Das Praxissemester: Es liegt in unserer Hand!

Denise Schuler, MKE, 5. Monate Praktikum bei Endless Event GmbH

Mein Beitrag soll eine Aufforderung sein, dass niemand unzufrieden in seinem Praktikum dahin vegetieren sollte, sondern es sich lohnt die Notbremse zu ziehen und das ein oder andere Risiko zu wagen beziehungsweise doch einmal aus dem Fenster zu hüpfen (wenn es nicht gerade im obersten Stock ist…) Vielleicht ist das nächste Fenster an dem man vorbeikommt ja so toll wie dieses hier!

Am 1. Februar starte ich frohen Mutes mein Praktikum in einer Fort- und Weiterbildungsagentur. Die für mich vorgesehenen Bereiche sind die Seminarorganisation, die Kundenbetreuung und das Marketing. Hört sich ja spannend und nach viel Arbeit an.
Zuerst erklärt man mir organisatorische Dinge, wie z.B. dass es drei Computer gibt, man aber nur an zwei davon Mails schreiben kann und nur an einem der drei auch welche empfängt. Da es nur zwei Lizenzen für die Kundendatenbank gibt, kann man nur von zwei PCs gleichzeitig darauf zugreifen. Naja. Es stellt sich heraus, dass das so aber auch in Ordnung ist, da eh eigentlich nie mehr als 2 Kollegen im Büro sind. Meine Kolleginnen sind eigentlich alle nur Teilzeit beschäftigt und nicht mehr als 3 Tage die Woche im Büro und nach ein paar Tagen finde ich heraus, dass sie eigentlich alle noch studieren und die Büroarbeit für sie nur so ein Nebenjob ist. Naja. Bin ich eben die einzige, die 5 Tage die Woche, 8 Stunden am Tag da ist… Weitere spannende Ausblicke, die ich am ersten Tag auf die nächsten drei Monate bekomme, sind: einkaufen, zur Post gehen, Müll leeren und abspülen, gehören zu den täglichen Praktikantenpflichten. Naja.
Optimistisch, dass heute erst die richtigen Aufgaben auf mich zukommen werden, starte ich in meinen zweiten Arbeitstag. Die Nachbereitung eines Telefonseminars und die Vorbereitung eines Rhetorikseminars stehen an. Vorbereitung: Seminarmappen falten, Namensschilder basteln. Nachbereitung: Zertifikate erstellen. Das geht so: man öffne die Vorlage und kopiere die Namen der Teilnehmer hinein. Naja. Sonst ist heute eigentlich kaum noch etwas zu erledigen. Kurz vor Feierabend sagt meine Kollegin: „Heute war schon viel los. Hoffentlich hab ich dich nicht überfordert an deinem zweiten Tag. Es kann sein, dass sonst mal nicht so viel los ist und du dir die Arbeit eher zusammen suchen musst.“ Ok. Hilfe.

Die nächsten Tage verlaufen alle ähnlich. Langweile kann so schrecklich sein…

Der Lichtblick. Herzklopfen am 8. Februar. Ich bekomme folgende Mail: „Hallo Denise, hast du noch Interesse an einem Praktikum bei uns? Gruß Jeff“  Absender: Andrea Geffers von endlessevent, die Eventagentur, bei der ich mich ebenfalls beworben hatte, aber keine Rückmeldung kam. In den folgenden Tagen überschlagen sich meine Gedanken. „Sch***e ich hab schon nen Vertrag unterschrieben.“ „Wer ist eigentlich Jeff, Spitzname von Frau Geffers oder ein anderer Praktikant?“ „Wieso duzt die oder der mich?“ „Schlechtes Gewissen das begonnene Praktikum abzubrechen, obwohl, brauchen die mich überhaupt?“ „Naja?!?“ „Vielleicht wird das andere auch nicht besser, nee Moment, öder geht kaum.“  Ich maile mit Frau Pfaffel hin und her und erzähle von meinem Dilemma. Ihr Rat: „Mach das, wobei du dich wohl fühlst und du glaubst, dass es das Richtige ist!“ (An der Stelle noch einmal danke Frau Pfaffel für die Unterstützung!) Der Austausch mit meinem Praktikumsbetreuer Herr Becker hat eigentlich auch das Ergebnis, das mir schon die ganze Zeit im Kopf herum schwebt:
Ich will zu dieser Eventagentur. Also heißt es, in den sauren Apfel beißen und der Chefin sagen, was Sache ist. Ich versuche die Sache diplomatisch anzugehen. Also nicht „hier ist alles blöd, ich will weg“, sondern „ich habe lange hin und her überlegt und bin zu dem Schluss gekommen, dass mir das andere Praktikumsangebot mehr für meine persönliche und berufliche Entwicklung bringt.“ An der Stelle muss gesagt werden, dass diese Chefin eine wirklich tolle, nette und sympathische Frau und prima Chefin ist. Mit ihrer Antwort fallen mir ca 24619342 Steine vom Herzen. Sie sagt: „Ich möchte, dass sich meine Mitarbeiter hier wohl fühlen und nicht das Gefühl haben, etwas anderes zu verpassen, also wenn du das wirklich möchtest, dann beenden wir den Vertrag frühzeitig und du kannst wechseln.“ Um ganz ehrlich zu sein, wahrscheinlich wäre die Arbeit dort mit der Zeit schon noch anspruchsvoller geworden, aber….
am 21. Februar beginne ich mein Praktikum bei der endlessevent Agentur in Freiburg und als am 31. März (glücklicherweise) jemand kurzfristig abspringt, bekomme ich den Job der Assistentin der Geschäftsleitung während den Vorbereitungen zum 3-tägigen Sommerfestival Sea of Love zu dem dieses Jahr an die 25.000 Besucher erwartet werden. Geil man! ;-)

Ich will damit sagen, wir müssen kein „naja“ akzeptieren, wenn wir auch ein „geil man“ haben können. Solltet ihr unzufrieden sein oder Probleme haben, holt euch die Unterstützung bei Frau Pfaffel oder eurem Praktikumsbetreuer. Sie haben wirklich ein offenes Ohr und stehen mit gutem Rat zur Seite.

Nächstes Mal erzähle ich vielleicht etwas mehr zu meinen jetzigen Tätigkeiten bei der Eventagentur, aber ich dachte mir, dass euch diese Geschichte auch interessieren könnte!

3 comments Write a comment

  1. Solveig Schwarz

    Musste immer wieder lauthals lachen, da ich es mir soo gut vorstellen kann. Bin froh, dass du jetzt Spaß hast und danke dir für diesen amüsanten, ehrlichen und für andere Studies sehr wichtigen Beitrag.

  2. ooh gott du organisierst die sea of love? *neid* Viel spaß bei deinem neuen Praktikum :) und organisier mal schön, will begeistert werden im Juli hahaha :D

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