Führungskunst 3: Babylon ist überall

Autor: Prof. Dr. Lutz Becker am 24.07.2009

Prof. Dr. Andreas P. Müller, Dekan der Fakultät I und das für Forschung zuständige Präsidiumsmitglied der Karlshochschule, habe ich erst Ende 2005 kennen gelernt. Wir beide gehören zum so genannten zweiten Jahrgang der Hochschule und sind zur gleichen Zeit berufen worden. Andreas ist von Hause aus habilitierter Sprachwissenschaftler, der sich seit vielen Jahren mit Kommunikation in Unternehmungen befasst. Durch langjährige Auslandaufenthalte hat er sich profunde Kenntnisse im Umgang mit unterschiedlichen Kulturen und Unternehmenskulturen hautnah erarbeitet.

Inzwischen teilen wir nicht nur das Büro (“Saunagemeinschaft“) im dritten Stock der Karlshochschule, sondern wir haben auch spannende Forschungsprojekte, wie den für Herbst 2010 geplanten internationalen Kongress “Narrative & Innovation”, angeschoben und der Master Leadership ist das Ergebnis einer tollen Teamarbeit mit sich wunderbar ergänzenden Interessen und Fähigkeiten.

Professor Dr. Andreas P. Müller, KarlshochschuleIn seinem Beitrag “Baylon ist überall – Führen in fremden Kulturen” beschreibt Professor Andreas P. Müller, wie eine geschäftliche Kommunikation aufgrund der Unterschiedlichkeit von Kulturen allzu leicht scheitern kann und wie wichtig die Aufmerksamkeit auf das Instrument Sprache ist, um interkulturelle Kommunikations- und Führungsschwellen zu überwinden. Dabei sieht er einen engen Zusammenhang zwischen Sprache, Beziehungsaufbau und Beziehungsgestaltung, Corporate Behaviour und Kulturen her: “Kommunikative Isotropien – in dem Sinne, dass sich Eigenschaften des Ausdrucksverhaltens, der Führung, des Impression Management und so weiter zu vergleichbaren kommunikativen Rastern verdichten – stellen in hohem Maße erwartbare Merkmale der Kultur dar.” Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Arena des des kommunikativen Führungsverhaltens drei Etagen umfasst, die Unternehmenskultur, die sich “als Stil des Hauses” manifestiert, Kulturen die sich auf Branchen- oder Geschäftsmodelle beziehen sowie regionale und lönderbezogene Kulturen.

So betont Professor Müller auch: “Die unmittelbare Wirkung gesprochener Sprache ist längst bewiesen.” Führungskräfte finden in dem Beitrag deutliche Hinweise, wie die Untiefen menschlicher Kommunikation umschiffen und Wege zu einer störungsarmen Kommunikation im Unternehmen erschließen können.

Ein  Interview mit unseren Kollegen Professor Dr. habil. Andreas P. Müller, zu seinem Beitrag im Band “Führungspraxis und Führungskultur” sollte auf dieser Seite keinesfalls fehlen. Das Interview stammt aus dem Jahr 2008. Viel Spaß beim Zuhören und Nachdenken!

Andreas P. Müller (2007); Baylon ist überall – Führen in fremden Kulturen; in: Lutz Becker/Johannes Ehrhardt/Walter Gora (Hg.); Führungspraxis und Führungskultur, Düsseldorf (Symposion)
aktualisiert in:
Becker, Lutz (Hg.): Management und Führungspraxis – Digitale Fachbibliothek: Düsseldorf (Symposion, ISBN 978-3-939707-46-2)