Didaktik

Wenn Studierende unvermittelt auf unserer verschneiten Dachterrasse zu tanzen geginnen, dann könnte das durchaus mit einer meiner Veranstaltungen zu tun haben. Ich bin ehrlich gesagt kein großer Freund der üblichen US-amerikanisch geprägten Lehrbücher. Natürlich ist es auch für mich und gerade in den unteren Semestern hilfreich, auf die typischen vorkonfektionierten Fallstudien von Pepsi, Walmart, Starbucks, oder wie sie immer heißen mögen, zurückzugreifen. Eine hinreichende Grundlage für Managementbildung (nicht: Aus-Bildung) ist das jedenfalls nicht. Hier widerspreche ich meinen Kollegen in Harvard & Co. gerne und heftig.

Curt Mertens, Geschäftsführer von Carl Mertens, betont gerne, dass im sein Vater immer wieder gesagt habe, man müsse sich Erlebnisse verschaffen. Das gilt schon im normalen Leben, in der Didaktik gilt es umso mehr. Die klassischen Lehrbücher amerikanischer Provenienz, das sei vielleicht langjährigen in Lehre und der Arbeit mit jungen Unternehmern geschuldet, erinnern mich immer an angelutschte Gummibärchen: Ohne Ecken und Kanten und auf Dauer schmecken alle gleich. Ich glaube, dass man in der Lehre Pole besetzen und damit Spannungen schaffen muss. Der eine Pol heißt Theorie, da sollte man auch in der Lage sein, einmal schwierige und anspruchsvolle und auch einmal quer gedachte Texte zu lesen, zu verstehen und gemeinsam zu diskutieren.

Der andere Pol heisst Sinnstiftung und Anschlussfähigkeit – und das, was Curt Mertens mit Erlebnissen bezeichnet. An dieser Stelle zählen nicht Bibliothek, Analyse und Recherche, sondern das Lernen als soziales Experiment. Das beginnt bei den Unternehmensprojekten, geht über LDL – Lernen durch Lehren und geht – mit offenem Ende – weiter über Design Thinking oder Serious Playing Methoden.

Mehr dazu erzählt der Blog unseres Master Programms Leadership: http://masterleadership.de

5 comments Write a comment

  1. Wie ich so den neuesten Beitrag lese fällt mir LdL auf und dass es mit Jean Pol Martin einen renommierten Vertreter gibt, der sich intensiv des Themas angenommen hat. Wie oft haben wir es selbst erlebt, sobald wir etwas vermeintlich gelerntes jemand Dritten erklären wollten kamen die “Lücken” zum Vorschein und wir lernten durch das unmittelbare Feedback unseres Gegenübers (“Wie meinst’n das? Das versteh’ ich nicht!”) das, was wir durch reines Lernen nicht erlernen konnten.

    Lernen durch Lehren kann ganz im Kleinen anfangen, am besten stets mit etwas, was man vermeintlich schon gut kann. Dann ist die eigene Sicherheit und der Glaube ans Können gegeben, und auch das oben genannte Feedback wird uns nicht erschüttern.

    Was sind also die Felder, die es sich für die Managementbildung lohnt “lehrend” weiterzugeben an Kommilitonen, Freunde, und Professoren?

  2. Das Feedback der Studierenden, das ich bislang bekommen habe, war ausgesprochen positiv bis euphorisch. Es ist natürlich eine Herausforderung, die nahezu alle Studierenden gut bis exzellent gelöst haben. Alle, die ich gefragt habe, haben mir bestätigt, dass sie dadurch sehr viel gelernt haben. LdL kann man aber sicher nicht in in jedem Modul sinnvoll anwenden. In den ersten beiden Studienjahren hätte ich da auch eher Bedenken (ich werde es im zweiten Semester im Strategie Modul definitiv nicht anwenden). Als Monster von Loch Ness (siehe Tweet von LockSchuppen) würde ich es nicht bezeichnen. Dennoch besteht bei solchen Methoden immer die Gefahr, dass, wenn ich einen Hammer in der Hand halte, jedes Problem wie ein Nagel aussieht. Das Stichwort heißt also: Methodenvielfalt. Nichtsdestotrotz bin ich von LdL 100 % überzeugt.

    Interessant war ein kurzes Gespräch über Didaktik, das ich gestern mit einer Studierenden der LdL Gruppe und einer Studierenden, die zur gleichen Zeit in Fullerton war, hatte. Ich würde sagen: Ein sattes 4:1 für unsere Didaktik.

  3. KarlsBlog

    Hallo,

    leider bin ich ab sofort nicht mehr für die Karlshochschule International University tätig.

    Bitte wenden Sie sich ab sofort an meine Kollegin Frau Gudrun Kett unter gkett@karlshochschule.de oder +49 (0)721 1303 3047 oder
    Herrn Florian Bernard fbernard@karlshochschule.de oder benutzen Sie unsere allgemeine E-Mail info@karlshochschule.de

    Wenn Sie mich persönlich erreichen möchten, so mailen Sie bitte an breitenbach@gmail.com

    Vielen Dank und liebe Grüße

    Patrick Breitenbach
    Head of Communication & Content a.D.

    Karlshochschule
    International University
    Karlstraße 36-38
    D-76133 Karlsruhe
    Tel.: +49 (0) 151 155 49 49 2
    pbreitenbach@karlshochschule.de
    http://www.karlshochschule.de
    blog.karlshochschule.de

    Staatlich anerkannte Fachhochschule Karlsruhe
    Karlshochschule gemeinnützige GmbH
    Amtsgericht Mannheim HRB 110891
    Geschäftsführerin: Angelika Habermann

  4. Pingback: Lutz Becker zu LdL! « Jean-Pol Martins Weblog

  5. Pingback: My Norwegian Diary – Day 8 | Masters in Leadership

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