Führungskunst 2: (Unternehmens-) Führung und Theater
Autor: Prof. Dr. Lutz Becker am 23.07.2009An der Karlshochschule wird, wie auch schon aus dem Leitbild hervorgeht, eine enge Verzahnung von Management und Kultur in Forschung und Lehre gepflegt. Diese Philosophie vertritt auch die Buchreihe “Die Neue Führungskunst – The New Art of Leadership“, aus der ich hier wieder einen wegweisenden Beitrag vorstellen möchte.
Den Weltenbürger Philippe Rixhon, ein studierter Ingenieur, Philosoph und Theaterwissenschaftler, habe ich, wenn ich mich recht erinnere, im Jahr 1990 zum ersten Mal getroffen. Unsere gemeinsame Freundin, die Norwegerin Gunnel Berdal Wullstein, brachte uns damals zusammen, und wenige Monate später hatten wir mit weiteren Partnern eine Consulting Firma in Brüssel mit lokalen Gesellschaften in Belgien, Deutschland, Frankreich, Norwegen und der Schweiz aus dem Boden gestampft. Ich habe Philippe in dieser Zeit als ungemein strukturierten, verlässlichen und zugleich kreativen Menschen mit Interesse für Kunst und Kultur kennen gelernt, alles Eigenschaften, die ich sehr schätze. Nachdem sich unsere beruflichen Wege einige Jahre später wieder trennten, realisierte Philippe als Partner von Accenture unterschiedlichste Großprojekte in Europa und der Golf Region, wo es ihn dann mit seiner Familie hinzog. 2003 änderte er sein Lebenskonzept noch einmal. Er und seine Familie zogen nach London, wo er sein Hobby Theater mit seinen professionellen Kompetenzen verband. 2005 gründete Philippe Theatre Management Associates. Seine Philosophie ist es, als Mittler Managementkompetenz ins Theater und die konstruktive Kompetenz der Theaterschaffenden ins Management zu bringen.
Sein Beitrag “Innovation Leadership: Beste practices from theater creators” spiegelt diese Philosophie eindrucksvoll und nachvollziehbar wider. Der Beitrag fällt schon allein aufgrund seiner Form weit aus dem Rahmen der üblichen Managementliteratur. Interviewartige Dialoge “Theatrical Experiences” werden konkreten Konzepten und Empfehlungen gegenüber gestellt. In seinem Beitrag formuliert Rixhon fünf Best Practices der Theaterschaffenden, die Unternehmen dabei unterstützen können, marktgängige Innovationen und Innovationsführerschaft zu entwickeln. Sein Fazit: “Many business sectors would benefit from adopting some of theatre world’s basic creation practices to innovation leadership.” Wenn man Philippe und seine beruflichen Erfolge kennt, weiß man, dass das er Recht hat.
Philippe Rixhon (2008); Innovation leadership: Best practices from theatre creators; in: Lutz Becker/Johannes Ehrhardt/Walter Gora (Hg.); Führung, Wandel und Innovation – Wie Sie Potenzial entdecken und erfolgreich umsetzen; Düsseldorf (Symposion)
Website von Theatre Management Associates
Inszenierung des Falstaff von Philippe Rixhon und Bernd Weikl am Pfalztheater Kaiserslautern, Premiere 26. Juni 2010
Philippe Rixhon wird einer der Key Note Speaker auf der Internationalen Konferenz “Narrative and Innovation” an der Karlshochschule sein: http://narrative-innovation.org
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