Energiemanagement – Es tut sich etwas

Seit etwa sieben Jahren führe ich mehr oder weniger regelmäßig Business Development Seminare für die Industrie durch. Die Teilnehmer beschäftigen sich vor allem mit dem Aufbau und Entwicklung neuer (internationaler) Märkte sowie die Vermarktung von Innovationen (ein Themenspektrum, das unsere Studieren aus dem Strategiemodul, aus “Change & Innovation” sowie dem Mastermodul “Business- and Organizational Development” sehr gut kennen).

Wie auch unsere Business Development Studie deutlich belegt, wurde das Thema Business Development von der Energiebranche weitestgehend mit Missachtung gestraft. Etwas böse formuliert: Man hatte es nicht wirklich nötig, sich mit neuen Märkten oder echten Innovationen zu beschäftigen.

Inzwischen – vor allem seit Fukushima und dem verkündeten Ausstieg aus der Kernkraft – sieht das Bild ganz anders aus. Bei meinem letzten Seminar in Frankfurt kam fast die Hälfte der Teilnehmer aus der Energiebranche. Die traditionellen einheimischen Energieversorger muss man auf den Teilnehmerlisten aber nach wie vor noch mit der Lupe suchen. Stattdessen sind die Teilnehmer Mitarbeiter von Tochtergesellschaften ausländischer Unternehmen, die sich gerade im deutschen Markt etablieren, sowie Mittelständler, die ihre Chance in dem Energiemarkt suchen (und finden), und die teils kurz davor stehen, wirklich spannende Innovationen auf den Markt zu bringen.

Nahezu allen Teilnehmern ist gemein, dass sie die Energiewende als große Chance sehen, wenn auch manche damit hadern, dass die Förderpolitik vor allem bestehende Strukturen stützt.

Ohne Zweifel werden am Arbeitsmarkt zunehmend Qualifikationen abgefragt, wie sie unsere Studierenden im Studiengang Internationales Energiemanagement erwerben. Nach dem, was ich in meinen Seminare erfahre, scheint mir nicht nur im Hinblick auf die Chancen unserer Studierenden im Internationalen Energiemanagementauf dem Arbeitsmarkt, sondern im Bezug auf unsere ganze heimische Wirtschaft mir wirklich Optimismus angesagt zu sein.

3 comments Write a comment

  1. Patrick Breitenbach

    Interessant. Würdest du so weit gehen zu sagen, dass man manchmal eine Branche politisch aus ihrer Komfortzone reißen muss um einen Change und Innovationen zu befeuern?

  2. Prof. Dr. Lutz Becker

    Absolut. Schützende “Firewalls” um Industrien sind auf Dauer kontraproduktiv, weil sie notwendige Adaptionsprozesse behindern. Das gilt m. E. auch für die sogenannten Schutzrechte. Ich sehe keine Evidenz dafür, dass sie die ökonomische Prosperität dauerhaft fördern.

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