Historischer Arbeitsplatz
Autor: Admin am 30.11.2009Unsere Studierenden haben im Lauf ihres Studiums jede Menge Möglichkeiten, Praxiserfahrung zu sammeln. Dass es sich durchaus lohnt, sie dabei auch mal “in action” zu erleben, habe ich während eines Aufenthalts in Wien festgestellt. Dort habe ich vor Kurzem Kathrin Günzel, MKE-Studiederende im 5. Semester, besucht, die sich soeben in der Endphase ihres fünfmonatigen Praktikums im Kongresszentrum der Wiener Hofburg
befindet. Sie hat sich freundlicherweise trotz mehrerer bevorstehender Veranstaltungen die Zeit genommen, mich durch den riesigen Komplex zu führen. Am Ende der fast einstündigen Tour durch ein regelrechtes Labyrinth aus Räumen in unterschiedlichster Größe, Ausstattung und Ausmaß an historischer Restaurierung eröffnete Kathrin ihrem staunenden Gast, dass wir gerade mal einen winzigen Bruchteil gesehen haben. Die Hofburg umfasst in 18 Trakten ca. 2.600 Räume, die Führung umfasste lediglich 40 davon. In diesen Räumen organisiert das Kongresszentrum ganzjährig verschiedenste Veranstaltungen wie Bälle, Empfänge, Konferenzen oder Ausstellungen. Kathrin konnte hier als festes Teammitglied tiefe Einblicke in die Organisation und Abwicklung zahlreicher Events gewinnen.
Besonders der historischen Komponente kann sie viel abgewinnen. “Es ist schon sehr beeindruckend, jeden Morgen über den Heldenplatz zur Arbeit zu gehen”, resümiert sie. Die Hofburg war über 600 Jahre lang Residenz der der österreichischen Landesfürsten und entwickelte sich zu einem im Laufe von Jahrhunderten gewachsenen Zentrum der europäischen Geschichte. Von hier aus regierten die Habsburger seit dem 13. Jahrhundert zunächst als österreichische Landesherren, ab 1452 als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und schließlich ab 1806 als österreichische Kaiser bis zum Ende der Monarchie 1918. Für Touristen zugänglich und aufbereitet sind nur wenige Komplexe wie die Spanische Hofreitschule, die Silberkammer, die Kaiserappartements, ein neu eröffnetes Sisi-Museum oder die Augustinerkirche, in der die königlichen und kaiserlichen Hochzeiten stattfanden. Trotzdem kommen hier nicht nur die Sisi-Fans auf ihre Kosten, sondern auch ernsthaft historisch Interessierte, denn den Restauratoren und Architekten ist es meiner Meinung nach gut gelungen, die besondere Atmosphäre zu erhalten und erlebbar zu machen. Ich danke Kathrin sehr für die Einblicke und wünsche ihr noch viel Spass bei ihrer restlichen Zeit im Kongresszentrum!
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