Prof Dr. Michael Zerr: Schluss mit der Stoff-Bulimie an deutschen Hochschulen!
Autor: Patrick Breitenbach am 6.07.2009In Halle fand kürzlich der forward2business-Zukunftskongress für Regelbrecher statt, bei dem rund 200 Innovationschefs über den unternehmerischen Wert von Grenz- und Regelverletzungen diskutierten. Rat- und tatkräftig mit dabei unser Hochschulpräsident Prof. Dr. Michael Zerr, der in seinem Panel “Wie man eine Hochschule neu erfindet” einige interessante Statements platzierte:
Was an deutschen Hochschulen läuft, ist Stoff-Bulimie: reinschaufeln, auskotzen, vergessen. So funktioniert die Wirtschaftswissenschaft bislang wie ein Jahrmarktsverkäufer. Hier noch eine Leberwurst und eine Salami – einen Büchsenöffner gibt es noch kostenlos dazu. Ein bisschen Jura, Mathe und Rechnungswesen. Regeln, Regeln, Regeln und das ist es dann.
Unsere Studierenden sollen lernen, Dinge in Frage zu stellen, beispielsweise über den Sinn des Controllings reflektieren. Denn in erster Linie handelt es sich um eine Inszenierung von Rationalität. Unsere Studenten beschäftigen sich damit, wie man eine kalkulatorische Wirklichkeit inszeniert, welche Rituale sich im Management abspielen, welche Metaphern verwendet werden, um in einer Organisation Mikropolitik zu mache. Das ist das Programm unserer Hochschule.
Manager müssten heute intelligent stören. Schöner Scheitern statt Benchmarking sollte ihre Devise sein.
Weitere Inhalte zum Zukunftsprozess und warum wir mehr Spinner als Spießer brauchen auf Gunnarsohn’s Weblog.
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