armen nicht das Mittel gönnen will, das er selbst nutzt.

    Und was du nicht vergessen solltest ist der Kontext der verkürzten Aussagen über Gauck: Sie werden getroffen, um zu zeigen, dass Gauck nicht als Bundespräsident geeignet ist.

    Wenn jemand zurücktritt, weil er der Bild gegenüber ungeschickt reagiert hat und Gefälligkeiten an Freunde gab, dann muss sein potenzieller Nachfolger damit rechnen, dass die Unterstützung der Veröffentlichung eines rassistischen und diskriminierenden Buches ein Grund ist, nicht gewählt zu werden. Und ja: Zu sagen, dass jemand mutig ist, der volksverhetzende Thesen salongfähig macht, ist eine Unterstützung dieser Thesen. Egal, wie viel danach außenrum geschwurbelt wird.

  84. Schön, dass die Zitate mal in den Kontext gerückt werden. Allerdings frage ich mich, wieviel sich bei längerem Studieren von Gaucks Reden ändert. Ich habe mir vor zwei Jahren mal seine einstündige Rede zur Freiheit (http://tinyurl.com/78sholj) angeschaut und war sehr schockiert, wie fixiert er auf Freiheit ist. Es ist nicht nur sein Thema, sondern auch sein Trauma. Eigentlich gehört er in die FDP, auf deren Veranstaltung er diese Rede ja auch hält. Gaucks Abwägen der Argumente scheint mir eher fadenscheinig, wie er in dieser Rede auch beweist: Man muss sich als “reif” für den Diskurs erweisen. “Reif” ist man für Gauck erst, wenn man keine romantischen Utopien mehr hat, wenn man den Status Quo als beste aller Welten anerkennt. Ich hab damals auch einen langen Artikel über den damaligen Hype um Gauck geschrieben: http://tinyurl.com/7a52y4v.

  85. Medien reduzieren, vereinfachen komplexe Zusammenhänge. Aber
    das Gehirn macht es auch. Deswegen, mit Verlaub, Konstruktivismus, radikaler
    oder sozialer, findet immer statt. Ob in der FAZ oder der BILD. Deswegen ist
    meiner Meinung nach die Aussage in Bezug auf den Konstruktivismus banal.

    polen-heute.blogspot.com

  86. Patrick Breitenbach

    Ich glaube nicht dass es für alle Menschen so banal ist. Schon gar nicht für Menschen, die davon noch gar nichts gehört haben. Aber die Meinung ist schon okay. Damit kann ich gut leben.

  87. Hast recht, Paddy!
    Hiermit entschuldige ich mich bei allen Schwachköppen und Schweinen für die unangemessenen Vergleiche.

  88. In DEN MEDIEN das ist zu allgemein. JournlistInnen mit einer guten Ausbildung haben gelernt differenziert zu recherchieren und zu argumentieren. Die jetzige Internet-Oeffentlichkeit hat die Tendenz zu pauschalen (Vor)Urteilen. In dieser Hinsicht ist diese Debatte wirklich spannend. Ist die neue Internet-Oeffentlichkeit faehig zu differenzieren? In dieser Hinsicht: Danke fuer den Hintergrundbericht!    

  89. Vielen Dank für die zusammengetragenen Informationen. Die Bemerkungen über das Bild-Zeitungsniveau der Twitterer hättest du dir allerdings sparen können. Den Diskussionsgegner diffamieren ist so ein alter, ekelerregener Hut. Wenn man was auf sich hält, sollte man doch bitte auf der Sachebene bleiben.
    Nach der Sichtung der neuen Informationen hat sich mein Eindruck auch nicht wesentlich geändert. Gauck formuliert vorsichtiger, diplomatischer als es in den kontextlosen Zitaten rüberkommt, aber seine Grundeinstellung wird schon deutlich. Ansonsten sollte man Wörter wie albern, kindisch, unreif ect grundsätzlich lassen. Das sind unsachliche Abwertungen Andersdenkender, kein guter Stil.

  90. Endlich mal ein Beitrag, der inhaltlich korrekt
    ist. Diese ganzen Stammtischparolen bei facebook, twitter und co sind ja nicht
    mehr zu ertragen.

  91. Ich schaue recht gerne in die Online Ausgabe der NZZ. Da habe ich gerade dieses 45 minütige Interview mit Gauck gesehen (Das kostbare Gut der Freiheit). http://www.nzz.ch/joachim_gauck_1.7937175.html?video=1.7937175
    Ich hatte mich bis heute nie wirklich mit Gauck beschäftigt, noch hatte ich mich über ihn informiert.

    Das Interview hat mich doch sehr überrascht, hätte nie gedacht, dass der so drauf ist. Ich frage mich wie kann es sein, dass SPD und Grüne Gauck zum Bundespräsidenten wollen? Gauck passt nun in keinster Weise zur SPD, ich kann da keine Überschneidungen erkennen. Ich würde Gauck mal als zu 70% FDP und zu 30% CDU bezeichnen. Überparteilich? Ne ganz sicher nicht.

    Ich selbst habe mit den meisten seiner im Interview geäußerten Ansichten keine Probleme. Das meiste sehe ich ganz genauso. Er ist äußerst wirtschaftsliberal, dagegen ist Horst Köhler ja fast schon Sozialist (leicht übertrieben :-)) Für mich wäre es eigentlich der ideale Präsident. Einiges ist mir aber auch sehr negativ aufgestoßen:

    1. Seine Äußerungen zu Zugewanderten wirkten auf mich schon ein wenig befremdlich. Seine Worte klingen ein klein wenig so, als ob da irgendwo ein kleines bisschen Fremdenfeindlichkeit verborgen liegt. Kann mich aber auch irren. 

    2. Was Hartz4ler angeht, so kann ich seine Einstellung verstehen, ich teile sie im Grunde auch, aber bei ihm kommt das sehr merkwürdig rüber. Ich bin mir sicher, dass er das richtige will und es gut meint, aber seine Worte kommen bei einem Hartz4ler vermutlich recht arrogant und oberlehrerhaft rüber.

    3. Herr Gauck kommt in diesem Interview wirklich sehr selbstverliebt rüber, wie jemand der meint nur seine Sicht der Dinge ist die richtige. Ich bin mir sicher das wirkt auf Leute die andere Ansichten haben, sehr arrogant. Sein Abwägen wirkt irgendwie aufgesetzt.

    Ich kann nach dem ich dieses Interview gesehen habe, schon verstehen warum soviele “Linke” im Netz heftig über Gauck herziehen. Ich teile deren Ansichten zwar nicht, aber ich kann die Entrüstung nun nachvollziehen.

    Das kann auf jedenfall noch lustig werden. Wenn Gauck sich als Bundespräsident auch mal so äußert wie in dem Interview dann könnte es hier und da schon einen Aufschrei geben. Mich würde mal wirklich interessieren warum die SPD Gauck vor zwei Jahren als Kandidaten aufgestellt hat? Das ist mir völlig schleierhaft.

  92. Pingback: Allen, die sich für Äußerungen von Joachim Gauck aus den letzten Jahren interess…

  93. Auf diesen alten Kant kriegst du einen Hegel von mir: 
    „Gewöhnlich nennen wir Wahrheit Übereinstimmung eines Gegenstandes mit unserer Vorstellung … Im philosophischen Sinne dagegen heißt Wahrheit, überhaupt abstrakt ausgedrückt, Übereinstimmung eines Inhalts mit sich selbst.“
     Kurz gesagt, Wahrheit bleibt hier subjektiv und neue Fakten hast du hier auch nicht zu Tage gefördert, außer deine persönlichen Wahrheiten tranportiert zu haben.
    Es ist auch naiv zu behaupten, eine Quelle wäre keine gute seriöse Quelle, wenn sie nicht in voller Länge wiedergeben würde, das heißt du hältst vom Zitieren auch nicht viel und unterstellst pauschal, es würde hier in böser Absicht praktiziert werden.
    Exemplarisch für deinen ganzen Post am Beispiel Sarrazin erklärt: Du legst vor es würde behauptet er sei ein Sarrazin-Fan und damit auch ein Rassist – ich setze dem entgegen, dass es ein klassisches Strohmann-Argument ist, weil du Gauck-Kritikern etwas unterstellt was so pauschal wenn überhaupt nur eine Minderheit behauptet, insbesondere das mit dem Rassist, klar findest du im Netz sogut wie jede Meinung irgendwo, aber mit entsprechender Medienkompetenz weiß man, wie man sowas einordnen kann, Tipp: Tweets und Foreneinträge ganz weit unten, vielleicht noch ein bisschen höher als Youtube-Videokommentare! Ich glaube da liegt ein grobes Missverständnis über das mögliche Niveau von Twitter vor, das ist systembedingt niedrig, jeder Trottel kann twittern und keiner steht dazu, deshalb ist der Vergleich mit der Bild als offensichlticher und organisierter Propagandaschleuder lächerlich. Twitter taugt im Prinzip nur dazu Aufmerksamkeit auf sich oder eine Sache zu ziehen und “Follower” zu sammlen, daher ist Twitter sicher alles andere als eine gute Primärquelle, sondern allenfalls ein Teaser. Für mich bleibt klar stehen: Sarrazin Mut dafür zu attestieren, Themen aus dem rechten Lager wieder in die Mitte der Bevölkerung zu transportieren ist geistig arm und ich hätte bei all der Differenziertheit die du ihm attestierst, eine andere Aussage auf höherer Priorität gewünscht. Ob man ihn nun Sarrazin-Fan nennt, mag auch viel mit verlorener Sympathie, oder gar gewachsener Antipathie zu tun haben, es ist letztlich nur eine Meinung.

    Ich bin selbst an die Thematik so herangegangen, dass ich wissen wollte, warum Gauck in den Printmedien eigentlich als DDR-Bürgerrechtler bezeichnet wurde, weil diese Bezeichnung doch suggeriert hat, er hätte was in der DDR getan. Gefunden hab ich genau nichts. Weitere Recherchen haben das Bild eines Neoliberalen verdichtet, INSM-Verbindungen und die Transatlantikbrücke inklusive –  damit ist für mich klar geworden, der Mann ist ein No-Go, weil er genau vom selben Klüngel kommt wie alle anderen auch. Zusammenfassend ergibt sich das Bild eines Gauck nicht aus aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, sondern aus seiner Gesamtheit, nicht zuletzt auch aus dem was Gauck nie gesagt hat, was ihm nie erwähnenswert oder wichtig war.

    “Gestern Abend wurde Joachim Gauck nach langem Hin und Her von den
    großen Parteien im Bundestag, ausgenommen “die Linke”, zu ihrem neuen
    Kandidaten für das Bundespräsidentenamt ernannt.”

    Zwei Tage nennst du “Langes Hin und Her”, und die FDP eine der großen Parteien, und damit beende ich auch meinen Kommentar, weil dein Beitrag so von Subjektivität und Meinungungsmache durchsetzt ist, dass es bis Morgen früh dauern würde, ihn ganz zu sezieren, und es wäre überdies auch langweilig, denn es ist schon alles wichitge gesagt.

  94. Pingback: Linkwertig: Copyright, DuckDuckGo, Gauck, Twitter » netzwertig.com

  95. Patrick, zuerst mal herzlichen Dank für Deinen Beitrag. Es würde sich viel Sinn (und Spaß) machen, die hinter den Filterbubbles stehenden Phänomene, die zum großen Teil, wie etwa Confirmation Seeking, ja bekannt sind, aber im (Mitmach-) Netz eine ganz neue Dimension gewinnen. 

    Richtig schockiert hat mich der letzte Kommentar von Klingsor. Kann es überhaupt ein höheres gesellschaftliches Gut als die Freiheit geben? Ich habe ja immer noch die hier bereits mehrfach geäußerte leise Hoffnung, dass die Aufklärung, die wichtigste soziale Innovation des letzten Jahrtausends, endlich einmal in aller Welt auf fruchtbaren Boden fällt. Es gären jedoch zunehmend Zweifel. Ich kann einfach nicht verstehen, dass man Freiheit, die in meinen Augen einen (den Grund-) Wert an sich darstellt,  überhaupt in Frage stellen kann. Das Problem mit der Freiheit, das sie (a) ein flüchtiges Gut und (b) ein zyklisches Phänomen ist. Falsch verstandene und falsch angewendete Freiheit kann in Summe schnell zu Unfreiheit führen. Ich zitiere mich mal selbst aus dem jetzt neu erscheinenden Band (*)   “Durch falsch gerahmte Freiheit entsteht Unfreiheit – oder, um es mit Ludwig Erhards Worten zu sagen: Es ist eine falsch verstandene Freiheit, ‘(…) wenn man meint, unter dem Namen und mit dem Dogma der Freiheit die Freiheit selbst unterdrücken zu können.’“ Das macht die Sache schon schwer.(*) Lutz Becker, Holger Hakensohn, Frank H. Witt (Hg.) (2012) Unternehmen nachhaltig führen: Führung, Verantwortung & Nachhaltigkeit ?im Management. Düsseldorf. ?Symposion Publishing (ISBN ?978-3-939707-30-1)

  96. Mich würde auch der Kontext interessieren, in dem Gauck als Ersatz für Jean Ziegler bei den Salzburger Festspielen 2011 als Redner einsprang. Ziegler war nämlich kurzerhand wieder ausgeladen worden, weil er politisch unliebsame Dinge gesagt hätte. Von Gauck ist sowas offenbar weniger zu erwarten. Irgendwelche Infomationen dazu?

  97. toller Hintergrundbericht…Dank dafür und mal wieder ein Beweis, was das Netz bringt und kann. Wie war das noch früher, als nur Journalisten hätten recherchieren können…jedenfalls mit vertretbarem Aufwand?!

  98. Gauck ist ein Konservativer! Das steht nun wirklich überall. Und wer in der DDR lebte, ist mE häufiger dieses als das andere…warum auch immer.
    Ich vermute, du selbst präferierst genau die Partei, die Gauck am heftigsten ablehnt- und vice versa. OK, aber eben auch Meinung, oder?

  99. Patrick Breitenbach

    Danke für den wichtigen Hinweis. Ich lerne ja auch täglich dazu. Da ist die Empörung wohl mit mir durchgegangen.

  100. Patrick Breitenbach

    Spannende Frage, aber ich sehe es aus meiner Perspektive etwas anders. Sicherlich war die Verallgemeinerung von mir daneben gegriffen. Aber ich glaube auch nicht, dass die Internet-Öffentlichkeit per se fähig oder unfähig ist zu differenzieren. Ja, viele Journalisten haben es gelernt, ich glaube aber nicht, dass solche DInge aufgrund von mangelnder Kompetenz geschieht. Ich glaube eher, und das gilt auch für viele Stimmen aus dem Netz (=Menschen), dass man sich einfach nicht mehr die Zeit nimmt und nehmen kann um sich mit einem Thema intensiv zu beschäftigen. Daher rammt Gauck auch derzeit an die Öffentlichkeit. Er drückt sich vielschichtig aus, bietet eine enorme Projektionsfläche, hat keinen unmittelbare Parteiaufkleber auf der Stirn, man will ihm aber einen verpassen und er spricht verschiedene Themen so an, als hätte er diesen Aufkleber. Viele wünschen sich ja einen parteilosen Präsidenten, nur da stelle ich provokant die Frage: Gibt es das überhaupt? Wie soll das möglich sein? Jede handfeste Meinung zu einem bestimmten Thema verursacht eine Wertung und eine Einordnung in eine Gesinnungsschublade. 

    Was ich sagen will: Differenzierung ist anstrengend, kostet Zeit und man muss ab und zu seine eigene Werteschablone beiseite legen um mehr als nur das wahrzunehmen, was man wahrnehmen will. Die Bubble beginnt immer im eigenen Kopf.

  101. Patrick Breitenbach

    Problem c) ist dass Freiheit auf Kosten anderer zum Teil mißbraucht wird, das führt zu Misstrauen. 

    Momentan stelle ich für mich die Freiheit hinten an, denn ich glaube dass uns als Gesellschaft “Vertrauen” im Moment viel besser täte. Denn ohne Vertrauen kann es auch keine Innovationen geben. Vertrauen in Musterbrecher, Vertrauen in Führungskräft, Vertrauen in Parteien, Vertrauen in Wirtschaft, Vertrauen in Mitmenschen usw.

    Würde sogar so weit gehen, dass man ohne Vertrauen auch keine Freiheit herstellen und wahren kann.

  102. Pingback: Der tiefere Blick durchs Okular - genauer hinsehen » Blog Archiv » Die größten Kritiker der Elche sind am Ende selber welche

  103. 1) Der Blogbeitrag ist differenziert und abwägend und keineswegs, wie 21 es formuliert, von “Meinungsmache durchsetzt”. 2) Der Kommentar will durch seine Länge suggerieren, es handele sich um eine differenzierte Auseinandersetzung; das ist es aber nicht. Die 6 Absätze thematisieren: Hegel/Wahrheit, Quelle/naiv, Sarrazin/Twitter, Gauck-Bild/Klüngel, Zitat/Linke, Analyse/unnötig. Der Kommentar suggeriert mit dem letzten Satz, 21 sei jetzt müde den Beitrag “ganz zu sezieren”, das hat er aber in keiner Weise ordentlich getan. Zudem ist er argumentativ schlicht schwach und versucht auf eigenartige Weise zu punkten: Bsp.: “ich hätte … eine andere Aussage auf höherer Priorität (sic!) gewünscht” (3. Abs.) – was ist denn eine Aussage auf Priorität?; “Ob man ihn nun …nennt …, es ist letztlich nur eine Meinung” (3.Abs.) – Abschwächen ist kein Argument; “Zusammenfassend ergibt sich das Bild … nicht aus aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, sondern aus seiner Gesamtheit, …auch aus dem was Gauck nie gesagt hat” (4. Abs.) – Verkürzungen mit Geheimwissen begründen, oder welche Logik der Argumentation steckt denn dahinter?. Und dann wird abschließend formuliert, es sei “alles wichtige gesagt”. Argumente gehen anders, möchte ich da 21 nur zurufen.

  104. Ganz klasse recherchiert und formuliert, wichtiges Thema toll angepackt. Bitte mehr davon  :)

  105. Vielen herzlichen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel. Mir scheint oft, dass es gar nicht mehr um die Person oder Inhalte geht, sondern nur noch ums bashing. Wer kann wo am besten fertiggemacht werden? Insofern freue ich mich darüber, dass Du hier ein wenig Licht in die Sache bringst. ll zu schnell werde ich selbst Opfer verkürzter Berichterstattung und lasse mich beeinflussen. Artikel wie Deine sind es, die mich dahingehend schulen nd immer zweimal nachdenken lassen.

  106.  Klar kann es ein höheres Gut als Freiheit geben. Fangen wir mal mit Menschenwürde an.

  107. Das ist doch in der meinungmachenden Medienlandschaft überwiegend so. Leider wird das meistens, wie hier, erst so richtig klar, wenn es um Aussagen geht, die aus dem Kontext gegriffen wurden.
    Aber Fakt ist doch, dass wir tagtäglich subtilen meinungsbildenden Artikeln ausgesetzt werden. Oder warum muss es heißen: “der 55jährige Rentner” oder “der arbeitslose Mittdreißiger”, noch schlimmer “der  soundsoalte Türke/Araber…”
    Was belibt irgendwann im Kopf? Genau!

  108. Patrick Breitenbach

    Ist denn die Freiheit sich entfalten zu können nicht ein wichtiger Bestandteil der Menschenwürde? Oder anders gefragt: Verträgt sich ein Eingriff oder Übergriff in die persönliche Freiheit mit der Menschenwürde?

    Für mich hängt das unmittelbar zusammen. Weiss nicht wie du das siehst?

    Letztlich wählt man sich einen Oberbegriff für das eigene Wertesystem, nachdem man sein Handeln ausrichtet. Das kann nur einer der großen Wertebegriffe sein, wenn man möglichst viel Wirklichkeitskonstruktion mit einschließen möchte. 

  109. Schön analysiert! Wir brauchen mehr differenzierte und sachliche Diskussionen! Schließlich sind wir hier nicht im Film “Die Dummheit der Anderen”.

  110. Du kannst gegen die Gauck-Zitate anwettern, wie du willst. Er ist und bleibt ein neoliberaler, erzreaktionärer Wendehals, der die Bezeichnung “Bürgerrechtler” nicht ansatzweise verdient. Einfach nur mal umschauen, wer seine Nominierung begrüßt. Das sind nämlich genau die Leute, die weiteren Sozialraub predigen und im wachsenden Repressions- und Überwachungsstaat kein Problem sehen bzw. ihn befürworten. Da kann man relativieren, wie man will, die Kritik an Gauck, auch wenn sie sich momentan hauptsächlich auf ein paar verkürzte Zitate bezieht, trifft ins Schwarze.

  111. Thanks man, war gerade dabei die Quellen zu suchen, und bin so auf deinen Artikel gestoßen. Hat mir die Arbeit deutlich erleichtert. Ich frage mich, woher so plötzlich diese anti-gauck-zitate kommen?

  112. Vielen Dank für die sehr gute Analyse! Vielleicht setzt sich diese Erkenntnis zur “Filterbubble” bald mal allgemein durch.

  113. Wer nicht einmal in der Lage ist im Netz oder besser durch regelmäßiges Lesen von Artikeln in Zeit, Süddeutsche etc. über die letzten zwei Jahrzehnte oder vieler Sendebeiträge in ARTE, 3Sat etc. in Erfahrung zu bringen das Joachim Gauck ein Bürgerrechtler mit einem großen Engagement in der DDR-Diktatur war, dem wird es sicher schwerfallen,  weitergehende Argumente und Analysen zu erarbeiten – Populismus  pur.

  114. Tausche Zugewanderte gegen Juden. Fragst du dann immer noch, ob die Aussage falsch oder richtig ist? Einfach mal so aus “Interesse”?

  115. Tausend Dank für diesen Artikel, genau über dasselbe Thema habe ich mich erst gestern maßlos geärgert!

  116. DANKE! Für diesen Artikel, Danke, Danke, Danke. Er bestätigt meine Eindrücke durch gut zusammengefasste Belege, mit der man den unwidersprochenen Polemiken gut entgegentreten kann.

  117. “Sollte aber eine relevante Gefahr vorhanden und belegt sein…” dann handelte sich ganz einfach nicht mehr um eine Vorratsdatenspeicherung. Und einem Herrn Sarrazin, “Mut” zuzusprechen, selbst wenn es nur mehr Mut sein sollte, als das Thema politisch korrekt anzugehen (was allerdings auch funktioniert und auch betrieben wird, nur dass es eben ein wenig leiser geschieht) für ein polmisch und hetzerisches Werk ist jenseits aller Kontexte in meinen Augen nicht tragbar. Ach ja und wenn er nicht Occupy selbst sondern ihre angebliche  “Entledigung der Märkte” als albern kritisiert, dann macht er in meinen Augen genau das, was hier seinen Kritikern vorgeworfen wird.

  118. Patrick Breitenbach

    Würde man “Ausländer” mit “Juden” vertauschen wäre die Aussage weder richtig noch falsch sonden schlichtweg sinnlos.

    Das wäre dann so, als ob man sagen würde heute gibt es Viertel mit vielen Protestanten und zu wenig Katholiken. Daraus ergeben sich hierzulande keine sozialen Aufgabenstellungen. Keine unmittelbaren kulturellen Konflikte. (Gott sei Dank!)

    Integration funktioniert am Besten, wenn es eine gute Mischung gibt und nicht wenn “Ghettos” entstehen. Es kann doch kein erstrebenswertes Ziel sein, Migranten in hermetische Siedlungen zu packen und diese Viertel dann von der Restbevölkerung abzuschneiden.

    Daher ist allein die Aussage, es gibt die Tendenz zu einer einseitigen Besiedlungspolitik nicht automatisch fremdenfeindlich, im Gegenteil, es ist die Voraussetzung für ernstgemeinte, wertfreie Integrationsarbeit. 

    Hier wird einfach viel zu oft reflexartig etwas hineininterpretiert, ganz einfach weil die Projektionsfläche so groß und unsere Sozialisierung so eng ist.

    Die Frage – nochmal an dich gestellt: Gibt es heute solche Viertel oder gibt es sie nicht? Darauf lief meine Frage ursprünglich hinaus.

  119.  Das mit der Freiheit würde ich bei Gauck nicht zu sehr in die Waagschale legen. Als seien Söhne 1988 in die Freiheit des Westens wollten, agitierte Gauck strikt dagegen. Die Freiheitsnummer scheint eine Blendung zu sein. Der Spiegel schrieb:
    “Gauck kontert: “Wieso bin ich begünstigt, wenn meine Söhne
    ausreisen dürfen? Ich war doch dagegen, dass sie gehen.” Niemals
    habe er Schnur in dieser Sache ein Mandat erteilt. “Wie sollte ich?
    Meine Söhne waren damals Mitte zwanzig.” Auch Christian und Martin
    Gauck widersprechen der Darstellung der Stasi-Zeugen. Christian:
    “Unser Vater wollte immer, dass wir bleiben. Wir haben ihm damals
    vorgehalten, dass er anderen Leuten hilft, nur nicht uns.” Über
    drei Jahre mussten sie warten, ehe sie 1987 ausreisen durften.”
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-17269572.html
    In dem selben Artikel steht, dass Gauck der Stasi zugesagt haben soll, dass es auf dem von ihm organisierten Kirchentag “ruhig” zu gehen soll.
    Mein Grossonkel war auch Priester, katholischer. Zweimal kam die Gestapo zu ihm, er solle sich auf der Kanzel mäßigen und schön brav nachplappern, was Pacelli mit dem Führer ausgehandelt hatte, damit die Katholiken ruhig bleiben. Mein Großonkel legte sich nicht mit den Nazis ins Bett udn ging dafür ins KZ Dachau. Insofern scheint es zwischen DDR und Nazis sehr wohl deutliche Unterschiede gegeben haben. Die Nummer mit der Freiheit ist offenbar angesichts der gewünschten Unfreiheit seiner Söhne von dem Ehebrecher Gauck stark übertrieben.

  120. Pingback: Living the future » Blog Archive Eine dringende Leseempfehlung: Gauck in der Filterbubble oder wie wir lernten den Kontext zu ignorieren | Karlshochschule International University

  121. Differenzierte Debatten sind nötig, allerdings wird Gauck dadurch für mich auch kein besserer Mensch. Ich hab 2010 eine Rede auf Youtube von ihm gesehen (keine Ahnung, welches der zahlreichen Reden, die auf YT zu finden sind, es war), bei dem er sich gegen Mindestlohn aussprach und Arbeitslose dazu aufforderte, sich notfalls auch eine gering bezahlte Arbeit zu suchen, um Mitglied der Gesellschaft zu sein. Klang differenziert auch nicht besser als sonst.
    Und bei der Vorratsdatenspeicherung kann ich Gauck als ehemaligen DDR-Widerstandskämpfer auch nicht verstehen, egal welche Abwägungen er dabei macht. Er ist zumindenstens nicht gegen eine Überwachung “aller” Bundesbürger mit rechtsstaatlichen Mitteln. Er vergißt dabei, dass auch die DDR damals ein Rechtsstaat war.

    Gauck ist und bleibt für mich zu Recht ein neoliberaler FDP-Kandidat.

  122. Erstmal Danke für die Mühe, neben den reinen Schlagzeilen auch Hintergrundinformationen zu sammeln und einen Kontext herzustellen.
    Allerdings halte ich Herrn Gaucks Äußerung zum Thema Vorratsdatenspeicherung (VDS) nachwievor für mindestens unklug.

    Zitat: “Ohne Belege der konkreten Gefahr darf es keine Beschneidung der Grundrechte geben.”

    Das ist ein Punkt, den ich für eine Selbstverständlichkeit in einem demokratischen Rechtsstaat halte.

    Zitat: “Sollte aber eine relevante Gefahr vorhanden und belegt sein, führt ein Instrument wie beispielsweise die Vorratsspeicherung nicht gleich automatisch zur Etablierung eines “Spitzelstaates” ”

    Wenn es eine konkrete Gefahr gibt, dann kann es sich per Definition nicht mehr um eine VDS handeln, denn es werden dann ja Daten zweckgebunden gespeichert und eben gerade nicht pauschal von allen Bürgern.

    Der Name “Vorratsdatenspeicherung” impliziert ja, dass Daten ohne konkreten Anlaß – eben “auf Vorrat” – gespeichert werden. Damit werden alle Bürger unter Generalverdacht gestellt. Die Gewaltenteilung und die Unschuldsvermutung – beides Grundpfeiler eines freiheitlichen, demokratischen Rechtsstaats – werden durch eine allgemeine Vorratsdatenspeicherung ausgehebelt.
    Und wenn ein Staat ohne richterliche Anordnung, ohne konkrete Verdachtsmomente pauschal alle Bürger überwacht, dann handelt es sich in der Tat um einen “Spitzelstaat” bzw. “Überwachungsstaat”. 

  123. Pingback: » Zur Gauck-Kritik ab/er/sehnt/sucht/voll

  124. Pingback: Gauck in der Blase | onsline

  125.  Wunderbarer Beitrag um viele polemische Netzbeiträge zu entkräften. Danke für die Recherche. Weiter so.

  126. Pingback: Joachim Gauck II – Aus Gründen .. | Schreibtira.de

  127. Pingback: BP: Gauck - Seite 5

  128. Danke für die Quellenarbeit – die schon geleistete und die, die uns noch in Aussicht gestellt wird.

    Dank auch für die Trennung von Zitat, eigener Meinung zum Zitat und eigener Meinung zu Fremdkommentaren über das verzerrte Zitat. Das erleichtert die Lektüre und die Meinungsbildung

  129. Danke für den Beitrag. Ich finde ihn sogar besser (ormuliert) als den verlinkten Artikel der SZ

  130. Pingback: Pro Forma | … ach, nichts.

  131.  Heinemann und von Weizäcker waren Juristen, Rau Verleger.

    Falls du den theologischen Hintergrund an den Eltern festmachen möchtest, dann hat Gauck wohl einen nationalsozialistischen Hintergrund. :)

  132. Das ist mir auch aufgefallen. Offenbar ist es neuerdings Pflicht als Bundespräsident, Ehebrecher zu sein: Wulff als katholischer Ehebrecher, Gauck als protestanischer Ehebrecher. Wie sollen solche Menschen glaubwürdig über Werte reden? Als Geistlicher, der die 10 Gebote predigt? Geht gar nicht. Auch nicht differenziert.
    Groß wird die Freiheit breitgetreten, aber die eigenen Söhne wollte man nicht in die Freiheit in den Westen ziehen lasse. DDR-systemkompatibles Patriarchiat ohne Reisefreiheit.
    #notmyvalues #notmypresdient

  133. hervorragende Leistung der Recherche, die auch gut – wenngleich in Teilen verbesserungswürdig – nüchtern dargelegt wurde. Weiter so!

  134. Schließt das eine das andere aus und ist er als verheirateter Mann ein besserer Bundespräsident ??? 

  135. Gute Zusammenfassung des Sachverhalts.. ich hatte mich auch direkt bei dem riesigen Medienecho gewundert, wie einige Fakten verdreht worden sind

  136. Gute Zusammenfassung des Sachverhalts.. ich hatte mich auch direkt bei dem riesigen Medienecho gewundert, wie einige Fakten verdreht worden sind

  137. Ein wunderbarer Artikel! Vielen Dank!
    Ich hab mich auch schon über die vielen aus dem Kontext gerissenen “Zitate” geärgert und auch nach den Originaltexten gesucht. Ihre Recherche macht es mir sehr leicht.

    Mir persönlich ist ein Bundespräsident mit einer eigenen Meinung (auch wenn es nicht immer meine ist) und einer starken Persönlichkeit lieber, als ein Spielball der Politik, der zuviel Angst hat, dass seine Meinung falsch ausgelegt werden könnte, um sie zu nennen.

  138. Pingback: Mimi Müller › Ohne uns. Wieder mal.

  139. Pingback: Causa Gauck – Deutungshoheit im Netz | Netzpiloten.de - das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0

  140. Ausgezeichneter Job! Und ganz wichtig, da böse Gerüchte so viel Schaden anrichten und selbst nach Aufklärung am Ende immer noch etwas kleben bleibt. Ganz bitter zu lernen, daß selbst die heilige ARD-Kuh Tagesschau solche Mißdeutungen zum besten gibt und damit den Eindruck erweckt, es wäre etwas daran – da kann man gleich RTL schauen…

  141. 1. Ich glaube nicht, daß man Twitter-Tweeds zu anspruchsvollem Journalismus zählen sollte.
    2. Ich finde, daß Gauck ein eitler Geck ist, der seine Biografie doch ziemlich geschönt hat (oder es zumindest zugelassen hat, daß sie von den Medien geschönt wurde).
    Es tauchen im “DDR-Widerstand” keinerlei Texte auf, die von Gauck gezeichnet wurden. Sein Engagement bewegte sich einzig im Rahmen der kirchlichen, seelsorgerischen Arbeit als Pfarrer.
    Als Mitglied des “Neuen Forums” trat er erst in Erscheinung als das SED-Regime bereits am implodieren war. Was ihn deshalb nicht unbedingt als Bürgerrechts”kämpfer” qualifiziert.
    Sich selbst als  “linken, liberalen Konservativen” zu bezeichnen, finde ich selbst nach dem Anhören der obigen Originalsendung doch sehr gewöhnungsbedürftig (wobei die Betonung auf “dürftig” liegen sollte).

  142. Vielen Dank dafür. Das war mit Abstand der beste Beitrag zur Person Gauck, den ich bisher gelesen hab. Ich hab seine Biografie gelesen und mich deswegen sehr gewundert über seine angeblichen Zitate. 

  143. zur Einschätzung der Person Gauck empfiehlt sich vor allem eine detaillierte Aufarbeitung der bis heute ungeklärten Stasi-Vorwürfe gegenüber Gauck. Er selbst schweigt ja beharrlich zu diesen Fragen. In diesem Zusammenhang seien auf das Terpe-Papier und IM Larve verwiesen und wie man in Zeiten der DDR zu einer Dauerwestreisegenehmigung kam, sollte auch gefragt werden. Der Sprengstoff um die Personalie Gauck findet sich nicht im heute, sehr wohl aber in seiner Vergangenheit. 

  144.  “Sollte aber eine relevante Gefahr vorhanden und belegt sein, führt ein
    Instrument wie beispielsweise die Vorratsspeicherung nicht gleich
    automatisch zur Etablierung eines Spitzelstaates.”

    Dem wäre so, wenn es sich bei der Vorratsdatenspeicherung um ein im Bedarfsfalle zu aktivierendes Instrument handelte und nicht um ein präventiv auf ganzer Linie dauerhaft vorhandenes. Davon auszugehen, die gespeicherten Daten würden nur im Falle einer relevanten Gefahr abgerufen, ist ähnlich naiv, als glaube man vorbehaltlos an ein etwaiges Versprechen des Gesetzgebers, durch die vom Innenministerium zur Zeit erfreulicherweise lediglich hypothetisch im eigenen Badezimmer installierte Überwachungskamera würde nie geblickt, solange man sich “anständig” benähme, immer freundlich grüße und nachts nicht verdächtigerweise im Keller das Licht bränne.

    Aber um die jeweiligen Sachverhalte gehts ja hier auch nur am Rande; es wird die im Grunde selbstverständliche Weisheit vermittelt, daß zu jeder Schlagzeile auch ein Kontext gehört und man zur Bildung einer fundierten Meinung mehr tun muß, als nur Tweets zu lesen.
    Wer nicht nur den Mut hat, den eigenen Verstand zu nutzen, sondern auch die entsprechende Fähigkeit bzw. Motivation, braucht solcherlei Gedankenanstoß nicht.

    Trotzdem … ein angemessener Beitrag zu einer im Grunde inhaltslosen Debatte.

  145. Im Vergleich zu vielen Massenmedien ein großartiger Beitrag, wie er jedoch eigentlich hätte überall stehen müssen.
    Ich war sehr enttäuscht von vielen Medien zu lesen, wie plump Gauck verunglimpf wurde, schlicht aufgrund einer unreflektierten Woge von Blog- und Twittermeldungen.
    Erinnert mich alles ein wenig an kindliche Argumentationsversuche vor seinen Eltern etwas mit der Begründung zu rechtfertigen:” Die anderen machen das aber auch alle…”

  146. Nein, er muss nicht verheiratet sein. Und es ist traurig, wenn er es mit seiner Gattin nicht aushält, “bis dass der Tod Euch scheidet”. Aber als evangelisher preister, der deinen Schafen die 10 Gebote predigt, wird man unglaubwürdig,wenn man über so viele Jahre öffentlich die Ehe bricht und nicht klar Schiff macht. Deswegen ist er nicht gleich ein Faschist, aber eben total unglaubwürdig und damit ungeeignet für das Amt.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,816585,00.html
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,816426,00.html

    Es geht auch nicht darum, ob er seine Konkubine heiratet, sonder nur darum, dass er öffentlich die Ehe bricht und die christlichen Werte verhöhnt als protestantischer Priester.

  147. Zusammenfassend kann man also sagen, dass das Prädikat ‘Qualitätsjournalismus’, welches sich manche Printmedien gerne aufdrücken, in der Praxis vollkommen wertlos ist. Herr Breitenbach fordert den geneigten Leser auf, jeden Bericht kritisch zu hinterleuchten.

    Um also umfassend politisch informiert zu sein, muss ich dem Journalisten die Feder aus der Hand nehmen und selbst recherchieren. So erstrebenswert dies auch ist, im Alltag fehlt mir leider die Zeit, dies mit ausreichender Akribie zu betrieben. Was ja auch der Grund ist, diesen Job einem ‘Profi’ zu überlassen und am Kiosk (/im Netz) den einen oder anderen Euro in eine Tageszeitung zu invesiteren.

    Offenbar versagt die Zunft bei der Ausübung ihrer Tätigkeit zusehends, so dass ich wohl dumm sterben muss…

  148. O toll, “Widerstand vs. True Widerstand”. Gauck hätte wohl nach ihrer Meinung in den Knast gemüsst, damit er als unbequem gilt. Es gab nicht DEN EINEN Widerstand.

  149. Pingback: Anonymous

  150. Pingback: Netz macht Meinung, oder: Wie ich in die Verkürzungsfalle ging » Netzgemeinde, Sozialstaat, Meinungsmache, Medien, Demokratie, Bundespräsident » Mein Wa(h)renhaus

  151. Pingback: Nicht mein Präsident: Gute Gründe gegen Gauck bei Metronaut.de – Big Berlin Bullshit Blog

  152. Pingback: Gauck in der Filterbubble oder wie wir lernten den Kontext zu ignorieren « sladisworld

  153. Gut recherchiert und gut geschrieben. Dies ist einthema, für das immer und immer wieder sensibilisiert werden sollte. Es stellt m. M. das größte Missbrauchspotenzial der vierten Macht dar. Einfache Lügen fliegen auf. Irreführende Zitate bleiben allerdings kleben…

    Ich würde einiges Zahlen für eine Online-Zeitung ohne irreführende Schlagzeilen und irreführende Zitierungen.

  154. @fd825fd419fc4d1046511d975ea12eaf:disqus Es ist Aufgabe der Medien, Aussagen zusammenzufassen. Das gelingt mal besser und mal schlechter. Niemand muss selbst recherchieren, aber es wäre schön, wenn die, die mit dicken Backen Meinungen durchs Netz posaunen, sich zumindest der Grundlagen ihrer Meinungsbildung bewusst wären.

  155. Der Supergauck: Zwangsheirat für den Bundespräsidenten?
    (Kolumne von Sabine Schiffer)

    https://www.facebook.com/pages/Institut-f%C3%BCr-Medienverantwortung/116854334991466Netzschau: “Vorwürfe gegen Gauck online”

    “Meinungsführer
    verbreiten Vorwürfe gegen Joachim Gauck”, so Sonja Schünemann von
    heute.de. “Sie beruhen auf verkürzten oder falschen Zitaten.” Twitter
    reiche nicht, um einen Menschen einzuschätzen.

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1573816/Netzschau-Vorwuerfe-gegen-Gauck-online?bc=kua884718#/beitrag/video/1573816/Netzschau-Vorwuerfe-gegen-Gauck-online

  156. Es fällt auf, dass Gauck schon vor seiner Wahl wesentlich tiefer gehende intellektuelle Debatten auslöst als der brave Parteikarrierist Wulff. Gut so! Das kann erfrischend für uns alle werden, die wir uns für den politischen Laden interessieren.

  157. Wow, super Artikel, werde ihn gleich mal in die Schleswig-Holsteinische Diskurs Liste  von uns Piraten streuen.

    VIELEN DANK

    Gruß Lennart

  158. Letztlich war ich zutiefst verwundert darüber, dass ein Mensch, der selbst jahrelang Opfer der Stasi war und der über viele Jahre jene Behörde leitete, deren Aufgabe die Aufarbeitung dieses Unrechts war, keinen differenzierten Standpunkt zur VDS haben sollte … 

  159. Pingback: Gauck als nächster Bundespräsident – lieber nicht « Abwaschbar

  160. Patrick Breitenbach

    Den Artikel hatte ich bereits in meinem Beitrag verlinkt. Und unter “propagandistisch”, verstehe ich ehrlich gesagt etwas anderes.

  161. Pingback: Gauck | Nordstadt

  162. Pingback: Vergauckeiert : others Blog

  163. Witzige Anmerkung. Ich hätte ja beinahe das hier als eine Form vorbehaltloser pro Gauck Propaganda verstehen wollen und mir bereits angefangen die Frage zu stellen, ob das von einem der vielen rührigen FDP-Evangelisten verfasst wurde. Gut zu wissen, daß das so nicht gedacht war. Naja, wie man sich doch irren kann! Und dennoch, jemand bereits als möglicher Kandidat derart polarisiert, wie ein Herr Gauck, ist möglicherweise nicht wirklich ein geeigneter Kandidat für das Amt eines Bundespräsidenten. Und siehe da, auch in der Politik regt sich in dieser Hinsicht bereits einiges an Unsicherheit was die Person Gauck angeht. Ganz so eitel Sonnenschein, wie die Bild-Zeitung einen Gauck bereits vorab als Bundespräsidenten abfeiert, wird es dann um die Person wohl doch nicht werden?! Ich persönlich frage mich jedenfalls, wie lange kann dieser Mann denn unbeschadet im Amt verweilen, bevor wir uns wiederum nach einem neuen Kandidaten werden umsehen müssen? Und ist er dann überhaupt ein geeigneter Kandidat?

  164. Pingback: blog.konstantin-goerlich.de » Wer sich in die Quelle begibt, kommt darin um.

  165. Patrick Breitenbach

    Finde ich gut und empfehle auch gleich alle angegebenen Zusatzlinks im Beitrag von den Kollegen. Dann wird das noch runder. 


  166. ganz gewiss kann man ihm aber nicht unterstellen er befürworte eine bedingungslose Vorratsdatenspeicherung”

    Hoppla, wo stand denn etwas von “bedingungslos”. Diese Einschränkung zeigt doch, dass er grundsätzlich dafür ist. Nur halt unter gewissen Bedingungen. Wenn ich aber selbst schon meinem eigenen Staat “Bedingungen” stelle, kann ich mich auch nicht verlassen, dass er sich auch daran hält. Es gibt kein “bisschen” VDS. Herr Gauck meint also, unter gewissen Voraussetzungen könnte die VDS gerechtfertigt sein. Er ist in einem Staat aufgewachsen, der VDS mit geringeren technischen Möglichkeiten betrieben hat.

    Aber natürlich kann man aber die DDR nicht mit der Bundesrepublik vergleichen… 

    Halt, doch, kann man. Geht es um die Occupy-Bewegung, dann dient die DDR plötzlich als Vergleichsoption, denn schließlich standen die Banken dort unter staatlicher Kontrolle und das hat ja auch nichts gebracht, was die Forderungen der Occupy-Bewegung belanglos macht? Träumerisch? Unsäglich albern? (Ja, die Forderungen oder Ideen, nicht die Bewegung selbst, natürlich)

    Natürlich hat er Gauck Verständnis, wenn Arbeitslose und Hartz IV-Empfänger (nein, das ist nicht zwangsläufig dasselbe), um ihre Existenz bangen. Aber wehe, sie protestieren dabei unter dem Gütesiegel “Montagsdemonstration”. Das geht nicht, das macht es töricht und geschichtsvergessen. Die Beurteilung, was wichtig genug ist, um diese Bezeichnung zu verdienen obliegt … ja, wem?

  167. Vielen Dank für Ihren Artikel,
    da ich von Herr Gauck bis vor kurzem noch nie etwas gehört hatte und mich informieren wollte (erst über Wikipedia, dann über Zeitungen etc.) entstand ein vollkommen Gegensätzliches Bild von ihm und ich war nachher nur verwirrt statt weiser. Dieser Beitrag von Ihnen hat mich ein ganzes Stück weitergebracht.
    Danke und Gruß,
    Mezera

  168. Danke, Patrick Breitenbach! Dies Plädoyer unverfälschte Zitate war dringend notwendig – nicht Gaucks wegen, sondern zum Nutzen der Berichts- und Diskussionskultur.

  169. Korrektur
    Richtig muss es heißen: Danke, Patrick Breitenbach! Dies Plädoyer *für* unverfälschte Zitate war
    dringend notwendig – nicht Gaucks wegen, sondern zum Nutzen der
    Berichts- und Diskussionskultur.

  170. die Bemerkung über die Occupy Bewegung ging meiner Erinnerung nach als direkt mit geschnittene Aussage irgendwo über den Äther: Radio (SWR3 ?) eventuell auch Fernsehnachrichten. Vielleicht da mal recherchieren. Ich weiß nur noch, daß ich mich tatsächlich richtig geärgert hatte, weil ich Gauck bis dato für intelligent und reflektiv gehalten hatte, die Äußerung mir 
    aber  nur dumm und unreflektiert erschien. 

  171.  Oh, wow. Die bösen Meinungsführer. Ähm, Moment. Meinen die Mich? Ich schreibe ja auch im Netz Dinge über Gauck, die der nicht hören mag.

    Und die beruhen darauf, mich über eineinhalb Jahren immer wieder mal länger selbst Informieren. Puh, also meint Sonja Schünemann wohl doch nicht mich.

    Aber wen meint sie dann? Kann sie sehen, ob ein twitterer sich vorher informiert hat oder nicht?

  172. Du sagst es doch schon: Freiheit ist ein *Bestandteil* der Menschenwürde.

    Sie reicht aber nicht aus.

    Menschenwürdig Leben dürfen heißt nicht, das man sich das auch leisten kann.

    Du hast gefragt, gibt es etwas größeres. Und ja: In Deutschland steht Menschenwürde über individueller Freiheit.

    Das heißt zum Beispiel, dass ich nicht die Freiheit habe, alle meine Freiheiten zu verkaufen. Weil ich dann nicht mehr in Würde leben könnte.

  173. “Widerstand” mit Westreisegenehmigung und Übersiedlung der Kinder in den Westen? Lächerlich!

  174. Pingback: Unser Bundespräsident - Seite 7 - netzwelt.de Forum

  175. Genau so sollte Recherche sein; dauert vielleicht ein bisschen – aber soviel Zeit muss sein. Danke.

  176.  Nein. Setzen sie sich lieber mit dem Zinssystem auseinander dann verstehen sie warum man demonstrieren muss. Das Zinssystem ist die Umverteilung von fleißig nach Reich. Menschen die etwas erwirtschaften sind durch Kredite den Geldinstituten etwas schuldig. Die Geldinstitute schaffen keinen Mehrwert erwirtschaften aber den meisten Gewinn. Merken sie was?

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  179. Also ausgerechnet einen rechten Hetzer wie Heitmeyer als Referenz anzugeben, zeigt wirklich, aus welcher Ecke Ihr Kommentar kommt.

  180. “…, weil ich mich ganz einfach so dermaßen ärgere, wie achtlos man gerade in
    dieser Beziehung mit Informationen und Urteilen umgeht.”
    Ich ärgere mich darüber auch, aber nicht nur oder gerade in dieser Beziehung, sondern in jeder Beziehung! Es wird über so vieles auf eine Art und Weise berichtet, die schlicht als tendenziös, wenn nicht gar als populistisch zu bezeichnen ist. Sorgfalt und Aufrichtigkeit werden jedenfalls allzu oft beiseitegeschoben zugunsten reisserischer, auflagensteigernder “Bericht”erstattung!
    Wer – ausser dir* – macht sich noch die Mühe seriöser Recherche? Und informiert darüber, auch wenn die Ergebnisse der Recherchen nicht zwingend zu einfachen Schlüssen führt? Ich wünsche dir eine grosse und wachsende Leserschaft!
    Herzliche Grüsse,
    Katarina

  181. Herr Breitenbach, auch Sie sollten nicht das tun, was Sie kritisieren. Herr Hoffmann hat nicht gesagt, dass Herr Gauck Stasi-Mitarbeiter war, sondern Stasi-Begünstigter. Das ist etwas vollkommen Anderes. Aber angesichts verschiedener Privilegien, die Herr Gauck in der DDR genoss (beispielsweise Empfang eines VW-Busses, ob er ihn bezahlt hat, ist umstritten, oder Einordnung als Westreisekader, was für einen normalen Bürger der DDR absolut unmöglich war, geschweige denn für einen “Bürgerrechtler”) können Fragen über die menschliche und politische Einordnung von Herrn Gauck schon aufkommen.

  182. Wer, bitte schön, ist denn die Birkler-Behörde?:-) Sollten Sie die Birthler-Behörde meinen, so stimmt die Meldung des Spiegel wohl, aber meines Wissens hat Herr Kohl in weiteren Klagen die Herausgabe seiner Akten verhindert.

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  184. Ehrlich gesagt verstehe ich nicht inwieweit die besagten Zitate aus dem Kontext gerissen worden sein sollen. Dass er seine Unterstützung für die VDS halt nur in sehr diplomatiscehr Weise formuliert ändert nichts am eigentlichen Inhalt des Gesagten. Als marktradikaler “Verzichtsprediger” (auch so ein Gauck-Zitat, dass ihr in den richtigen Kontext rücken dürft ;) ) hat er mehr als einmal klar gestellt, was er vom Sozialstaat und Kritik am entfesselten Kapitalismus hält. Und auch wenn er Sarrazin nicht vollkommen zustimmt, demonstriert er doch zumindest partielle Übereinstimmung indem er ihm “Mut” attestiert (warum sollter er sowas sonst sagen?) und behauptet er nhätte ein reelles Problem der Gesellschaft angesprochen (so als ob Überfremdungsängste wirklich eine rationale Grundlage hätten).

    Den Vorwurf der mangelnden Recherche kann man somit zurückgeben. Denn viele Gauck-Unterstützer scheitern daran seine Zitate in den Kontext seiner dezidiert rechtskonservativen Weltanschauung und seiner geistigen Nähe zur Neuen Rechten zu stellen, welche schon lange vor seiner ersten Kandidatur bekannt waren. Bezeichnenderweise wird hier auf ein anderes Gauck-Zitat gar nicht erst eingegangen; nämlich dessen Charakterisierung der Anerkennung der Oder-Neiße-Linie durch die DDR als kommunistischen Verbrechen.

  185. “Wir stellen uns nicht gerne die Frage, ob Solidarität und
    Fürsorglichkeit nicht auch dazu beitragen, uns erschlaffen zu lassen.”(Joachim Gauck) Also, es gibt kein Recht auf Faulheit! Raus aus der sozialen Hängematte, liebe ALG2 Empfänger.http://tinyurl.com/6ops5oc

  186. Ich glaube, Breitenbach will den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen und outet sich so selber als Gauckler. Der Wald – das ist Gauck als Vertreter der kapitalistischen Elite, die sich angesichts der Schuldenkrise zusehends und immer offener von Demokratie, Menschen- und Bürgerrechten sowie Sozialstaat verabschiedet; die Bäume – das ist Gauck als geschickter Verklausulierer, der sich mit offener auftretenden Figuren wie Sarazzin gegenseitig die Bälle zuspielt. Gehen wir die Punkte doch einzeln durch: 

    VDS – Da mag es, wenn überhaupt, vielleicht irgendwelche theoretisch vorstellbaren Gefährdungslagen allerextremster Natur geben, die das rechtfertigen könnten. Wer so einen abseitigen Punkt, wie es Gauck laut Breitenbach tut, jedoch in den Mittelpunkt seiner Argumentation stellt, der lenkt vom akuten Zusammenhang ab, und leistet der VDS im konkreten hier und jetzt damit eben doch Schützenhilfe. 

    Sarazzin – Wer Sarazzins Behauptungen (von “Thesen” zu sprechen ist beschönigend) nicht als das kennzeichnet, was sie sind, nämlich zu offenem Rassismus parallel verlaufende Klassenkampfpropaganda von oben, der leistet damit auch wieder Schützenhilfe. Sarazzins Geschäftsmodell besteht gerade darin, den Rassismusvorwurf auf sich zu ziehen, um ihn dann so schön an sich abperlen zu lassen. Ihm geht es nicht um Rassen sondern um die Trennung zwischen Oben und Unten. Gauck wie praktisch die gesamte übrige Mainstreamöffentlichkeit überlassen ihm hier das Feld obwohl Sarazzins Masche so offensichtlich ist. Gerade darin besteht Gaucks gewollte oder ungewollte Komplizenschaft mit Sarazzin.

    Occupy Wallstreet und die Forderung nach Verstaatlichung der Banken – Hier wird Breitenbachs Pro-Gauck-Argumentation nun, na ja, selber absolut lächerlich. Die DDR-Geschichte ist in diesem Zusammenhang nämlich unbedeutend. Mit ihren 16 Millionen Einwohnern und ihrer kurzen Existenz war die DDR nichts weiter als eine Fussnote im Vergleich mit dem seit dem Mittelalter andauernden Experiment, eine Wirtschaft auf dem kapitalistischen Bankwesen mit der fraktionalen Reservehaltung als seinem wesentlichen Kennzeichen aufzubauen. Seit der endgültigen Abkehr vom Goldstandard durch Nixon’s Aufhebung von Bretten Woods und dem Fall des Ostblocks ist dieses Experiment nun zum ersten Mal so gut wie total: Mit unbedeutenden Ausnahmen wie Nordkorea haben wir weltweit durch kapitalistische Banken und Zentralbanken erzeugtes und gesteuertes Fiat Money. Das Ergebnis ist bekannt, es kommt zu immer häufigeren und immer katastrophaleren Finanzkrisen, deren Folgen man regelmässig und wenn es sein muss mit Gewalt auf die Bevölkerungen abwälzt. Das alles geht einher mit immer extremeren Einkommensungleichheiten. Dass diese Demokratie letztlich unmöglich machen, könnte Breitenbach zum Beispiel bei Aristoteles nachlesen. Angesichts all dessen die Forderung nach Verstaatlichung der Banken, die keineswegs gegen die Marktwirtschaft gerichtet ist, rundheraus als lächerlich abzutun, zeugt bestenfalls von unendlicher Verblendung und Verbohrtheit wenn es nicht wahrscheinlich in das tatsächlich kalte Herz Joachim Gaucks und, ich würde sagen, auch Breitenbachs blicken lässt. Bei der andauernden Finanz- und Umverteilungskrise und wie man sich zu ihr stellt, trennt sich eben die Spreu vom Weizen, da es Farbe zu bekennen gilt. Breitenbach ist einer von denen, die sich den Eliten an den Hals werfen, da hilft alles progressive Getue nichts.

    Montagsdemonstrationen – Gauck ist einer dieser ehemaligen Oppositionellen, die seit dem Fall der DDR niemals und nirgends auch nur einen Finger für Demokratie, Frieden und soziale Gerechtigkeit gerührt haben. Das geht jetzt seit über zwanzig Jahren so. Er ist der Letzte, der irgendeine moralische Autorität hätte, irgend jemandem vorzuschreiben, unter welchem Leitspruch er demonstrieren darf.

  187. Vielen Dank für die differenzierte Darstellung! Ich Habe mich auch über einige aktuell kursierende Gauck-Zitate gewundert und bin jetzt dank des ausführlichen Berichtes aber wieder beruhigt.

    @ Jan B.:Ich finde jemandem “Mut” zu attestieren muss nicht als partielle Übereinstimmung gewertet werden. Vieles was tagtäglich passiert, ist “mutig” aber trotzdem dumm. Wenn beispielsweise jemand aus Spaß mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug springt finde ich das “mutig”. Im Grunde finde ich das ganze aber dumm (die Gründe möchte ich jetzt hier nicht ausführen). Das gleiche gilt meiner Meinung nach für Sarrazin: Mutig + dumm.

  188. ganz große Klasse, danke für diese differenzierte und um Original-Quellen bemühte Aufarbeitung!!

  189. Aber selbst dann würde da immer noch eine gewisse Anerkennung mitschwingen. Zudem hat ja Gauck Sarrazin mehr als nur Mut attestiert, sondern ihm auch zugestanden, angeblich ein reelles gesellschaftliches Problem angesprochen zu haben, womit er im Grunde suggeriert, dass Überfremdungsängste eine rationale Grundlage hätten. Dazu passt ja auch seine Bemerkung darüber, dass es zu viele Stadtviertel mit zu vielen Ausländern und zu wenig Altdeutschen gebe. So oder so machst auch du den Fehler Gaucks Äußerungen im dem größeren Kontext seines dezidiert rechten Weltbildes zu sehen. Die Begeisterung für Gauck scheint mir ähnlich naiv zu sein wie damals für Guttenberg und speist sich nicht zuletzt aus dem Mythos, dass er “Bürgerrechtler” gewesen sein soll. (Tatsächlich war er zur Zeit der DDR an keinen oppositionellen Tätigkeiten beteiligt und hat diese erst angefangen zu kritisieren als dies nichts mehr gekostet hat. Zumal es Dokumente dafür gibt, dass er einen rechten ungewöhnlichen engen Gedankenaustausch mit der Stais hatte.)

  190. Pardon, du machst natürlich den Fehler gaucks Äußerungen NICHT in dem Kontext seiner bekannten Weltanschauung zu sehen.

  191.  Das heißt also im kanonischen (kirchlichen) Zinsverbot ist alles besser und alle sind reich. Kein Ärger im Islam mit den Banken, jeder bekommt “Geld in Hülle und Fülle”. Deswegen auch lieber Schgleier statt Demonstration. Langsam begreifde ich.

  192. damit Du noch was dazu lernen kannst, es heißt DAS Gegenüber und nicht den. Wo hast Du Deutsch gelernt?

  193. Pingback: What really Grinds my Gears – Mensch- und Medienarbeit zum neuen Bundespräsidenten und anderswo | outofthejukebox

  194. Pingback: Joachim Gauck wird Bundespräsident - Seite 3 - inQuake Forum - mehr braucht man nicht!

  195. Hallo Jan,
    Ich glaube schon, dass es in der Bevölkerung bei vielen eine Angst vor Überfremdung gibt. Weshalb sonst hat sich das Buch sooft verkauft? Ferner teile ich Gaucks Meinung, dass man keine reinen Ausländerstadtteile schaffen sollte, sondern ein buntes Miteinander von “Altdeutschen” und Migranten.
    Es kann nicht sein, dass Menschen, die eine Meinung zur Ausländerpolitik äussern, sofort in die rechte Ecke gestellt werden. Das hier die Politik eine sinnvolle Lösung vorschlagen muss, ist unbestritten. Und genau mit diesen Ängsten versucht die NPD Wähler zu fangen. Vor diesen Ängsten die Augen zu verschließen und dann zu glauben, sie wären dann nicht mehr da, halte ich für töricht.

  196. Gauck, der wie aller Deutschen seiner Generation ein Kind des 3. Reiches ist, sollte sich mit dem Thema Faschismus gründlicher auseinandersetzen, ehe er ein öffentliches Amt annimmt und Deutschland im Ausland vertritt. Auch innenpolitisch hat er die Verantwortung, dieses Thema wach zu  halten –  was ein starkes Nationalbewusstsein nicht ausschließt.
     Hier scheinen aus meiner Sicht blinde Flecken zu bestehen. Er scheint gedanklich hauptsächlich um den Stalinismus zu kreisen. Das ist zweifellos ein  wichtiges Thema. Jedoch sollte er über sein persönliches Schicksal und das Outing seiner Erfahrungen nicht die Realitäten anderer Menschen verdrängen, leugnen, relativieren und hinter Brandt, Rau und Weizsäcker zurückfallen. Es fehlt an Empathie für das Leid anderer. Seine Einstellungen zu dieser Thematik erinnern mich an die 50er , 60er Jahre des letzten Jahrhunderts in der jungen BRD. Auch sein Vater wird nicht nur ein Opfer gewesen sein. Auch die Eltern und Großeltern in den alten Bundesländern haben auf die eine oder andere Weise “gebüßt”, waren in Gefangenschaft;  sind gefallen, kamen aus dem KZ  usw. und wer nach dem Krieg hier kritisch gewesen ist, musste auch mit Nachteilen rechnen. Es gab z. B. auch politische  Inhaftierungen bei Adenauer. und Berufsverbote bei Brandt.

    Hoffentlich ist er bereit,
     diesen Blick über die eigene innere Mauer  in seinem Alter noch zu vollziehen.
    Ich wünsche es ihm und hoffe, dass er kein Unheil anrichtet. Denn das wäre schlimmer, als die gesponserten Urlaube und Upgrades des Herrn Wulff.

     Ausführliche Zitate und ihre Interpretation findet man z. B. hier.

     http://clemensheni.net/2012/02/20/ein-politisch-kultureller-super-gauck-antisemitismus-halt-einzug-ins-schloss-bellevue/

    http://www.nrw.vvn-bda.de/texte/0130_gauck_do.htm

    http://www.publikative.org/2010/06/21/zuroff-gauck-kritik-200/

  197. In deiner Kritik an Joachim Gauck äußerst du so manches,was bedenkenswert ist. Dabei machst du aus meiner Sicht aber den Fehler, ihn nach einem allzu simplen Freund-Feind-Schema zu beurteilen.
    Zu deinen Anwürfen bezüglich Gaucks angeblicher oder tatsächlicher Haltung zu Sarrazin, Hartz-4 und der occupy-Bewegung:
     
    Für Gauck und einige Millionen Menschen mehr in diesem Land, die einen Großteil ihres Lebens in einem totalitären Staat verbringen mußten, ist die DDR (und damit auch ihre untaugliche, am Ende bankrotte Staatswirtschaft) nicht nur eine “unbedeutende Fußnote der Geschichte”, sondern leidvolle Erfahrung. Und wenn Gauck Forderungen innerhalb der occupy-Bewegung nach einer Verstaatlichung der Banken vor dem Hintergrund seiner Erfahrung mit dieser Staatswirtschaft kritisiert, dann hat er mit seiner Kritik Recht. Die occupy-Bewegung krankt tatsächlich an diffusen, nicht klar durchdachten Forderungen und mangelnder Strategie. Andererseits kann es – und darin gebe ich dir Recht – mit dieser Kritik Gaucks nicht sein Bewenden haben. Selbst und gerade Befürworter einer freien Marktwirtschaft, von FDP-Politikern über Mittelständler bis zum Mercedes-Chef, fordern heute eine strengere Regulierung des Finanzsektors und seine Rückführung auf die “dienende” Rolle, die er früher innerhalb der Wirtschaft innehatte, also die Vergabe von Krediten an Unternehmen. Aber genau das fordert auch Gauck, etwa in dem 3sat-Interview (siehe obiger Link), in dem er sich sehr differenziert zur occupy-Bewegung äußert. Für Gauck bedeutet das Wort Freiheit im Wort “freie Marktwirtschaft” ja nicht nur “Freiheit von etwas” (in Gaucks Worten), sondern notwendigerweise zugleich “Freiheit für etwas” – eine verantwortliche Freiheit, die sich Regeln gibt. 

    Auch in Bezug auf Gaucks Sarrazin-Äußerung, die Patrick Breitenbach dankenswerterweise zugänglich gemacht hat, ist deine Sicht zu undifferenziert. Daß der langjährige SPD-Politiker Sarrazin eine Klassengesellschaft zementieren wollte, ist absurd. Er stellt einzig und allein fest, daß viele der bisherigen Anstrengungen, diese Klassengesellschaft zu überwinden, fruchtlos geblieben sind und ihrerseits zur Verfestigung einer Unterschicht führen. (Seine biologistische Argumentation, von der er sich später distanziert hat, klammere ich hier aus.) Andere, erfolgreichversprechendere Methoden der Bekämpfung von Armut und der gesellschaftlichen Integration, etwa Investitionen in Bildung, werden auch von Sarrazin befürwortet. Die Verfestigung einer Unterschicht aber und die mangelhafte Intergration von Einwandern, die sich dann in dieser Unterschicht wiederfinden, sind keine Erfindung “rechter” Ideologen (wie viele nicht minder ideologische “Linke” gerne behaupten), sondern ein tatsächlich existierendes gesellschaftliches Problem – ein Problem, das aus Gründen der politischen correctness bis zu Sarrazins Buch nicht ungeschminkt angesehen und diskutiert werden konnte. Dieses Problem als erster klar angesprochen und damit eine freiere, realitätsnähere gesellschaftliche Debatte ermöglicht zu haben – darin besteht nach Auffassung des überzeugten Demokraten Gauck Sarrazins Mut. Und wenn man sich erinnert, welchen Anfeindungen dieser sich bereits vor Erscheinen seines Buchs ausgesetzt sah,gerade innerhalb der Partei, die seine politische Heimat ist, dann hat Sarrazin, der wußte, was auf ihn zukommen würde, tatsächlich Mut bewiesen. 
    Schau dir die Äußerungen Gaucks, vor allem sein 3sat-Interview, doch noch einmal unvoreingenommen an!

  198. Patrick, danke für deine Kritik an den Anwürfen gegenüber Gauck, die im Netz aufgetaucht sind, und für die Originalquellen, die du zugänglich gemacht hast. Du hast da unglaublich wichtige Arbeit geleistet. 

  199. Zu der “unsäglich albern”-Sache hat er sich danach im Interview bei der Welt am Sonntag (23.10.11) übrigens detailliert geäußert:

    Warum halten Sie die aktuelle Kapitalismuskritik dann für „unsäglich albern”?Ob das wirklich die höchsten Tugenden sind, darüber wollen wir jetzt nicht streiten. Aber einen Slogan wie „Besetzt die EZB” finde ich schon sehr albern. Eine Besetzung würde in Destruktion enden, wenn sie außerstande ist, etwas Besseres an die Stelle des Angegriffenen zu setzen.Ich finde es auch albern, um ein schwaches Wort zu benutzen, wenn der Parteichef der Linken, Klaus Ernst, die heutigen Demonstrationen gegen Spekulationen und Bankenwirtschaft mit den Umwälzungen in der DDR von 1989 vergleicht und von einer „revolutionären Phase” spricht. Diesen Rückfall in eine Ideologie, die so tut, als sei „der Kapitalismus” die Ursache aller Entfremdungsprozesse, halte ich für historisch längst erledigt. Dieses marxistische Mantra ist von der Geschichte widerlegt. Haben wir doch im Kommunismus gesehen, dass die Absolutsetzung der Macht der wenigen und die perpetuierte Ohnmacht der vielen zu weit größerer Entfremdung geführt haben als in der Sphäre des sogenannten Kapitalismus.Aber gibt es nicht heute viel differenzierte Protestkulturen? In Belgien sind Menschen dafür auf die Straße gegangen, endlich eine Regierung zu bekommen. Also ein Pro-Protestieren, ein post-linkes Demonstrieren.Wenn Bürger auf die Straße gehen, um sich für etwas engagieren, finde ich das natürlich nicht albern, sondern lobenswert. Wenn Menschen sich nicht abfinden wollen mit dem, was sie vorfinden, sondern die Welt verbessern möchten, zeugt das von jugendlichem Elan und starkem Veränderungswillen. Diese Haltung ist gut. Wir finden sie zum Teil bei den Auseinandersetzungen um Stuttgart 21 oder bei den Protesten gegen die Gipfeltreffen der G 8. Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin konnten wir erfreulicherweise einen großen Zulauf ehemaliger Nichtwähler bei den Anhängern der Piratenpartei verzeichnen. Es gibt also ein neues Bedürfnis, den etablierten Politikern nicht alles zu überlassen. Ich fände es nur bedauerlich, wenn Menschen mit einer solchen Motivlage plötzlich bei der verbrauchten Ideologie des „Systemwechsels” landen. Mein besonderer Verdruss richtet sich gegen den Missbrauch dieses Protestpotenzials durch politische Reaktionäre. Wenn wieder leninistische Topoi bemüht werden, werde ich hellwach.

  200. 1. Der Standard-Artikel gibt m.E. die Meinung Gaucks zur Vorratsdatenspeicherung gut wieder. Gauck ist, unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit, für eine Vorratsdatenspeicherung (wie ich im Übrigen auch).
    2. Die Meinung Gaucks zu Sarrazins Buch ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Ob man die Veröffentlichung längst bekannter Statistiken als mutig erachtet und die daraus resultierenden Rassismen zur gleichen Zeit kritisieren sollte lasse ich mal dahin gestellt.
    3. Occupy: von mir aus. Allerdings lobt und kritisiert Gauck zur gleichen Zeit die Demonstranten im verlinkten Video. Kann man vielleicht als differenziert bezeichnen.
    4. Hartz 4: Montagsdemo-Rhetorik hin oder her: Gauck begrüßte die Hartz-Gesetze und attestierte Schröder dafür Mut, ob man das gut findet oder nicht.

    Klar wird sowas in den Boulevardmedien vereinfacht wiedergegeben. Eine Verfremdung der Botschaft sehe ich jedoch kaum und wenn dann trägt auch Gauck selbst durch seine Wortwahl Schuld daran. Bemerkenswert ist außerdem dass der Autor das Bildniveau der Blogger und Kommentatoren kritisiert, also genau jener Zeitung, die Wulff aus dem Amt katapultieren und Gauck ins Amt heben wollte

  201. Aha, nach dieser Logik wäre auch die Existenz von Antisemitismus ein Beweis dafür, dass an der jüdischen Weltverschwörung schon was dran sein müsse, sonst würden die Menschen nicht so verbissen dran glauben.

    Überfremdungsängste haben keine rationale Grundlage. Punkt.

  202. Wie gesagt; Gauck diffamiert jeden sozialen Protest, der auf die Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse abzielt als potenziell stalinistisch. Diese Art von antikommunismus stellt tatsächlich ein “Rückfall in alte Ideologien” dar.

  203. Was für ein Unsinn. Allerdings erinnert mich dein Beitrag daran, dass man uns schon bei Sarrazin erzählen wollte, dass wir ihn nur falsch zitiert hätten. Wenn dieser sich übrigens wirklich von seinen eugenischen Positionen distanziert hätte, hätte er gleich ein neues Buch schreiben müssen, denn in “Deutschland schafft sich ab” macht im Grunde nichts anderes als sich um die gesundheits Volkskörpers zu sorgen (und dabei polemisiert er nicht nur gegen Türken und Araber, sondern gegen randgruppen im allgemeinen).

  204. Das Problem der Quelle und wie die Wahrheit heutzutage verfälscht wird, hat mich gestern auch sehr beschäftigt. Es ging um ein anderes Thema, aber es erstaunlich, wie viele Fehlinformationen und Unwahrheiten im Umlauf sind.
    Einfachstes Beispiel: viele zitieren oft diesen Satz ” „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ – Es wird behauptet, das Indianer dies gesagt haben und es eine uralte Indianer Prophezeiung sein, aber diesen Satz hat kein Indianer jemals so gesagt… Unsere Welt braucht eine Institution oder Website, die sozusagen die Wahrheit darstellt oder richtig über Quellen etc. aufklärt. Sowas fehlt im Internet und sowas braucht die Menschheit, denn durch FB, Twitter, Blogs und sogar in den Nachrichtendiensten wird heutzutage soviel Müll und Fehlinformation weitergegeben.Vielleicht sogar eine ganz andere Alternative zum Internet.Kurz gesagt: die Wahrheit ist nicht im Internet zu finden.

  205. Pingback: Gauck Links of the Day | Cora Buhlert

  206. Patrick Breitenbach

    Gauck, ein Antisemit? Das kann ich leider so nicht unkommentiert stehen lassen. Zum einen verweise ich auf das Statement von Dieter Graumann, Vorsitzender des Zentralrats der Juden, zitiert in der TAZ Quelle: http://www.taz.de/Linke-und-Migranten-zu-Gauck/!88106/

    “Dieter Graumann, der dem Zentralrat der Juden vorsitzt, ist da zuversichtlich: Gauck sei nicht immer bequem, aber er werde “frischen Wind in die Politik bringen”, ist er überzeugt.”

    Zum anderen werde ich aufgrund dieser schweren Anschuldigungen, die ich schon an mehreren Stellen im Netz gesehen und gelesen habe, versuchen heute Kontakt mit dem Zentralrat der Juden aufzunehmen und eine Stellungnahme zu den zitierten Passagen aus Gaucks Aufsatz für die Bosch Stiftung zu erbitten. 

  207. Hängt man dem “panem
    et circenses” ein “et rem luisoriae” an so wird der Zirkus und
    seine Spiele ergänzt durch Spielzeuge, u.a. dem beschleunigten Internet samt
    seiner gar nicht so sozialen Netzwerke, indem Jedermanns Möglichkeit zu jeder Zeit mit Thesen
    und Behauptungen um sich zu schmeißen in ihrer schieren Masse schnell zu aller Welts Überschriften werden.

     

    Noch nie war es
    so einfach.

    caw

  208. Im Tagesspiegel ist kein Wortlaut-Interview mit Gauck erschienen. Der Tagesspiegel hat mit Gauck gesprochen, aber in seinem Artikel lediglich eine Reihe von Zitaten aus dem Gespräch wiedergegeben. Die Fragen des Tagesspiegels sind dabei nicht dokumentiert, zudem ist das Gespräch nicht im Zusammenhang wiedergegeben. In welchem größeren Kontext die einzelnen Zitate jeweils gefallen sind, wird nicht klar. Es war wohl ein Gespräch über dies und das und der Tagesspiegel gibt Zitate zu verschiedenen Themen ohne große Überleitung wieder. Der Artikel hatte sechs Absätze, ich zitiere hier mal den ersten und letzten Absatz. Nur im letzten geht es um Sarrazin.Tagesspiegel vom 31. Dezember 2010:

    Berlin – Der frühere
    Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck sieht die Bundesbürger im
    Superwahljahr 2011 in der Pflicht, sich gründlicher über politische
    Vorgänge und Entscheidungen zu informieren. “Es gibt in der Demokratie
    nicht nur eine Bringschuld der Politik, sondern auch eine Holschuld der
    Bürger. Wenn Wähler in einer Konsumentenhaltung verharren, anstatt sich
    für die objektiven Probleme der Allgemeinheit zu interessieren und sich
    mit den Vorschlägen und Maßnahmen der Politik wirklich
    auseinanderzusetzen, gerät die Demokratie auf Dauer in Gefahr”, sagte
    Gauck zum Jahreswechsel in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel. Er
    wünsche sich für das Jahr 2011, dass sich die Bürger weniger mit
    Oberflächlichkeiten von Politikern beschäftigen, sondern mehr mit der
    Substanz der politischen Entscheidungen. “Nicht die Kleidung der
    Ehefrau des Verteidigungsministers ist wichtig, sonder die Lage der
    Sozialsysteme oder die Notwendigkeit der Rente mit 67.”

    (…)

    Dem früheren Berliner Finanzsenator und Autor des umstrittenen
    Sachbuches “Deutschland schafft sich ab”, Thilo Sarrazin, attestierte
    Gauck, “Mut bewiesen” zu haben. “Er hat über ein Problem, das in der
    Gesellschaft besteht, offener gesprochen als die Politik.” Die
    politische Klasse könne aus dem Erfolg von Sarrazins Buch lernen, dass
    “ihre Sprache der politischen Korrektheit bei den Menschen das Gefühl
    weckt, dass die wirklichen Probleme verschleiert werden sollen”. Zum
    Parteiausschlussverfahren der SPD gegen Sarrazin sagte Gauck, die SPD
    habe das Recht zu sagen, dass die Position eines Parteimitgliedes nicht
    ihrer politischen Auffassung entspricht. “Aber man muss nicht gleich
    demjenigen Sanktionen androhen, der ein bestehendes Problem offen
    anspricht.”

  209. Pingback: Publikative.org » Blog Archive » Die Gauck-Debatte in den sozialen Netzwerken

  210. Pingback: Joachim Gauck | Nibelungen-Blogger

  211. Danke. Ich habe zuerst auch “häää?” gedacht und mich über Ihre hilfreiche Zusammenstellung gefreut.
    Elvira Surrmann

  212. Pingback: Die Welt – Artikel vom 23.04.1991 über Gauck und Terpe | Gedanken aus der Zwischenablage

  213. Pingback: Was Gauck wirklich gesagt und gemeint hat… - Stephan Kunze - Stadtrat für Arnstadt

  214. Vielen Dank für diesen Artikel. Endlich einmal jemand, der sich Zeit nimmt, die Originalquellen anzuschauen und nicht einfach nur copy&paste betreibt, wie leider viele teils sogar ehemals renommierte Zeitungen.

  215. Pingback: Besser die Wahrheit - Seite 20 - Teneriffa-Forum.NET - Deine deutschsprachige Teneriffa-Gemeinschaft

  216. Jetzt habt ihr Euer heilig gesprochenes Fossil aus dem kalten Krieg was im DDR-Zoo überwintern konnten: Mir reicht diese Heuchelei. SPD wohin bist du geraten?

  217. Pingback: Besser die Wahrheit - Seite 21 - Teneriffa-Forum.NET - Deine deutschsprachige Teneriffa-Gemeinschaft

  218. Einfach nur vielen herzlichen Dank für den Artikel und die genommene Zeit.

    Fuerst liest vielleicht noch mal genauer nach, könnte hilfreich sein.

  219. Pingback: falsch zitiert « Roger Reloaded

  220. Ein sehr guter Beitrag! Leider ist das Niveau der GAUCK-Kritiker auf einem sehr armseligen Niveau. Lasst ihn doch erst einmal sein Amt antreten und hört bei seinen öffentlichen Auftritten bitte genau zu, denkt darüber nach und beurteilt ihn anschließend. Seid doch nicht so empfindlich bei Kritik, diese kann ja immer auch konstruktiv gemeint sein und so beide Seiten weiterbringen. Also etwas mehr Gelassenheit!
    Übrigens ist eine lebende Demokratie immer dadurch gekennzeichnet, dass ein kritischer Diskurs gepflegt wird und man bereit ist sich die Kritik anderer genau anzuhören, bevor man sein Urteil fällt.
    Ich bin da hinsichtlich Herrn Gauck sehr erwartungsfroh. Zum Glück kommt einmal ein Quereinsteiger mit einem ansprechenden Intellekt in dieses Amt und kein profilloser Parteifunktionär oder weichgespülter Funktionär in dieses Amt.
    Die oberflächliche und vorschnelle Empörungsbewegung im Netz ist aus meiner Sicht einfach nur albern.

  221. Zur angeblichen Diffusität von Occupy Walstreet: Was könnte weniger diffus sein als die Forderung nach Verstaatlichung der Banken? Wenn hier etwas diffus ist, dann die Lippenbekenntnisse von ‘FDP-Politikern über Mittelständler bis zum Mercedes-Chef” nach dem Motto ‘strengere Regulierung des Finanzsektors und seine Rückführung auf die “dienende” Rolle, die er früher innerhalb der Wirtschaft innehatte.’ Für die Verstaatlichung der Banken gibt es nicht nur den englischen Fachbegriff der “receivership” sondern sogar ein Beispiel aus der jüngeren Geschichte, nämlich die Verstaatlichung verschiedener Banken in Schweden nach dem Platzen einer Verschuldungsblase im dortigen Immobiliensektor in den neunziger Jahren. Das passierte natürlich in viel kleinerem Massstab, als es heute vonnöten wäre, nur hat sich die Situation durch die bail outs und das Gelddrucken in den USA und Europa so zugespitzt, das wir es de facto mit dem Umgekehrten zu tun haben, nämlich der Übernahme des Staates durch die Banken. Stichwort ESM, welches nichts anderes als ein Ermächtigungsgesetz sein wird. Nur die Verstaatlichung der Banken kann das Rad noch zurück drehen. 

    Zur angeblichen Undifferenziertheit in Bezug auf die Sarazzinpropaganda: Die SPD ist seit langem nur noch eine CDU/CSU ohne das “C”. Dass Sarazzin Mitglied dieser Partei ist, hat also rein gar nichts zu bedeuten. Das mit der Verfestigung der Schichtenverhältnisse stimmt, der Grund hierfür ist jedoch der von Sarazzin ideologisch beförderte Klassenkampf von oben mit den sich immer weiter vertiefenden Einkommensunterschieden. Macht ist Geld und Geld ist Macht, da liegt wie seit eh und jeh der Hund begraben. 

  222. Pingback: Waschbärpower » Über die Fremdheit

  223. Der Artikel ist leider der Inbegriff dessen was er zu kritisieren meint … Der Autor  versucht, ganz klar überspitzte, Aussagen über Gauck zu wiederlegen indem er den “Gesamtkontext” betrachten will. Leider findet er in keinem Fall den “Gesamtkontext”, bzw. wenn er ihn gefunden hat Postet er den Link um dann jedoch im nächsten Satz die darin gemachten Aussagen schön zu reden bzw. zu bewerten … Natürlich sollte man immer die Quellen suchen bevor man sich auf Satzfragmente stürzt, wer aber “die Forderung nach einer Abschaffung des kapitalistischen Systems und der Marktwirtschaft und zwar im Hinblick auf die Forderung nach Verstaatlichung der Banken, als albern betrachtet” (q: Artikel s.o.) der ist nun mal Systemerhalter und Vertreter der Kapitalinteressen und darum für mich politisch nicht nur nicht tragbar sondern zu bekämpfen.   

  224. Danke für den sehr guten Beitrag! Da mit mittlerweile die Finger davon bluten Gauck vor dem ganzen Unsinn, der zuzeiz kursiert zu verteidigen, werde ich deinen Artikel wohl sehr fleißig verlinken, da hier die Vorwürfe am differenziertesten entkräftet, bzw. in ihren Kontext gebracht werden. Was den Antisemitismus angeht, kann ich nur sagen: Ich habe ihn mehrmals live erlebt, viel von und über ihn gelesen und Antisemitismus passt schlicht nicht in Gaucks Weltbild.

    Hätten seine Kritiker sich mal zu einem seiner unzähligen öffentlichen Auftritte bemüht, hätten sie gleich bemerkt, dass die Unterstellungen unmöglich mit seiner Persönlichkeit und seiner Denkstruktur zusammengehen.

    Er ist überzeugter Christ, ohne fundamentalistisch zu sein. Er ist überzeugter Demokrat ohne angepasst zu sein. Man kann sich, ich kann mich Deinem Schlusswort nur anschließen, daher gut an seiner Position reiben, aber an diesen beiden Tatsachen kommt man nicht vorbei.

  225. Würde man Kant mehr folgen in Sachen eines Moralisch /Ethischen Grundsatzes,,würde man auch nicht so viel Futter liefern für “Filterbubble “

  226. Ich bin froh, auf diesen Artikel gestoßen zu sein, es ist erschreckend, wie kritiklos diese sog. kritischen Stimmen verbreitet werden.

  227. Pingback: Buschtrommel » Die ausgewürgte Würde des Amtes

  228. sehr bemüht, aber vergebens.
    Ich hab live gezuckt, als er frank und frei losgequasselt hat und aus dem Rennen war. Hab nur gedacht…..Hättest Du geschwiegen, wärest Du James Garner geblieben”. Aber leider hat er geredet und das bildet sich nicht in einem Zitat ab,. das ist die Summe dessen was er sagt, die ihn verdächtig macht.

  229. Pingback: Gauck – und die Diskussion über ihn - Christians politische Gedanken

  230. Ich danke Ihnen für Ihre unglaublich wichtige Aufklärungsleistung! Man wünscht sich, dass die angeblich seriöse Presse nur ansatzweise so gründlich arbeiten würde. Tatsächlich erkennt man an der laufenden Debatte wer Spreu und wer Weizen ist im Mediengeschäft; allein dafür muss man dem Kandidaten dankbar sein. Diejenigen, die hier eilfertig mit klugen Tipps und Ratschlägen um sich werfen, so dass selbst Oberlehrern schlecht wird, sollten wenigstens die Geduld haben die Antrittsrede, oder wenigstens die Wahl, abzuwarten. Ansonsten ein drastischer, aber absolut zielführender Tipp: Wenn man – außer oblatendickem Halbwissen – nichts weiß: einfach mal die Fresse halten!

  231. Pingback: EP 139 - Gauck, Hagel und Nils Holgersson - Einschlafen PodcastEinschlafen Podcast

  232. Tag zusammen,
    tut mir leid für den Autor, aber diesen Artikel empfinde ich ebenso selektiv und ähnlich einseitig wie die gekürzten Ziatet Gaucks.

    Es geht beim Thema  “Gauck und Hartz4” nicht nur um die Bezeichnung “Montagsdemonstration” und die Kritik daran, es wird hier z.B. nicht erwähnt, dass Gauck von seinem Elfenbeinturm aus das menschenverachtende System Hartz4 gutheisst und mit seinen Äusserungen zum Teil in die gleiche Kerbe wie die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” schlägt.

    Dann das Thema “Wikileaks und Gauck”, es wurd erst gar nicht angeschnitten, vermutlich weil die Kritiker Gaucks in diesem Fall weniger gut als undifferenziert darstellbar wären.

    Und was ich an diesem “Lanzen brechenden” Artikel ebenfalls vermisse, ist das Aufgreifen der Kritik, dass Gauck aktuelle Probleme der Welt oft aus der einfälltigen Sicht einer DDR-Vergangenheit bewertet. Man könnte zuweilen glauben wir wären noch im kalten Krieg, wenn man diesem Mann zuhört. Das Problem dabei ist jedoch, dass die Freiheitsrufe oder Schreckgespenster des Sozialismus inkonsequent von Gauck hervorgekramt werden, und zwar da wo es ihm in die Argumentation passt (Stichwort: Bankenverstaatlichung, Geschichtsvergessenheit, etc.). Bei Themen wie Vorratsdatenspeicherung oder Whistleblower (Wikileaks) würde man eher erwarten, dass ein sogennanter “Bürgerrechtler” und “Opfer” eines ehemaligem Regims vor Überwachung warnt und Informationsfreiheit bzw. Transparenz zum wohle der Demokratie befürwortet.

    Und last but not least, ist da auch noch die Kritik an der Arbeits Gaucks in der Stasi-Behörde und die bewusste Täuschung des Parlaments damas. Viel Spaß bei der Recherche und den Entdeckungen zu diesem Thema.

    Grüße an alle, die sich des eigenen Verstandes bedienen!    

       

  233. Wie unsinnig dieser Artikel hier ist, zeigt sich z.B. an Herrn Gaucks Einstellung zur Kapitalismuskritik in dem oben verlinkten Video “Statement von Gauck bei 3Sat zu Occupy und Protest” ( http://podcast.3sat.de/mediathek/mediathek.php?obj=27807&mode=play ) ab Minute 3:35…
    Hier zeigt er seine Scheuklappen-Mentalität, indem er Kapitalismuskritik verurteilt, nur weil er bisher keine besseren Systeme gesehen hat. Für die Idee, vielleicht trotzdem ein besseres System erschaffen zu können, dafür reicht sein Horizont offensichtlich nicht aus. Was für eine jämmerliche Logik…

  234. Ähm, ohne das Video jetzt gesehen zu haben, Kapitalismuskritikerin: Wie sinnvoll ist ein Pro-test, wenn man nichts hat, wofür man eintritt. Ich sehe das bessere System zum Kapitalismus auch nicht. Sinn ergibt ein Pro-test doch nur, wenn man eine Alternative im Angebot hat, oder nicht? Man kann vielleicht seinen Unmut ausdrücken über die Welt, wie sie ist (ich teile diesen Unmut durchaus), aber sonst?

  235. Ich arbeite mich zu dem Thema “Gauck” erst ein und suche daher Argumente und Kontexte aller Seiten. Der Artikel hat zwar seine  subjektiven Tendenzen (zB. wird im Abschnitt zur Kritik an der Occupy Bewegung aus “unsäglich albern” “naiv”, wenn auch in Gänsefüßchen), aber er ist untermauert. Ihr Kommentar kritisiert den Autor, aber setzt sich nicht mit dem Inhalt auseinander, denn mit einem “würde man eher erwarten”-Stil kritisieren Sie inhaltlich auf genau dieser Ebene, die gerade von dem Artikel angegriffen wird. Es wäre der Diskussion sehr dienlich, und ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich die Mühe machen würden, Ihre Meinungen zu erläutern und ähnlich wie Patrick Breitenbach zu begründen.

  236. Gauck lehnt Staatsakt für die Opfer des rechten Terrors ab.

    Die Nähe zu US-republikanischem Denken dürfte nicht von ungefähr kommen.
    Joachim Gauck ist Mitglied des elitären Vereins Atlantik-Brücke – über
    die der Lobbyist Arend Oetker sagt: „Die USA wird von 200 Familien
    regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.“ Wer ist wir? Von
    der Website des Vereins lächelt einem der Vorsitzende Friedrich Merz
    entgegen, der mehr Kapitalismus wagen will. Sein Vorgänger war Thomas
    Enders aus der Chefetage des Rüstungskonzerns EADS.

    http://tinyurl.com/6ops5oc

  237. Pingback: Die Debatte Gauck – Anlass zu einer Medienreflektion | Karlshochschule International University

  238. Es ist mMn offensichtlich was der Kommentator damit meinte. Gauck kommt mit DDR-Negativbeispielen wenn es um Occupy/Finanzkapitalismus geht (Bankenverstaatlichung), beim Thema VDS beruhigt er allerdings (bedeutet nicht gleich Spitzelstaat, u. U. VDS ok). Das ist schlicht inkonsequent, auf der einen Seite (bei der Verstaatlichung) sofort wie ein pawloscher Hund mit Beissreflexen reagieren und auf der anderen Seite Überwachung nicht grundsätzlich ablehnen.

    Und damit es auch wirklich jeder kapiert: Bei der VDS differenziert Gauck und erwägt auch Vorteile/Nutzen der VDS unter bestimmten Voraussetzungen, beim Thema Occupy stellt Gauck dagegen den Nachteil der Verstaatlichung heraus, obwohl es auch hier sicher Vorteile/Nutzen gäbe. Der Mann mal sich die Welt zum Teil wies ihm gefällt.

  239. Absolut super Text! Mir ging dieses ganze Anti-Gauck-Getue aufgrund von solch unreflektierten Äußerungen ziemlich auf den Keks in letzter Zeit.. daher danke für diesen gut recherchierten Eintrag.

  240. Ihr “Filterbubble” – was es nicht alles gibt – habe ich im Fall Gauck bis jetzt eigentlich nur umgekehrt wahrgenommen:

    seit einigen Tagen wird mir von sämtlichen Fernsehsendern weisgemacht, wie sehr alle diesen Menschen als Präsident haben wollen (natürlich alle außer “Die Linke”, aber die war ja ohnehin nicht zu den Gesprächen der Kanzlerin beordert worden).

    Und die großen Printmedien wollen mir auch noch einreden, was für ein erfrischend unbeqemer Denker das doch sei – unbequem werden seine Gedanken bestimmt nicht für Frau Steinbach, Frau Springer oder Herrn Sarrazin u.a. (deren Freiheit er hauptsächlich verteidigt) – unter den vielen “klugen” Gedanken, die ich von Gauck in den letzten zwanzig Jahren mitbekommen durfte, war keiner dabei, den ich gutheißen konnte; aber ich muß ihn ja auch nicht wählen :-(

    …noch ein kleiner Buchtip: in A. Osangs “Die Nachrichten” von ’94 (?) wird recht schön dargestellt, warum der große Inquisitor im Osten gar nicht soo sehr beliebt ist

    …und Reflexion schreibt man mit X  :-))

  241. Sprache ist wichtig.
    Wer sich mehr als einmal dafür entscheidet, auf Sarrazin´s angeblichen „Mut“ hinzuweisen, der kommuniziert damit etwas.
    Hitler, Stalin: das waren zweifelsfrei mutige, ja verwegene Bursche…  ausdrücklich betonen muss man das aber nicht. (Nein, das ist nicht als Gleichsetzung zu verstehen. Aber als Abgrenzung zu all den Aussagen der Art: „Ja, hatadochauchrecht! Banale Tatsache, mutig war er doch!“

    Die Aussagen zu Occupy und Demonstationen, zur Vorratsdatenspeicherung, zu Hartz-IV-Empfängern: sind auch mit Kenntnis des Kontext nicht so ohne Weiteres hinzunehmen.
    Der intellektuelle Wert von Gaucks beiträgen hält sich in Grenzen, und sprachlich sensibel sieht auch anders aus.

    Dass insgesamt soviel Potential für Missverständnisse vorhanden ist, hat doch zumindest als Indiz dafür zu gelten, dass Gauck, wenn schon nicht reaktionär und verbohrt, dann auf jeden Fall ein eher mässig begabter Kommunikator ist.
     

  242. Danke für diese Zusammenfassung. Hochinteressante Thematik sowohl in Bezug auf Gauck, als auch auf die schöne, neue Medienwelt. Wie ich hier zu erkennen glaube, ist Gauck wenigstens ein Politiker, dem man gut widersprechen kann, weil er sich die Blöße gibt. So einer hat jedenfalls Seltenheitswert. 

    Ich erkenne auch, dass es mir nicht unbedingt schadet, nicht mit allen alperträumten Quellen non-stop verknüpft zu sein. Die Langsamkeit meiner Info-Verarbeitung sorgte dafür, dass die Gerüchte zerstreut wurden, ehe sie sich manifestieren konnten. 

  243. Danke für diese fundierten Hinweise, die mir wieder einmal bewusst werden lassen, wie leicht wir auf die zum grossen Teil oberflächliche Medien-Meinungsmache hereinfallen. Als Gauck am Samstagabend mit Merckel, Seehofer & Co als neuer Bundespräsident vorgestellt wurde, zeigten fast alle TV-Sender im Nachhinein nur noch die Szene, wo Gauck darüber informiert, dass er “ungewaschen” vor dem Volk sitzt. Das bleibt dann übrig – und dem Volk gefällts.

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  249. Das von Ihnen aufgedeckte Strickmuster ist doch überhaupt nicht neu: einfach eine provokante These in einem Schwall von Sowohl-als-auch zu verstecken; am nächsten Tag wird dieser eine Satz von einigen Zeitungen zitiert, sodann von weiteren weiterzitiert – um danach je nach Reaktion entweder zu relativieren “…sooo hat er’s doch gar nicht gemeint, das ist doch völlig aus dem Zusammenhang gerissen” oder aber “…na endlich hat mal jemand den Mut gefunden, DAS auszusprechen” in polit. Kampagnen zu überführen. 

    Hängen bleibt eben diese eine Aussage; so funktionierte mediale Demokratie auch schon vor dem Internet – das sollten Sie eigentlich auch wissen!

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  256. Die Notwendigkeit zusätzlicher Pro-Gauck-Initiativen erscheinen mir nicht nur ähnlich sinnvoll wie das Aufstellen von Sandkasten in der Wüste, sie beinhalten auch den entscheidenden Fehler, den Sand zum Mainstream allgemein gülteiger Normen akzeptiert zu haben; inklusive dem Kasperltheater der FDP gegenüber Merkel und einer basistoten Grünen Partei, die inzwischen scheinbar alles akzeptiert, was Roth, Özdemir und Trittin in die Gegend pupsen.Es existiert weder kritische Auseinandersetzungen mit dem eigenen Führungspersonal, noch über ein Für und Wider zu derem Kandidaten. Während die aktuellen Occupy-Bewegungen vor Jahrzehnten ohne die Grünen kaum vorstellbar gewesen wären, läuft man heute einem Kandidaten hinterher, der genau das Gegenteil der ehemals grünen Bewegung darstellt. Grün sein heisst spätestens seit heute: keinerlei Banken- und Finanzkritik – weil man heute selbst an den Trögen der Macht Teil hat?
    Nicht anders verhält es sich mit den Themen Afghanistan, Atomkraft, oder soziale Gerechtigkeit, … Überall dort, wo es einmal auch deutliche Positionen der Grünen gab, ist Gauck gegenteiliger Meinung. Und so fragt auch keiner, ob die Mitgliedschaft von Gaucks Eltern (beide NSDAP-Mitglieder der ersten Stuinde) mit dem späteren Hass gegenüber dem DDR-Regime zu tun hatte, und auch weiterhin zu tun hat. Da braucht man die Zitate in ihrer Einzelheit gar nicht bis in den letzten Kontext hinein zu analysieren, wenn er die heutige Linke mit “Kommunisten” und “Stasi-Partei” gleich setzt, also inklusive Lafontaine und Klaus Ernst. Spätestens damit, und wenn er die eigene “Freiheit” zur Unfreiheit der anderen erklärt, disqualifiziert sich Gauck für ein solches Amt, das den Ausgleich aller zum Ziel haben sollte.

  257. Frei nach einem Vorbild aus Ca ira (Süverkrüp): 

    Spitzbube Windsor, schmaler Karl,
    Spitzbube Windsor, schaler Karl, genießt Du noch den Sündenfall,
    genießt Du noch den Sündenfall,

    Tratest der Lady Di
    ihr Eheglück entwei.

    Nun preist den flotten Stecher!
    Singt ein chanson, singt ein chanson
    dem flinken Ehebrecher!
    Singt ein chanson, dem Tampon!

    Und auch Nicolas Sarkozy,
    und auch Nicolas Sarkozy, steigt lieber auf Carla Bruni,
    steigt lieber auf Carla Bruni. 

    Sie nimmt ihn blitzeschnell
    und spuckt auf Raphael.

    Man muss ihr Eines lassen:
    Sie ist nicht keusch, sie ist nicht keusch.
    Doch darf man sie nicht hassen,
    denn ihre Herkunft ist deutsch!
    (Bruni-tedesci!)

    Ersetzen wir nun Wulff durch Gauck,
    ersetzen wir nun Wulff durch Gauck? 
    Weil unterm Strich der doch mehr taugt,
    weil unterm Strich der doch mehr taugt?

    Beschwör’n wir einen Fluch?
    Auch er lebt Ehebruch!

    Das sollten wir vermeiden!
    Wär’ es nicht toll, wär’ es nicht toll,
    er liesse sich noch scheiden
    (was er als Christ ja nicht soll)!

    ©+® Martin Schodlok

  258. Präsidentenkür im Internet: Wie das Netz den bösen Gauck erfand
    von
    Christian Jakubetz
    20. Februar 2012

    Er gilt im Internet plötzlich als Antidemokrat, Sarrazin-Freund, Occupy-Gegner und Befürworter der Vorratsdatenspeicherung. Die Mär vom bösen Gauck ist ein Paradebeispiel dafür, wie aus journalistischer Verkürzung und der rasenden Schnelligkeit des Netzes eine Welle wird. Auf Faktentreue kommt es dabei längst nicht mehr an.

    http://www.cicero.de/berliner-republik/wie-das-netz-den-boesen-gauck-erfand/48369

  259. Joachim Gauck und die Freiheit

    Wie der künftige Bundespräsident die Demokratie versteht

    “Freiheit”
    – das ist für Joachim Gauck der zentrale Wert unserer Gesellschaft. Was
    der künftige Bundespräsident darunter versteht, hat er in seiner
    neuesten Publikation niedergeschrieben: “Freiheit – ein Plädoyer”. ttt
    hat Joachim Gauck exklusiv interviewt, kurz bevor er zum
    überparteilichen Präsidentschaftskandidaten ausgerufen wurde.

    http://www.daserste.de/ttt/beitrag_dyn~uid,e38mt6f1oa6spprv~cm.asp

  260. Pingback: Soziopod #009: Perspektiven auf Gauck | SozioPod

  261.  Für mich widerspricht es nicht der Freiheit, die Freiheit zu haben, die eigene Freiheit oder die eigene Zukunft zu verkaufen.

    Es widerspricht aber der Menschenwürde.

    Deswegen gibt es zum Beispiel in Deutschland Grenzen der Vertragsfreiheit.

  262.  Eingriffe in die Freiheit mögen sich dabei nur in seltenen Fällen mit der Menschenwürde vertragen.

    Aber Eingriffe in die Menschenwürde vertragen sich mit Freiheit.

  263. Sie schreiben, dass Sie sich die  Quellen der Zitate  angesehen hätten…. Dann schreiben Sie “Gauck, so bisher jedenfalls mein Eindruck, ist ein sehr reflektierter
    Mensch mit der Eigenschaft Themen differenziert zu betrachten, auch wenn
    – oder gerade weil – er eine sehr prägende Biografie besitzt” – Haben Sie recherchiert, ob die von Gauck publizierte Biografie auch echt ist ? Ich für meinen Teil halte Gauck für einen Hochstapler – einiges lässt sich sehr einfach nachprüfen, so z.B. sein Wandel vom braven, priviligierten DDR-Pastor zum “Bürgerrechtler”, gerade rechtzeitig bevor der erste Stein in der Mauer fiel.

  264. Pingback: ACTA: Im Februar Netzthema Nummer eins

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  267. Pingback: Zitatplattform: Quote.fm und die Herausforderungen der Zukunft » netzwertig.com

  268. Vielen Dank für diese Filterbubble-Kritik, die ich zu 100% teile.
    Die Hysterie-Tendenz der Echtzeitkommunikation finde ich extrem gefährlich und auch auf lange Sicht eine potentielle Gefahr für die Demokratie (neben allem Positiven, was sie natürlich auch in sich birgt).
    Es beschäftigt mich, wie schnell auf diese Weise eine Diktatur der Standardmeinung entstehen kann, bzw wie auf dünnstem inhaltlichem Eis regelrechte Hetzkampagnen gestrickt werden.

  269. Pingback: Was spricht eigentlich … | Mac's Blog

  270. Pingback: Ein Problem : others Blog

  271. Pingback: #rp12 | re:publicanische Begegnungen | mitten in mitte

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  273. Pingback: „Unsäglich albern“ – Kritik an Joachim Gauck | Medienzeiger

  274. Pingback: Der „böse Gauck“ und das Netz › Sprachlog › SciLogs - Wissenschaftsblogs

  275. Pingback: Eröffnungsrede zur 50. Sicherheitskonferenz in München – Gauck | Gehirnknoten

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