Europäisch für Fortgeschrittene / Heute: Lektion 1 – 6

Autor: Jessica Bast am 8.05.2009

Bei der zweiten Abendveranstaltung der Reihe ‚Broaden your horizons’ konnten unsere zurückgekehrten Studierende und auch einige Exchange Students über so manche Lektionen, die sie in Sachen Kultur gelernt haben, berichten. Fazit: Europa ist krass!

Erste Lektion:

Als Praktikant auf der spanischen Insel Teneriffa kann man arbeiten, wo andere Urlaub machen. Und selbst die Arbeit klingt für deutsche Ohren mehr nach Fiesta. Es gibt sie einfach nicht, die spanische Tugend der Pünktlichkeit. Wenn die Chefin mal wieder später kommt, weil das Frühstück mit der Familie einfach länger dauerte als geplant, weiß man das.

Zweite Lektion:

Der Franzose diskutiert gerne und viel und das bis spät in die Nacht. Bei den Themen rund um Politik und Geschichte könnte ihm wohl so mancher Studierter nicht das Wasser oder vielmehr den Rotwein reichen. Dabei sind die Franzosen auch keineswegs konfliktscheu. So behaupten viele Franzosen, dass ein Leben außerhalb Paris, des Herzen Frankreichs, nicht möglich sei. Frankreich hat natürlich weitaus mehr zu bieten als ‚nur’ die Stadt der Liebe. Die Bretagne, die Côte d’Azur, Bordeaux, Lyon… könnten in einer Diskussion mit Paris konkurrieren, nur Straßburg nicht, denn das ist schließlich nicht das wahre Frankreich. Baguette hin oder her.

Dritte Lektion:

Wenn man in Belgien wissen möchte, ob man sich in Flandern oder Wallonien befindet, muss man sich einfach Pommes bestellen, denn die heißen im niederländischen Teil (Flandern) Frieten und im französischen Teil (Wallonien) pommes frites. Beide hinterlassen natürlich bei unsachgemäßem Gebrauch schwerwiegende Fettflecken auf der Kleidung. Und was macht die belgische Studentin dann? Sie fährt einmal quer durchs Land zu Mamas Waschmaschine und braucht dafür nur maximal zwei Stunden!

Vierte Lektion:

Themen, die man in den Niederlanden als Deutscher besser nicht ansprechen sollte: Krieg und Fußball!

Fünfte Lektion:

Wir kennen Nokia-Handys und den Weihnachtsmann. Was viele nicht wissen: beide kommen aus Finnland! Obwohl in Sachen Weihnachtsmann die Schweden vehement ihr Veto einlegen.

Und wie ist der Finne? Der Finne, im Winter leicht depressiv, weil er zumindest nördlich des Polarkreises permanent im Dunkeln steht, zeigt sich im Sommer von seiner heiteren Seite und springt nach der Sauna in einen der 188 000 Seen. Eines steht jedoch fest, dem Alkohol sind die Finnen immer sehr zugeneigt, ganz unabhängig von der Jahreszeit. Kippis!

Sechste Lektion:

Türkei …Istanbul…eine Brücke verbindet den europäischen und den asiatischen Kontinent. So ist Istanbul Vorbild für ein modernes Europa, das die Kulturen eint. Um dort zu wohnen, nimmt man dann auch in Kauf, auf dem Weg zur Uni (20 km) eineinhalb Stunden in der Rushhour festzustecken. Doch in der Türkei scheint man ein ausgeglichenes Gemüt zu haben. Selbst als unvermittelt die Präsentation endete, wurde improvisiert und ein T-Shirt, das die besagte Brücke über den Bosporus zeigt, zum Stoff für Geschichten rund um Istanbul.

Wer also glaubt, dass man nur bei einem Auslandsaufenthalt in Timbuktu (übrigens eine Oasenstadt im westafrikanischen Staat Mali) seine Lektionen in Sachen Kultur bis hin zum Kulturschock lernen und erleben kann, der hat weit gefehlt!

Die nächste Veranstaltung, diesmal zum Thema “Länder in Übersee”, findet am 15. Mai 2009 ab 17.30 Uhr in Raum 205 statt!

Schon Fernweh?