Der grausam schöne Isenheimer Altar
Autor: Solveig Schwarz am 28.10.2009Nach einer 45 minütigen Verspätung ging unsere Exkursion nach Colmar endlich los. Eigentlich war schon da klar, dass unsere Reise unter keinem guten Stern stand, aber dazu später mehr.
Da uns eine lange Fahrt bevor stand, überlegte sich Herr Prof. Zerr ein sehr informatives Unterhaltungsprogramm, bei dem wir uns in das Mittelalter versetzt fühlten. Gequält von Pest, Syphilis und dem Antoniusfeuer lauschten wir der Symphonie über „Matthis den Maler“, um uns so auf das bevorstehende Ereignis einzustimmen.
Nach einer kurzen Odyssey durch Colmar, erreichten wir das Unterlinden Museum. Ich selbst habe mich während meiner Schulzeit schon einmal mit dem Isenheimer Altar beschäftigen „dürfen“ und war von der Größe des Altars beeindruckt. In diesem Moment wussten wir, wie sich die unheilbaren Kranken gefühlt haben müssen, als sie vor den Altar standen und sich mit ihrem Schicksal auseinandersetzten mussten. Den ersten Eindrücken folgte die detaillierte Beschreibung und Interpretation der Altartafeln durch Prof. Zerr. Seine Begeisterung für dieses Werk von Matthias Grünewald war wahrlich zu spüren.
Unsere Exkursion stand unter dem Motto „Man sieht nur, was man weiß“. Wenn man nämlich den Altar ohne detaillierte Erklärung betrachtet, sieht man die Genialität des Malers nur in seiner Farbwahl und Pinselführung. Doch durch die kunsthistorischen Interpretationen ergaben sich weit aus mehr Zusammenhänge und sogar ein wenig Kritik an der Kirche ist darin zu finden. Nach einem abschließenden Vergleich mit einem späteren Werk von Otto Dix, verließen wir das Museum in Richtung Flammkuchen. Das kleine Städtchen Colmar ist wirklich einen Besuch wert und wir fanden es schade, dass wir nur eine Stunde Aufenthalt hatten.
Nun zurück zu unserer Reise die unter keinem guten Stern stand: auf der Rückfahrt hatten wir das Vergnügen einen Stau mal auf französisch kennen zu lernen. So standen wir zwei Stunden rum und nur die Mädels durften die Bustoilette benutzen (haha!). Allerdings war dies auch eine tolle Gelegenheit, Berlin aus zwei verschiedenen Perspektiven betrachtet zu sehen. So ist Prof. Sonnenburg ein Wahlberliner und Prof. Zerr ein Gegner des Berlin-Hypes.
Nach vier Stunden Fahrt kamen wir endlich in Karlsruhe an und mussten “leider” auf eine Übernachtung zu Kosten der Hochschule in Straßburg verzichten.
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