Führungsgeschichten allüberall

Autor: Patrick Breitenbach am 20.02.2010

Führung ist kein Korsett aus Fakten, dass man sich einfach mal eben überstülpen kann. Führungsqualität erlangt man, indem man sich parallel immer wieder selbst entdeckt, denn Führungseigenschaften sind eng gekoppelt mit der jeweiligen Persönlichkeit. Wir alle wissen, dass wir alle grundverschiedene Lebenswirklichkeiten haben. Wir sind einfach durch andere Lebenskanäle geschleift worden und somit wirkt sich dieser Schliff auch auf unsere gesamte Persönlichkeitsstruktur aus. Daher ist Führungskunst immer ein individueller Prozess und damit nicht direkt durch ein bestimmtes objektiv scheinendes Modell durchführbar. Die Vermittlung von Führung bedarf verschiedene Geschichten, also Geschichten als Überträger von persönlichen Erkenntnissen. Gleichnisse, Fabeln, Gedichte, Songs, Anekdoten, Tabellen, Formeln, Witze etc. sind unterschiedliche Schachteln für Geschichten. Der eine versteht zwar keinen Spaß, aber dafür harte Fakten und Zahlen, während der andere seine Erkenntnisse über die Welt aus der narrativen Kunst erhält.

Spannend wird es dann, wenn man ganz bewusst die Schachteln nach einem ganz bestimmten Inhalt absucht. Scannt man also Kunst, Kultur und Wissenschaft nach “Führung”, so wird man sehr schnell fündig und kann die Geschichten in Bezug auf ein Stichwort, also beispielsweise Führung, interpretieren.

Was sagt uns “Moby Dick” über Führung zur damaligen Zeit?
Wie führt “der Pate” seine Organisation und wo liegen die Schwachstellen (abgesehen von der Kriminalität)
Was lehren uns aktuelle Fernsehserien wie “The Sopranos” oder “West Wing” über Führung?

Sopranos

Wenn man also wirklich etwas über dieses Thema erfahren möchte, so hilft es einfach nur unglaublich dabei die eigene Wahrnehmung auf den selektiven Filter “Führung” bewusst einzustellen. Wenn uns das dann gelingt, so entdecken wir plötzlich überall das Thema Führung und dies bedeutet auch eine extrem wichtige Grundlage zum Lernen zu schaffen, denn dann erst öffnen wir uns für das interpretative Lernen und Reflektieren.

(Die selektive Wahrnehmung lässt sich natürlich auf alles anwenden. So sehen Verschwörungstheoretiker überall Signale für Verschwörungen oder banaler: Wenn ich mir überlege ein rotes Auto zu kaufen, so werde ich meine Wahrnehmung entsprechend ausrichten und plötzlich “auffällig” ganz viele rote Autos im Alltag sehen. Das hat einfach damit zu tun, dass unsere Wahrnehmung grundsätzlich auf selektive Filterung basiert, da wir einfach nicht in der Lage sind die Realität im Ganzen zu erfassen)

Begleitend zu unserem Masterstudiengang Leadership werden wir demnächst ein Content-Projekt vorstellen, welches genau solche Geschichten vorstellen wird. Wir werden mit Führungskräften im Alltag sprechen (eben nicht die Klassiker in den Chefetagen, sondern vor allem auch andere Teamleader im Alltag wie Einsatzleiter, Sporttrainer, Seelsorgern etc. pp.) und ihre Geschichten rund um Führung darstellen und gemeinsam mit unseren Studierenden analysieren. Wer also etwas zu diesem Thema beizusteuern hat, kann sich gerne bei uns melden! Ich freue mich schon auf diesen reichhaltigen Erfahrungsschatz. Demnächst mehr.