Subcultural Studies: Freestyle Hip-Hop

Autor: Patrick Breitenbach am 21.11.2009

Die Hop-Hop Kultur ist für mich persönlich deswegen so interessant weil sie enormes künstlerisches und kreatives Potenzial in sich birgt. Im Hip-Hop vereinen sich verschiedensten Kunstrichtungen: Musik (Beats), Lyrik (Rap), Tanz (Breakdance) und Malerei (Graffiti). Die naheliegenden Wurzeln des Hip-Hop sind eindeutig im Jazz und Blues zu finden und wahrscheinlich noch weiter zurückzuführen, wie dieser Ausschnitt aus der wirklich interessanten Dokumentation “Freestyle – The Art of Rhyme” vermuten lässt:

Der Freestyle Rap, eine mächtige improvisierte poetisch-lyrische Ausdrucksform, lässt sich also auf die uralten religiösen “Chants” zurückführen. Die Doku zeigt zum Teil sehr eindrucksvoll, wie die Künstler tatsächlich eine Art Trancezustand einnehmen und die Worte – unterstützt durch den monotonen Rhythmus – einfach aus ihrem Kopf fließen lassen:

Genau das macht diesen Vorgang irgendwie zu etwas spirituellem, faszinierendem, nicht erklärbarem. Genauso verhält es sich mit allen improvisierten Vorgängen, egal ob in Musik, Sport oder gar im Management. Man lässt los, lässt laufen und die Kreativität scheint aus einem herauszusprudeln, wie ein Wasserfall. Doch wo nichts ist kann natürlich auch nicht einfach was hervorkommen, daher sind die Meister ihres Faches auch stets darum bemüht sich zu üben, ihre “Skills” zu trainieren und anhand von “Battles” – das Kreativvehikel Wettkampf – stetig zu verbessen. Darum greift der Freestyle-Großmeister “Supernatural” auch regelmäßig zum Reimlexikon oder dem Wörterbuch:

Improvisation (für mich der Quell aller Kreativität) kann also auf zwei Arten trainiert werden:

1. Stetiges Öffnen des eigenen Bewusstseins, also das sich Öffnen für neues Wissen und Erfahrungen (jede Information ist relevant, sie braucht nur einen relevanten Kontext).

2. an sich selbst so arbeiten, dass man den gewünschten entspannten Zustand des kreativen Outputs aufrechterhält oder spontan herbeiführt. (Set und Setting)

Bloggen ist für mich übrigens auch irgendwie eine Freestyle-Disziplin. Ich denke nicht -> ich schreibe einfach.