SIFE Trainingswochenende in Schleiden
Autor: Marvin Rottenberg am 13.12.2009Am Freitag machten sich sieben Studenten der Karlshochschule auf zum SIFE Trainingswochenende nach Schleiden in der Eifel.
Nach rund dreieinhalb Stunden Fahrt erreichten wir, etwas zu früh, das Tagungshotel von KPMG in Schleiden, welches an diesem Wochenende ganz unter dem Motto “SIFE – A head for business.A heart for the world” stand.Insgesamt 27 SIFE-Teams aus ganz Deutschland sowie ein extra aus der Schweiz angereistes Team starteten das Wochenende mit einem kleinen Mittagsimbiss. Die Geschäftsführerin von SIFE Germany, Petra Lewe, eröffnete das SIFE Trainingswochenende mit einem herzlichen Empfang der Teams.
Gegen 13 Uhr nahmen wir die Gelegenheit wahr, unsere Projekte unserem eigens zugeteilten Business Advisor, Stefan Mayer der Deutschen Telekom, einen Überblick unserer Projekte und Ziele zu geben. Wir, Joanna, Pia, Claire, Johannes und Marvin diskutierten und konzipierten zusammen mit dem Business Advisor weitere Schritte und holten uns wichtige Tipps, während die beiden Teamleader, Ajka und Hannes, auf dem simultan abgehaltenen Teamleitertreffen die Karlshochschule vertraten. Herr Mayer gab uns konstruktives Feedback, das zum einen von uns zuvor nicht bedachte Fragen aufrief, zum anderen aber auch Möglichkeiten ergab den Zielen unserer Projekte, Menschen zu helfen, einen deutlichen Schritt näher brachte.
Im Hinblick auf den SIFE National Cup hieß es stets “keep it clear and simple!”. Wonach sich der Erfolg eines Projektes hauptsächlich in der klaren Struktur äußert und nicht in dessen Komplexität.
Am späteren Nachmittag fand ein abwechslungsreiches Präsentationstraining statt, in denen wir und andere Studenten die Feinheiten des kompetenten Auftretens und Verhaltens miteinander lernten.
“Feedback” war der zentrale Begriff dieser Coachingeinheiten – ein Begriff, der ganz im Zeichen unserer Hochschule steht.
Massenweise Feedback holten wir uns unter anderen bei Unternehmern, Coaches und SIFE -Studenten aus ganz Deutschland ein.

Gegen 19 Uhr fanden sich alle Teams im Restaurant zum Abendessen ein, bei dem abgesehen vom guten Essen auch ordentlich Networking betrieben wurde. Am Tisch mit dem HR (human resource) und CR (corporate responsibility) Managern der Deutschen Telekom AG wurde die Signifikanz unseres Studiengangs, Interkulturelles Management &
Kommunikation, immer deutlicher. Die Unternehmensstruktur der Telekom im Bereich CR kam dem IMK Vorlesungsplan erstaunlich nahe. Die angestrebten Unternehmensziele, wie Nachhaltigkeit und Verringerung der CO2-Emissionen, warfen ein völlig neues Licht auf jenes Unternehmen, das von uns zumeist als “teuer” und “serviceschwach” eingestuft wurde.
Beim anschließenden Powerpoint-Karaoke bewiesen Studenten und Unternehmer das mehr oder weniger stark ausgeprägte rhetorische Talent, das Publikum von Slideshows mit Themen wie “der Kürbis” oder “Rechtschreibung für Dumme” zu begeistern.
Am späten Abend wurde im hoteleigenen Bistro ausgelassen gefeiert. Bei dem ein oder anderen Bierchen kam man mit vielen Studenten in Kontakt, tauschte Informationen sowie Kontaktdaten aus, um sich durch unterschiedliche
Kompetenzen in Hinblick auf die jeweilige Projektentwicklung zukünftig unterstützen zu können. Eine weitere Win-Win-Situation der besonderen Art ereilte uns, als Bernd Schmitz, Marketingleiter der Bayer Business Consulting, “Alle Getränke innerhalb der nächsten 15 Minuten gehen auf Bayer!” in die Menge rief. Ein Marketingleiter der sein Handwerk durchaus verstand: Spätestens nach 5 Minuten wurde nur noch mit “Auf Bayer!” angestoßen. Wie sich am nächsten Morgen an der Rezeption beim Check-Out herausstellte, bezahlte Bayer alle(!) an diesem Abend konsumierten Getränke, was bei rund 150 durstigen Studenten als ein recht beachtlicher Beitrag anzusehen ist.
Die Nacht wurde bei vielen zu ausgelassen gefeiert, dementsprechend glich das Frühstück am nächsten Morgen eher einer schweigsamen Mahlzeit im Kloster.
Am späteren Vormittag berichteten verschiedene Teamleader über Eindrücke und Erfahrungen des National Cups im vergangenen Jahr. Die Gewinner des Vorjahres, das SIFE Team der Universität Mannheim, gaben einen interessanten Einblick in ihre Organisationsstruktur und die Erlebnisse des World Cup 2009 in Berlin.
Ajka und Hannes berichteten über den von der Karlshochschule erstellten SIFE-Blog und dem großen Nutzen der virtuellen Kommunikation, welche an unserer Hochschule als eine vielseitig nutzbare Grundlage für schnelleren und besseren Informationsaustausch dient.
Nach dem Mittagessen hielt Jörg Krell, Präsident von SIFE Germany und Leiter des Vorstandsstab der Bayer AG, eine abschließende Rede über Erfolge, Ziele und dem gemeinsamen “Spirit”,der wohl alle SIFE-Mitglieder verbindet.
Im Falle des SIFE-Teams der Karlshochschule bedeutet dies: “giving impulses“.
Im ständigen Austausch mit anderen Studenten wurde uns allen schnell bewusst, welches Privileg wir als Studenten der Karlshochschule genießen.
Während es für die meisten Studenten oft eine Sache der Unmöglichkeit darstellt, sich mit ihren Professoren über SIFE mehr als 5 Minuten zu unterhalten, ist es für uns selbstverständlich geworden, Ansprechpartner zu finden, die
sich Zeit nehmen unsere Angelegenheiten, Wünsche und Absichten anzuhören. Fernab vom Bildungsstreik gestaltet sich eine zielorientierte Projektarbeit wie NOTOS, Green University oder Mittwich mit Sicherheit angenehmer als an anderen Hochschulen und liefert hinsichtlich des National Cups im Mai in Essen hoffentlich Ergebnisse, auf die wir stolz sein können.

Das SIFE Trainingswochende gestaltete sich als eindrucksvolle und lehrreiche Veranstaltung, die uns nicht nur Wege zur Realisation unserer Ziele dargelegt hat, sondern auch auch dem Teamgeist von SIFE Germany ernorm zu Gute kam. Vor allem hat es Spaß gemacht – das wohl wichtigste SIFE-Kriterium wurde in vollem Maße erfüllt.
Es gibt allerdings auch Negativaspekte, die uns im Rahmen der Trainingssession aufgefallen sind und das SIFE Team der Karlshochschule betreffen.
Während viele Studenten ihre Projekte mit Eifer und Engagement angehen, die viel Zeit in Anspruch nehmen, “schmücken” sich viele mit dem Titel eines seit Monaten aktiven SIFE-Mitglieds, das in der Realität jedoch zu kaum einem Treffen erscheint und sich schlichtweg zu Beginn des Semesters in die SIFE-Liste einträgt, um ihr Diploma Supplement um einen positiven Punkt zu erweitern. SIFE bedeutet nicht in erster Linie seine Karrerie zu fördern, sondern die Horizonte zu erweitern. Mit der intensiven Arbeit im NOTOS-Projekt haben wir schon nach kurzer Zeit wichtige unternehmerische Erfahrungen gesammelt, die unserer Karriere weitaus mehr dienen werden als ein paar Zeilen der Anerkennung.
Ich wünsche allen SIFE Projekten viel Glück für das kommende Jahr 2010!
Anbei könnt ihr Euch hier noch das SIFE WORLD CUP VIDEO 2009 ansehen ;)
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