Leistung einer dreitägigen Forschungsreise: zahlreiche Einsichten.

Welche  Einsichten kann eine intensive dreitägige Forschungsreise von sieben ziemlich heterogenen Teilnehmern durch höchst unterschiedliche Lebenswelten auslösen? Wie ich am eigenen Leib erfahren habe, recht viele. Sieben, die im inhaltlichen Bezug zur Forschungsfrage dieser Exkursion im Rahmen der Karlsexpedition stehen, möchte ich hier als Hypothesen zur Diskussion stellen.

Kurz zum Hintergrund und Ablauf der Exkursion:  Wie schon Professor Lutz Becker in seinem Blogeintrag Intrakulturelles Erleben erwähnte, stand vergangene Woche im Rahmen des Moduls „Leading for Results“ eine weitere Forschungsreise der Karlsexpedition auf dem selbstorganisierten Programm. (Die erste Forschungsreise der Karlsexpedition führte uns übrigens zum World-Business-Dialogue nach Köln.) Von Mittwoch bis einschließlich Freitag trafen wir – fünf Master Studenten, Lutz Becker und ich  –  sehr unterschiedliche Personen aus mehreren Orten und aus noch mehr Lebenswelten.  Wir sprachen mit ihnen u.a. über ihre Definition von „Leistung“  – genauer gesagt von „Corporate- and Managerial Performance“ – sowie ihre Methoden der Leistungsmessung. Die Auswertungen dieser aufgezeichneten und der noch folgenden Gespräche laufen bis einschließlich August.

Als mein persönliches Zwischenfazit und als eine Art „Ball“ für weitere Diskussionen möchte ich schon jetzt sieben in den letzten Tagen entwickelte Hypothesen in den Raum werfen:

1. Es ist sehr hilfreich die vergangenen „Moden“ der Leistungsmessung und die (versteckten) Interessen der agierenden Partien zu kennen. (Quelle: Gespräch mit einem sehr umtriebigen Unternehmensberater, der zahlreiche Stationen bei großen Beratungsunternehmen hinter sich hat und nun selbstständig ist.)

2. Eine Organisation kann auch wirtschaftlich solide sein, wenn deren (finanzielle) Leistung nicht so wichtig scheint. (Quelle: Gespräch mit einer Zisterziensernonne zuständig für die wirtschaftlichen Belange ihres Klosters)

3. Die Einrichtung des eigenen Büros kann einiges über das eigene Verständnis von Leistung verraten. (Quelle: das Büro des Leiters des städtischen Finanzwesens)

4. Es ist nicht so wichtig, welche Leistung man selbst erbringt, sondern welche bei anderen ankommt. (Quelle: Gespräch mit einem sehr belesenen Benediktinermönch)

5. Für die nachhaltige Steigerung der Leistungsfähigkeit einer Organisation kann ein nach innen gerichtetes Marketing schwieriger aber zugleich viel wichtiger sein als ein nach außen orientiertes. (Quelle: Gespräch mit dem Geschäftsführer eines noch kleinen, in seiner Nische schon ziemlich erfolgreichen „Zulieferer“ von Pharmaunternehmen)

6. Die mit Abstand wichtigste Kennzahl für die Kundenzufriedenheit im Übernachtungsgewerbe ist die authentische Freundlichkeit des Personals. (Quelle: ein extrem herzlicher Benediktinermönch, zuständig für die Gästebetreuung in Maria Laach)

7. Manchmal ist man leistungsfähiger, wenn man nicht alles versteht. (Quelle: die lateinische Vesper an Christi Himmelfahrt)

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