Istanbul- Eine Stadt voller Abenteuer!
Autor: Laura Raths am 14.03.2010Nach einem spät Flug kamen wir nun um 3 Uhr morgens in Sabiha Airport an und wünschten uns nichts mehr, als ein warmes Bett, in dem man alle Viere von sich Strecken konnte. Doch so sollte es erst mal nicht kommen.
Kaum den Shuttel Bus in Taksim verlassen, “bis hier hatte es doch so gut geklappt”, stolperten wir geradewegs in eine Gruppe wilder Taxifahrer die einfach nicht verstehen wollten, dass sie diesen jungen Touristinnen kein Geld aus der Tasche ziehen konnten. Nach längeren aufwendigen Verhandlungen mit Hand und Fuß, einigte man sich auf einen Preis und zwei Taxen, jedoch scheinbar nicht ganz auf den selben Zielort. Stark übermüdet stiegen wir in die gelben Teufels Kutschen und merkten schnell, dass man in dieser Stadt weder etwas von “Rechts vor Links” noch von Geschwindigkeitsbegrenzungen gehört hatte. Das Adrenalin stieg als die Nachtsightseeingtour zu einer Fahrt auf der Überholspur wurde und mitten im Nirgendwo endete. “Go there” war dann die Anweisung unseres Taxifahrers, “zeigend in eine dunkle Gasse,” während die anderen damit zu kämpfen hatten es bei 10 Euro zu belassen, anstatt mehr Geld für einen Umweg für den, hier kommt’s: “Rückweg” des zweiten Taxifahrers zu bezahlen. Nach und nach schlich sich der Gedanke ein, “die haben uns hier irgendwo im Nirgendwo abgesetzt”, aus Rache an dem vermasselten Deal.
Anstatt dort zu bleiben wo wir waren, wie man es schon früh seinen Kindern bei bringt, irrten wir mit unseren Rollkoffern, nicht ganz lautlos übers Kopfsteinpflaster durch die Straßen, in der Hoffnung, “vielleicht finden wir ja zufällig unser Hostel.” Als uns dann doch die Realität einholte und man weder Straßennamen lesen, noch irgendwelche Anwohner um 4 Uhr morgens fragen konnte, entschlossen wir uns den vorgereisten Trupp an zu rufen, “Handy sei Dank!” Nach ein paar Versuchen wurde unser Gewimmer dann auch erhört und wir wurden persönlich abgeholt und zu unserem 10er Schlafgemach eskortiert. Nach einem netten Check-In und einer guten Nacht Schlaf, sah die Nachbarschaft auch gleich anders aus. Frisch geweckt vom Muezzin bekamen wir unser Frühstück: “Sehr International mit Kaffebrühe, Brot, Käse und Wurst und nach Wahl Müsli mit Joghurt und Obst.”
Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg die Stadt zu erkunden. In voller Erwartung und so im hellen, wirkte die Stadt nicht nur sehr sauber und modern, sondern gar freundlich und der Duft nach Tee aus den umliegenden Stuben sorgte bei allen für ein Gefühl von wohltuender Wärme, die die Temperaturen leichter ertragen ließen. Dann Plötzlich standen wir zwischen den wohl prächtigsten Gebilden Istanbuls. Die Blaue Moschee und die Hagia Sofia übertrafen sich gegenseitig in Größe und Schönheit. Man kam sich so klein vor, zwischen diesen riesigen Inseln des Glaubens, die sich gen Himmel wölbten und mit ihren spitzen Türmchen die Richtung zu weisen schienen. “Einfach nur beeindruckend!”
Nach der Besichtigung der Blauen Moschee, bei der wir uns alle fühlten wie bei Aladdin und die Wunderlampe, geschmückt mit Kopftüchern und ohne Schuhe, zückte jeder seinen, natürlich extra besorgten, Reiseführer in Taschenformat. Wo sollte es als nächstes hingehen, vor allem aber wie, Taxi? Bahn? Oder doch lieber zu Fuß? Meist zu Fuß machten wir uns an diesem und an den folgenden Tagen auf die Reise zum Modern Art Museum, dem Gewürzmarkt, dem Großen Basar, diversen Shoppingmiles, einer Bootstour auf dem Bosporus rüber auf die asiatische Seite, der Prinzessinnen Insel und kleineren anderen Abenteuern, nicht nur kulinarischer Art, immer begleitet durch den ertönenden Muezzin und die hyperaktiven Verkäufer die sich außerordentliche Mühe gaben, einen mit Sprüchen wie: “Wie kann ich an ihr Geld kommen” für sich zu gewinnen. So kamen wir unteranderen zu Namen wie, “Spice Girls, Chickens oder einfach nur Germans.”
Nach fünf Tagen anstrengenden Hikings durch die Straßen der Stadt bei Wind und Wetter, wüsten Handelmarathons beim Abrechnen des Abendessens oder im Basar und rasanten Taxifahrten hatte man sich schon fast an die Stadt gewöhnt und überlegte doch tatsächlich, ob man nicht ein Tonband mit diesen lieblichen Klängen bespielen sollte, um diese im heimischen Schlafzimmer erklingen zu lassen. “All dies sollte uns doch schließlich irgendwie in Erinnerung bleiben.”
Zu Hause angekommen erfuhren wir von unserem verpassten Erdbeben in Istanbul und waren dann doch froh wieder im eigenen Bett zu schlafen. In der Stille sackte man in einen tiefen Schlaf und träumte von diesen nun weit entfernten Ort, in dem manches gleich und doch so einiges anders war.
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