Umbruch
Autor: Prof. Dr. Lutz Becker am 18.03.2010
Auch wenn es für uns so selbstverständlich erscheint, ist die Art, wie wir uns heute in “stinkenden Kisten” bewegen, kulturgeschichtlich betrachtet nur ein winzig kleiner Ausschnitt – und die Wahrscheinlichkeit, dass das noch lange so bleiben wird, ist eher gering.
Heute hatte ich die Gelegenheit, am 3. NoAE-Projekttag Elektro-Mobilität in Düsseldorf teilzunehmen. Auf dieser Konferenz wurden zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte zum Thema Elektromobilität vorgestellt. Natürlich sind noch viele technische Fragen ungelöst. Man denke allein an die Batterietechnik, die noch mit zahlreichen Fragezeichen und Problemen behaftet ist. Zwar wurde bereits, wie ich dort lernen konnte, 1916 das erste Hybridfahrzeug vorgestellt. Und schon 1899 brachte es ein Fahrzeug mit Elektroantrieb auf satte 105,8 km/h. Und da gab es noch das Detroit Opera Car, das 23 Jahre lang von 1907-1930 gebaut wurde und bei 55 km/h eine Reichweite bis zu 340 Kilometer erreichte. Doch seitdem hat sich in der Batterietechnik nicht mehr viel getan. Immer noch sind Lebensdauer, Ladezeiten aber auch manche Sicherheitsprobleme noch nicht zufriedenstellend gelöst.
Nichtsdestotrotz wird sich die Automobilindustrie schon bald gravierend verändern. Es sprechen einfach zu viele sehr gute Gründe für Elektromobilität. Zum Beispiel die bessere Energienutzung oder Motoren, die nahe am Rad sind, und die damit komplizierte Antriebssysteme (Power Train) ablösen werden. Last not least steigt das Angebot regenerativer Energie in rasantem Tempo, so dass, wie auf der Konferenz gesagt wurde, die Preise an der Leipziger Strombörse zu manchen Zeiten ins Negative rutschen.
Und an dieser Stelle wird es für Ökonomen richtig spannend: Wie sehen die Geschäftsmodelle in Zeiten der Elektromobilität aus? Wird es noch Unternehmen geben, die mit Vergasern, Kolbenringen und Kardanwellen ihr Geld verdienen? Werden wir das Auto noch kaufen, oder werden wir das Auto, wie heute das Handy, von einem Provider mit einem Mobilitätsvertrag “für lau” bekommen?
Das sind nicht nur Fragen, denen sich unsere “Energiemanager” stellen müssen. Zum Beispiel wurden auf der Konferenz auch eMobility-Modellprojekte im Bereich Freizeit und Tourismus vorgestellt.
Diese Veränderungsprozesse, die da auf uns zukommen, betreffen nicht unsere Wirtschaft, sondern die ganze Gesellschaft. Deshalb sind die hinter diesem Wandel stehenden Fragen nicht nur Gegenstand in Modulen wie “Change & Innovation” sondern auch im Masterstudium “Leadership”. Denn diese Änderungen in den Unternehmen und anderen gesellschaftlichen Organisationen zu bewältigen, ist eine höchst anspruchsvolle Führungsaufgabe.
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http://www.solar-driver-online.de Jürgen Krohn
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