Wenn man mich dieser Tage fragt, was denn zukunftsträchtige Geschäftsmodelle im Web 2.0 seien, so kann ich nur immer wiederdie eine Antwort geben: “Skilling”
Das von mir kreierte Kunstwort drückt nichts anderes aus, als die Verbesserung der eigenen Skills, sprich das Aneignen von Fertigkeiten. Software gibt es ohne Ende nachgeschmissen, teilweise kostenfrei oder raubkopiert. Das einzige was die Menschen jedoch nicht so einfach per Drag & Drop kopieren können, ist das Wissen & Können, wie man mit den Tools richtig umgeht. Da liegen enorme Potenziale brach, zumal wir uns immer stärker in Richtung Wissensgesellschaft bewegen und lebenslanges Lernen zusehens auf die Tagesordnung vieler Unternehmen rückt.
Vor allem im Bereich der Fernuniversitäten liegen noch riesige Nuggets vergraben, vor allem in Deutschland bzw. überhaupt auf internationaler Ebene. Warum das so ist möchte ich mit einem kleinen aber feinen Beispiel aus dem Bereich “Sprachunterricht” erörtern:
Vor kurzem habe ich die Social Media Plattform “Livemocha” entdeckt. Mit dieser Anwendung, einer Mischung aus eLearning, Instant Messaging, Kollaborationstool und Social Network kann ich wirklich phänomenal Sprachen lernen und zwar aus folgenden Gründen:
1. Es gibt multimediale Kurse, also Einzellektionen in Häppchen, die dank der Kombination von Bewegtbild, Text und Audio für das Lernen von Sprache richtig Spaß machen (bzw. nicht extrem langweilen)

2. Diese Lern-Häppchen werden in einem Fortschrittsbalken und Punkten festgehalten, d.h. ich sehe wieviel noch vor mir liegt, aber vor allem, wieviel ich schon geschafft habe. Dieses Etappendenken ist extrem wichtig und motiviert zusätzlich. Stichwort: Incentivierung.

3. Kann ich jederzeit mein anerlerntes Wissen durch Tests überprüfen. Diese Tests finden sowohl schriftlich – Achtung und jetzt kommt der Knaller – sowie auch mündlich statt! Ich kann nämlich per Mikro (meist ja in allen Notebooks standardisiert eingebaut) Sätze aus einer Fremdsprache sprechen, diese werden aufgenommen und auf der Lernplattform abgespeichert.

4. Das war noch nicht alles, denn jetzt kommt der Clou: Alle Mitglieder dieser Lernplattform können den anderen Usern behilflich sein. Sie können beispielsweise meine Sprachaufnahmen anhören und entsprechend kommentieren und sogar wieder in Form eines Audiokommentars. So können schriftliche und mündliche Tests von Muttersprachlern bewertet und kommentiert bzw. korrigiert werden.
5. Und auch sonst findet man Benutzer aus aller Welt, d.h. ich kann mich jederzeit mit echten “Native-Speakern” austauschen und so zu einem absolut genialen Sprachkurs von zu Hause aus gelangen und zwar so, dass ich mir die Zeit selbst einteilen kann.

6. Die Bewertungen der User motivieren einen selbst auch wieder anderen zu helfen und man fühlt sich einfach toll, wenn ein einheimischer Spanier die Aussprache der ersten Sprechversuche meiner Spanischstunde lobt.
7. Das System ist beliebig skalierbar – wohingegen bei einer bestimmten Klassengröße von Sprachunterricht irgendwann Schluss ist.
Natürlich werden jetzt wieder die Einwände kommen, dass der persönliche Kontakt zwischen Lehrenden und Schülern so wichtig sei, aber soll ich ganz ehrlich sein? Das kommt definitiv darauf an, zu welcher Sorte Mensch man gehört. Ich persönlich schätze absolute Freiheit und will mir meine Zeit für die Dinge weitgehend selbst einteilen. Ich will – vielleicht aufgrund meiner schlechten Schulerfahrung – mich nicht durch Unterrichtseinheiten von “schlechten” Lehrern quälen. Für mich ist die Methode direkt mit Menschen aus aller Welt in den lockeren Kontakt zu kommen weitaus spannender und “explorativer”. So lerne ich nicht nur die Sprache, sondern vielleicht sogar auch ein Stück weit mehr über die jeweilige Kultur kennen.
Mich würde natürlich an dieser Stelle nun die Meinung unserer Professoren, Sprachlehrer und natürlich auch der Studierenden interessieren. Ich habe ja ganz bewusst etwas überspitzt formuliert, um alle etwas aus der Reserve zu locken. Würde mich über Meinungen und Einschätzungen freuen.
ich sehe gerade in diesem Bereich auch ein enromes Potenzial nciht nur im Bereich monetarisierung sondern auch im Bereich lernerfolg.
Die Idee ist wirklich gut, gerade wenn man mal ein paar Minuten etwas sinnvoll etwas anderes machen möchte.
Add @breitenbach, dann bring ich dir mal Schwäbisch bei
MAGIX Video Deluxe Crashkurs…
Der Youtube User "commiXV" beschäftigt wie es scheint sehr ausgiebig mit unserer Videoschnitt-Software "MAGIX Video deluxe", denn in seinem Channel, finde sich auffällig viele Video Deluxe Tutorials. Eine sch…
Lieber Patrick,
ein ausgezeichnetes Review – es würde mich natürlich nun auch Deine Meinung zu unserer website http://www.busuu.com interessieren – wir sind ebenso wie livemocha eine kostenlose online Community zum Sprachenlernen mit derzeit über 150,000 registrierten Benutzern.
Gib mir bitte bescheid, ob Du Interesse an einem Review hast und gerne kannst Du auch kostenlos unsere Premium-Funktionen probieren – dazu einfach email an info@busuu.com
Danke und
Liebe Grüsse aus Madrid
Bernhard
Co-Founder of busuu.com
hey hey
habe gerade diesen Eintrag gelesen, bin auch dabei mein Englisch zu verbessern und war ganz kurz auf dieser genannten Seite.
Das wichtige ist Sie ist soagr kostenlos wenn ich nicht irgendetwas kleingedrucktes überlesen habe. Aber ich denke der Ausdruck “It’s free” sollte da keine Zweifel lassen.
Wäre viel. dann der 8. Punkt deiner Argumentenreihe =)
8. Es ist kostenlos.
Ich werde mir die Sache nun mal anschauen und damit täglich arbeiten soweit ich damit klar komme und euch viel. in einer Woche nochmal Berichten wie es denn so ist
Gruß Marc
Okay habe mich jetzt angemeldet und die Anmeldung ist kostenlos
aber um Kurse und Übungen zu belegen darf man dann zahlen.
Somit nehme ich den Punkt 8 zurück und war wieder voreilig.
Da lernt man wieder daraus nicht voreilig zu sein und NICHTS IST UMSONST =)
Gruß
Was noch viel wichtiger ist Marc: “Was nix kostet is nix wert!”
Ich finde es gut und wichtig, dass man für solche Angebote Geld verlangt. Dieser ganze Werbebannerwahnsinn kostet am Ende nämlich auch einiges: Qualität und Nerven.
Daher hoffe ich, dass der Beitrag nicht in den falschen Hals gerät. Ich nutze Dienste nicht, wenn sie gratis sind, sondern wenn sie mir einen Nutzen verschaffen. Ich glaube gerade im Internet ist es an der Zeit mit der Gratiskultur zu brechen.