Evolution! Eine Hochschule erfindet sich neu
Autor: Patrick Breitenbach am 18.04.2009
Aller Anfang ist schwer. Doch ein Umbruch bzw. Aufbruch alter Strukturen – in Form eines “Change Managements” – ist eindeutig die Königsdisziplin der Veränderungsprozesse innerhalb einer Organisation oder eines Unternehmens. Die „Merkur Internationale Fachhochschule Karlsruhe“ befindet sich inmitten eines solchen Umbruches.
Wir sagen dies mit einer solchen Offenheit und Überzeugung, da unser neu entwickeltes Selbstverständnis genau auf diesen Werten wie Offenheit, Verantwortung und Authentizität basiert. Wir sind davon überzeugt, dass die Kommunikation von Systemen nicht nur spannende Geschichten erzählen muss, um intern wie extern Menschen in ihren Bann zu ziehen, wir glauben auch daran, dass „Kommunikation von Herzen“, also direkt, authentisch und offen, eine tiefgreifende Vertrauensgrundlage schafft, also die Basis für effektives Handeln und die Verbreitung von ansteckender Begeisterung.
Kommunikationslücken oder -hüllen dagegen laden förmlich dazu ein diese mit wilden Spekulationen und Interpretationen zu füllen. Es entsteht eine Art babylonischer Effekt: Verwirrung, Zweifel und Unsicherheit. Je weniger die Kommunikation also absichtlich den eigentlichen Zustand widerspiegelt, desto größer ist die Gefahr der anschließenden Enttäuschung. Man kann also nicht nur nicht kommunizieren, man kann niemals dauerhaft täuschend kommunizieren.
Nicht nur unsere Hochschule befindet sich derzeit in einem hochspannenden evolutionärer Prozess, den man in Deutschlands Institutionen und Unternehmen leider noch all zu oft vermisst. Natürlich, vielen macht diese Veränderung Angst. Viele betrachten die derzeitige wirtschaftliche Krise als ein schreckliches, existenzbedrohendes Ereignis. Doch viele andere dagegen betrachten solche Ereignisse (die ja historisch nicht wirklich neu sind) als deutliches Signal für ein Aufbruch in den Bereichen Fortschritt, Innovation, Weiterentwicklung und -bildung. Krisen sind – trotz der scheinbar abgedroschen wirkenden Floskel – tatsächlich eine großartige Chance für einen Neuanfang. Dinge endlich anders anpacken, immer in der Absicht unser aller Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Politisch erleben wir diese Veränderung hautnah bei unseren US-amerikanischen Freunden. Dort fand ein unglaublicher „Change“ statt, mit tiefgreifende Konsequenzen, weit über die rein politischen Aspekte hinausreichend.
Sowieso scheint es so, als sei dieses neue Jahrtausend generell von einem unglaublich rasantem und radikalen Umdenken geprägt. Das Internet, also die globale Vernetzung und Verbreitung von Informationen, Kommunikation, aber vor allem von Wissen, hat in kürzester Zeit einen enormen Paradigmenwechsel in der globalen Kommunikation ausgelöst. Diese Veränderung mit dem Umgang von Kommunikation wirkt sich auf nahezu alle Bereiche unseres Lebens aus. Durch diesen Medienwandel stehen wir erstmals “auf” nicht “vor” der Schwelle zu einer globalen Wissensgesellschaft. Auch wenn viele Menschen das Internet immer noch sehr skeptisch bewerten, so dürfen wir nie vergessen was diese Vernetzung und das nahezu kostenlose Speichern von Wissen in nie enden wollendem Umfang für uns alle bedeutet. Große Wissensarchive, wie Bibliotheken, waren historisch gesehen immer ein Aushängeschild von Hochkulturen. Verbundenes Wissen verbindet. Aufklärung schafft Perspektivenvielfalt. Perspektivenvielfalt ermöglicht interkulturelles Denken und Handeln. Wir beginnen endlich das babylonische Stimmengewirr ein Stück weit zu entflechten. Wir beginnen plötzlich uns und unsere Mitmenschen besser zu verstehen.
Genau dieses interkulturelle Verständnis von Menschen und deren Lebens- und Geschäftsentwürfen möchte unsere Hochschule in Zukunft immer stärker vermitteln und fördern. Wir wollen natürlich auf der einen Seite den Studenten das beste Sprungbrett zu einer aussichtsreichen Karriere bereitstellen. Das gewährleisten wir durch außergewöhnliche Praxismethoden und Vernetzung mit international agierenden Unternehmen. Wir wollen die Studenten direkt am Modell lernen lassen, ihnen Vorbilder geben. Das bedeutet z.B. die Planung und Durchführung von konkreten Unternehmensprojekten, mit echten Missionen und echten Unternehmern, die sich den Studenten als Mentoren zur Verfügung stellen. Das ist eigentlich alte Handwerkskunst. Der Lehrling lernt immer am besten, wenn er dem Meister auf die Finger schaut. Neuanfang bzw. Veränderung bedeutet eben manchmal auch, sich auf alte Werte zurückzubesinnen.
Wie man vielleicht schon bemerken konnte, sind hier einige Dinge ganz anders als auf den Informationsseiten von anderen Hochschulen. Wir wollen uns zu dieser Zeit ganz bewusst nicht als ein „fertiges Produkt“ darstellen, eben weil wir uns im besagten Veränderungsprozess befinden. Wir wollen aber auf der anderen Seite auch nicht den Eindruck erwecken, als bekämen die Studenten in Zeiten des “Change Managements” oder in naher Zukunft keine stabile Wissensvermittlung. Das absolute Gegenteil ist der Fall. Für uns hat der Lehrbetrieb, also das sogenannte Tagesgeschäft, natürlich oberste Priorität. Wir stehen in der Pflicht den bezahlenden Studenten genau die Bildungsinhalte zu liefern, die sie sich erhofft haben. Gleichzeitig setzen wir aber alles daran, diese Inhalte von Tag zu Tag zu verbessern. Um diesen Prozess aber zu verdeutlichen, werden wir ihn ab sofort aktuell und offen begleiten, indem unsere Studenten, Dozenten, Mitarbeiter und auch die Beteiligten aus den Unternehmen ihren Eindruck über den derzeitigen Prozess schildern. Erst die Gesamtheit der Systemteilnehmer kann das Bild der Hochschule nach Außen komplettieren, sicherlich nicht ein Text wie dieser.
Es wird viel passieren in den nächsten Wochen und Monaten. Wir werden zum Beispiel einen neuen Namen bekommen. Und im Laufe der Zeit wird auch das neue Leitbild dieser Hochschule nach und nach in Form von neuen, dialogorientierten Kommunikationsmaßnahmen gegossen werden. Die Instrumente sind alle vorhanden, nun müssen sie nur noch entsprechend arrangiert werden. Wir werden daher das Internet verstärkt als interkulturell verbindendes Medium und Lerntool einsetzen. Wir werden aber nicht den Fehler machen und die äußerst wichtige analoge, zwischenmenschliche Kommunikation auf Augenhöhe dadurch ersetzen. Wir werden die neuen Technologien nutzen, um sie in analoge Kommunikationsprozesse gewinnbringend einzubetten und somit geografische Hürden zu überwinden.
All diese spannenden Dinge werden hier in nächster Zeit passieren und von uns dokumentiert werden. Mit „uns“ meinen wir natürlich alle Teilnehmer dieser Hochschule, denen es ein Anliegen ist, diese Veränderung mit Begeisterung und Engagement mit zu tragen.
Wir stehen für lebenslanges Lernen. Learning by doing. Genau das kann jeder ab sofort live und quasi in Echtzeit hier in unserer digitalen Botschaft mitverfolgen. Wir freuen uns auf eine spannende Zeit – möge sie hoffentlich niemals unspannend werden.
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